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GeldverschwendungWieder einmal Quartalszahlen von der Metro Gruppe und meinem beliebtesten Insolvenzkandidaten Media-Saturn.

Media-Saturn 

„Media-Saturn erzielte im Geschäftsjahr 2013/14 einen Umsatz von 21,0 Mrd. €(2012/13: 21,1 Mrd. €). Im 4. Quartal 2013/14 erreichte Media-Saturn eine deutliche Trendverbesserung beim flächenbereinigten Umsatzwachstum auf 1,8%. Der Umsatz von Media-Saturn stieg sowohl in Deutschland als auch im internationalen Geschäft deutlich. Neben einer erfolgreichen Entwicklung im stationären Geschäft hat auch der gestiegene Mehrkanal-Umsatz des Unternehmens dazu beigetragen. Auch durch erfolgreiche Marketingkampagnen gelang es, im Heimatmarkt Deutschland einen flächenbereinigten Umsatzzuwachs von 1,4% zu erzielen. In Westeuropa entwickelte sich der Umsatz ebenfalls positiv. In Osteuropa erzielte die Vertriebslinie in Landeswährung in fast allen Ländern zweistellige Wachstumsraten. Den höchsten Umsatzzuwachs erreichten dabei Ungarn und Russland.“ 

Die Zusammenfassung aus dem Quartalsbericht scheint mich ja wieder Lügen zu Strafen und das Geschäftsmodell scheint sich positiv zu entwickeln. Dies wird ebenfalls durch die Eröffnung von neuen Filialen bestätigt. Hier finden sich für das Jahr 2013/14 38 zusätzliche Filialen als noch vor einem Jahr. Also doch alles gut bei Media-Saturn?

Das wäre sehr erfreulich für Media-Saturn – wenn da nicht für das Gesamtjahr ein Umsatzminus von 0,3% wäre. Diese Tatsache, kombiniert mit der erheblichen Überführung von Umsätzen in den digitalen Kanal zeigt, dass es um das stationäre Kerngeschäft von Media-Saturn sehr, sehr schlecht bestellt ist. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass 38 Läden dazugekommen sind und der Umsatz trotzdem gesunken ist. Flächenbereinigt sinken die Umsätze sogar um 0,9%. Ich würde ebenfalls annehmen, dass dieser geringe Umsatzverlust auf Kosten der „Profitabilität“ erkauft wurde. Die oben erwähnten „erfolgreichen“ Marketingkampagnen haben sicherlich immense Kosten verursacht und das langsame Top-Line-Sterben der Media-Saturn Märkte noch nicht einmal aufhalten, sondern nur verlangsamen können. Neueröffnungen helfen nicht und die bestehen Läden erwirtschaften immer weniger Umsätze und die Profite kollabieren bzw. die Kosten steigen. Daher auch nach einer sehr „geschönten“ Pressemitteilungen bleibe ich dabei, dass mein beliebtester Insolvenzkandidat noch immer keinerlei strategische Antwort auf den digitalen Bereich gefunden hat.

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