Schlagwort: Digitalisierung

  • Amazon Dorf Talk – Wiesemann 1893 Handwerkzeug digitalisiert Fortsetzung

    Amazon Dorf Talk – Wiesemann 1893 Handwerkzeug digitalisiert Fortsetzung

    Weiter geht es mit der Fortsetzung unseres Gesprächs mit Manuel Siskowski von Wiesemann 1893. Wir gucken uns das Produktpackaging einmal genauer an und schauen auch, inwiefern einzelne Aspekte des stationären Handels für Wiesemann 1893 vielleicht doch relevant sein können. Wie wird Wiesemann 1893 am Markt wahrgenommen bzw. was können Wettbewerber lernen?

    • Intro und Unboxing
    • Produktpackaging bei Wiesemann 1893 (ab 5:13)
    • Welche Aspekte des stationären Weges könnten vielleicht doch relevant für das Unternehmen sein? (ab 10:58)
    • Wie reagiert die Industrie auf Wiesemann 1893? (ab 18:18)
    • Umdenken im Markt seit Contorion und Hoffmann Aquise? (ab 19:41)
    • Beispielrechnung: Herstellung und Verkauf von Werkzeugkoffern (ab 25:57)
    • Wie werden die Kunden von Wiesemann 1893 angesprochen? (32:14)
    • Ein Blick in die Zukunft und Abschluss (ab 43:31)

  • Amazon Dorf Talk – Das online Marktplatzgeschäft von Victorinox AG

    Amazon Dorf Talk – Das online Marktplatzgeschäft von Victorinox AG

    Wer kennt sie nicht die kleinen roten Schweizer Taschenmesser? Benjamin Abbenseth, Senior Key Account Manager Online Marketplaces bei Victorinox, gibt uns im heutigen Gespräch spannende Insights wie Victorinox es angeht aus der Organisation heraus eine zentrale Vertriebs- und Marketingorganisation für das Thema Marktplatz zu bauen. Das 1884 gegründete, weltweit tätige Familienunternehmen produziert und vertreibt inzwischen fünf Produktkategorien, darunter auch Küchenmesser, Reisegepäck und Uhren.
    • Intro Benjamin Abbenseth von Victorinox AG  (ab 0:55)
    • Welche Marktplätze sind für Victorinox relevant? (ab 3:00)
    • Amazonstrategie von Victorinox (ab 4:53)
    • Ein Blick auf die Vertriebsstruktur (ab 10:00)
    • Die Pandemie als Beschleuniger für das online Geschäft? (ab 17:49)
    • Vor- und Nachteile der Zentralisierung intern aus dem Unternehmen heraus. (ab 19:28)
    • Thema Graumarkt (ab 25:30)
    • Wie ist Victorinox im asiatischen online Handel aufgestellt? (ab 27:47)
    • Amazon aus dem operativen vs. strategischen Blickwinkel  (ab 30:52)
    • Abschluss (ab 34:25)

  • Amazon Dorf Talk – Wiesemann 1893 Handwerkzeug digitalisiert

    Amazon Dorf Talk – Wiesemann 1893 Handwerkzeug digitalisiert

    Heute schauen wir uns das Unternehmen Wiesemann 1893 einmal genauer an. Gründer und Geschäftsführer von Wiesemann 1893, Manuel Siskowski, zeigt uns wie er mit seinem Team „alte Handwerkzeugskunst“ neu aufgelegt und komplett digitalisiert hat. Christian Kelm und ich hatten so viele Fragen, dass wir noch einen weiteren Podcast hierzu aufnehmen werden.

    • Intro und Vorstellung Manuel Siskowski, Gründer und Geschäftsführer von Wiesemann 1893
    • Test Christian Kelm: Wieviele Handwerkzeugmarken sind bekannt? (ab 2:48)
    • Positionierung, Portfolio, Aufstellung und Vertrieb Wiesemann 1893 (ab 4:34)
    • Zukunftspläne Wiesemann 1893 (ab 20:56)
    • Was sagen Mitbewerber? (ab 25:27)
    • Vor- und Nachteile des rein digitalen Models und Kundenansprache (ab 30:17)
    • Amazon Content und Onlineshop Content sind nahezu gleich. Welche Entscheidungen sind wann und warum zum Thema Amazon getroffen worden? (ab 39:05)
    • Abschluss und Ausblick auf die Fortsetzung dieses Gesprächs in einer weiteren Amazon Dorf Talk Folge (ab 44:07)

  • Markteinstieg im Onlinehandel in Asien – wie könnte das aussehen?

    Markteinstieg im Onlinehandel in Asien – wie könnte das aussehen?

    Im heutigen Gespräch werfen wir einen Blick auf den asiatischen Onlinehandel. Wie schaffe ich es aus Europa heraus in diesem Markt Fuß zu fassen und warum ist dieser Schritt auch insbesondere für Luxusmarken seit Covid-19 eine Chance? Wo gibt es Unterschiede zu Amazon und wie steht es um die Kostenstruktur? Gibt es eventuelle Stolpersteine? Als China und Luxury Brand Expert gibt uns Marcel Roessner, ehemals Alibaba Tmall, heute bei Zalando, spannende Insights, die er durch langjährige Erfahrung im Luxusmarkensegment sammeln konnte.

    • Intro und Vorstellung Marcel Roessner, ehemals Alibaba Tmall heute bei Zalando SE
    • Wie sahen die ersten Schritte in Richtung Asien und die Platform Tmall aus? (ab 5:13)
    • Unterschiede Amazon vs. Tmall (ab 7:45)
    • Was sind die ersten operativen Schritte für die tatsächliche Umsetzung? (ab 9:55)
    • Kostenstruktur (ab 15:54)
    • Wo liegen eventuelle Stolpersteine? (ab 18:06)
    • Abschluss (ab 32:21)

  • Amazon Dorf Talk – Brauche ich einen eigenen Onlineshop?

    Amazon Dorf Talk – Brauche ich einen eigenen Onlineshop?

    Auf der Suche nach einer Wasserrohrzange habe ich mich im Onlinesortiment bei Knipex direkt auf deren Webseite einmal genauer umgeschaut – zum Kauf wurde ich letztendlich allerdings auf Amazon fündig. In der heutigen Ausgabe des Amazon Dorf Talks diskutieren Christian Kelm und ich die Option des Herstellers überhaupt gar keinen eigenen Onlineshop zu betreiben, dafür aber Marktplätze zu bestücken.

    • Intro
    • Wie ist Knipex auf Amazon aufgestellt? (ab 2:18)
    • Warum hat Knipex keinen Onlineshop? Unsere Theorien. (ab 4:53)
    • Vendorenkonzept vs. Sellerkonzept nochmals kurz erklärt (ab 12:00)
    • Was brauche ich als Marke um online erfolgreich zu sein? (12:55)
    • Exkurs zu Disney (ab 15:00)
    • Wo setzt Knipex an? (ab 22:45)
    • Abschluss (ab 26:00)

  • „Blockheizkraft? Nein danke!“ Ein alltägliches Beispiel von Deutschlands Digitalstau

    „Blockheizkraft? Nein danke!“ Ein alltägliches Beispiel von Deutschlands Digitalstau

    Wie der Künstlername „Digitalkaufmann“ vermuten lässt, bin ich der Letzte, der Deutschland als „digitale Wüste“ beschimpft und uns am Liebsten eine Silicon-Valley-Kur pur verschreiben will. Das Valley mag ja tonangebend sein. Was man aus der Ferne nicht merkt, sind die gewaltigen sozialen Probleme und die grottenschlechte Lebensqualität. In und um Hamburg haben wir auch ein Unicorn und viele spannende digitale Player dazu, haben aber ebenfalls einen funktionierenden ÖPNV und die allgemeine Krankenversicherungspflicht. Nein, ganz wie das Silicon Valley wollen wir nicht werden. Ja, ich bin hier in der norddeutschen Tiefebene eigentlich ganz zufrieden.

    Eigentlich. Denn bei aller Liebe zu unserem Land und bei allem Verständnis dafür, dass wir in Europa nicht einfach alles von den Amerikanern oder den Asiaten kopieren wollen oder können: Im Alltag versucht Deutschland gerade gefühlt alles, mich – und viele andere Bürger – sehr unzufrieden zu machen. Mal ist es die hiesige Verwaltung, die – wie wir in der Corona-Krise alle merken – irgendwo zwischen den Einstellungen „eine Spur zu behäbig“ und „vollends vor der Wirklichkeit kapituliert“ an Faxgeräten festhält und sonst so herrlich bundesrepublikanisch vor sich hinwurstelt. Mal sind es die eklatant hinkende Digitalisierung und der dadurch zum Ausdruck gebrachten Mangel an Kundenfokus deutscher Unternehmen, die einen verzweifeln lassen.

    Und weil wir hier in der dritten Welle alle das böse C-Wort nicht mehr hören können, wähle ich heute ein Beispiel aus der Firmenwelt des berühmten deutschen Mittelstands, um zu zeigen, wie wir in diesem Land Tag ein, Tag aus unser eigentlich riesiges Potenzial in den Wind schlagen.

    Die Geschichte fängt vor fünf Jahren an, als ich gebaut habe. Immer nur Zukunftsfähigkeit predigen und selber keine neuen Wege gehen? Das konnte es nicht sein. Weshalb ich auch vor der eigenen, noch einzubauenden Tür kehren und mein neues Zuhause smart und energieeffizient betrieben wissen wollte. Als eine sehr vernünftige Lösung dafür wurde mir ein hauseigenes Blockheizkraftwerk angepriesen – eine Anlage also, die zwar Gas verbrennt, dabei aber Strom erzeugt und so den ökologischen Fußabdruck verkleinern sollte. Ich war sofort angetan. Das war ja eine Technologie, die bislang nur bei Stadtwerken und Baugenossenschaften zum Einsatz kam. Und jetzt gab es die für zu Hause? Die technikverliebten Ingenieure des deutschen Mittelstands machten es möglich!

    So habe ich mich trotz des leicht schwindelerregenden Preises für ein Mini-Blockheizkraftwerk von Vaillant entschieden. Guter deutscher Maschinenbau – und noch dazu „smarte“ Funktionen wie Internetverbindung? Was will man mehr? Was das nämlich alles später ermöglichen könnte! Vielleicht würde man die Anlage künftig mit einem smarten Stromzähler verbinden und überschüssigen Strom ins Netz abgeben können? Oder in einen bis dahin bestimmt handelsüblich gewordenen E-Flitzer vor der Haustür leiten? Ich sah mich da schon in der Pionierrolle meiner Vorgänger im Ort, die in den frühen 2000ern bauten und dank dem Einspeisegesetzes sogar etwas Geld mit der damals auch nicht günstigen Investition Solarpaneel verdienten. Und für die Zwischenzeit würden die smarten Eigenschaften des BHKW bestimmt zu besserer Fehlererkennung und vernünftigerer, weil vorausschauender Wartung führen…

    Fünf Jahre später bin ich ernüchtert – und stehe, fast knöcheltief in ausgelaufenem Kühlwasser, in meinem Keller vor einem Haufen Sondermüll der besonders teuren Sorte. Viele keineswegs smarten sondern starr nach Plan terminierte Wartungen und einige kostspielige – persönlich, von mir am Telefon organisierten – Reparaturen später steht fest: „smart“ und „connected“ war an dieser Anlage nichts.

    So stellte sich heraus, dass die Verbindung mit dem Internet eigentlich nur bedeutete, dass man (Betonung auf:) eventuell eine E-Mail bekam, wenn es eine Störung gab. Diesen Störfall hatte man aber meistens schon vor Ankunft der E-Mail bemerkt, da es im Haus etwas kühl geworden war – oder daran, dass das Fehlerlämpchen an der mal wieder persönlich von mir, inzwischen schon fast routinemäßig, inspizierten Anlage blinkte. Fernwartung oder -fehlererkennung? Gar predictive maintenance? Fehlanzeige! Nein: Trotz Meldetechnik aus 2015 musste, ganz wie 1985, die Anlage erst kaputt gehen und wir einige Wochen vor eilends herbeigeschafften Heizelementen ausharren, bis ein Techniker von Vaillant vorbeikam.

    Und dieser hatte dann keinen Zugriff auf die möglicherweise für die Fehlerdiagnose und -behebung relevante Daten. Denn diese wurden schlichtweg nicht erfasst. Ja, richtig: Die Anlage wurde als „smart“ verkauft und kann sich mit dem Internet verbinden, kann sich vermutlich ein Instagram-Konto anlegen, nur: Nützliche Daten über den eigenen Betrieb kann sie nicht sammeln. Das könnte ja zu einer Profilierung von unserem Verbrauch führen und sei – hat mir einer am Telefon nach einem verzweifelten Wutausbruch meinerseits erklärt – nicht mit den hierzulande geltenden Vorstellungen vom (ja, ihr ahnt’s schon) Datenschutz vereinbar!

    Meiner Vorstellung von Datenschutz entspricht es allerdings auch nicht, das Vaillant mir eine Anlage geliefert hat, die sich mit dem Internet verbinden, mich aber nicht vor den allzu häufigen Störungen mit Daten über Verbrauch, Stillzeiten usw. schützen kann. Das ist das Schlechteste aus beiden Welten: Hacker könnten bei Vaillant eindringen, meine Anschrift samt IP-Adresse meiner Heizung erbeuten – und für dieses Risiko bekomme ich: Nichts.

    Schlusspointe: Bei unserem ach so auf Qualität und Langfristigkeit bedachten Mittelständler Vaillant (Website-Banner: „Umweltfreundliche Heizlösungen“ und Hashtag #warumwarten) besteht die vorgeschlagene Lösung in der Verschrottung unseres fünf Jahre alten Blockheizkraftwerk – zusammen mit einem Kostenvoranschlag(!) für ein Neues. Hmm. „Blockheizkraft? Nein danke!“

    Wir schreiben also 2021 und ich habe mein „smartes“ Blockheizkraftwerk grade ersetzen lassen, in der stillen Hoffnung es möge irgendwie funktionieren. Ja, soweit hat mich Deutschland, hat mich der deutsche Mittelstand mittlerweile. Ich glaube, als nächstes rufe ich bei Telefunken an: Vielleicht haben die noch ein Faxgerät für mich übrig. 

  • Amazon Dorf Talk – Amazon Update April 2021

    Amazon Dorf Talk – Amazon Update April 2021

    Heute gibt es einen bunten Blumenstrauß an Themen: Was war los bei Amazon im April 2021? Wir haben uns den 2020 Letter to Shareholders angeschaut und auch die neue Amazon App etwas genauer unter die Lupe genommen. Welche Änderungen wird bzw. gibt es in der Portfoliostruktur?

    • Intro
    • 2020 Letter to Shareholders (ab 1:25)
    • Die neue Amazon App – von der Suchmaschine hin zu Inspiration (ab 6:48)
    • Änderungen/Umdenken hinsichtlich Portfoliostruktur (ab 14:31)
    • Schlusswort (ab 25:43)

  • Rechtstexte für Websites und Online Shops digitalisiert

    Rechtstexte für Websites und Online Shops digitalisiert

    Niklas Plutte ist Gründer und Geschäftsführer von avalex GmbH, einem Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat  Rechtstexte für Websites oder Online Shops zu erstellen, die sich dann automatisch an die aktuelle Rechtslage anpassen. Wie funktionieren die Prozesse dahinter und wäre die Idee noch erweiterbar bzw. gibt es Konkurrenz? Danke Niklas für einen spannenden Einblick und weiterhin viel Erfolg!

    • Intro Thematik und Niklas Plutte
    • Vorstellung avalex GmbH (ab 3:13)
    • Zielkunden von avalex (ab 6:00)
    • Könnte avalex auch als Abmahnbusiness funktionieren? (ab 7:46)
    • Rechtsanwälte und Digitalisierung, wie ist da der Stand? (ab 9:40)
    • Wird es in Zukunft beispielsweise auch Möglich sein gesellschaftsrechtliche Verträge so abzubilden, oder andere Bereiche? (ab 12:36)
    • Kundenakquise (ab 17:38)
    • Wie steht es um Notare und Digitalisierung? (ab 24:40)
    • Abschluss (ab 29:09)

  • Amazon Dorf Talk – Mythen zum Thema Vendor vs. Seller

    Amazon Dorf Talk – Mythen zum Thema Vendor vs. Seller

    In der heutigen Ausgabe sind Christian Otto Kelm und ich zusammen mit Frank Holzweissig, Leiter E-Commerce bei Rotho Kunststoff AG, noch einmal tiefer in das Thema Vendor vs. Seller eingestiegen. Welche Mythen bestehen rund um diese Thematik? Wie können sich Unternehmen mit Amazon besser aufstellen bzw. besser einigen?

    • Intro
    • Lieblingsmythos 1 : Thema Arbeitsaufwand (ab 2:30)
    • Mythos 2: Thema Logistik (ab 6:12)
    • Mythos 3: Thema Pricing (ab 18:24)
    • Mythos 4: Thema Erreichbarkeit 24/7 (ab 29:48)
    • Zusammenfassung und Abschluss (ab 36:24)

  • Was ist Amazons Business?

    Was ist Amazons Business?

    Es ist eins dieser schönen Zitate, die – losgelöst von seinem Urheber und in leicht abgewandelter Form – seit Jahrzehnten immer wieder die Runde machen: „The business of America is business.“ Damit soll der wirtschaftsfreundliche Präsident Calvin Coolidge einmal zusammengefasst haben, worum es in den USA geht: ums Geschäft. Auch Ronald Reagan soll das gesagt haben, sowie jede Menge andere Wirtschaftsliberale, die den Vorrang von ökonomischer Aktivität in der Politik der USA und nicht zuletzt in der Gesellschaft des Landes unterstreichen wollten.

    Heute möchte ich den altbewährten Spruch leicht zweckentfremden, um einen anderen Befund zu umschreiben: „Increasingly, the business of Amazon is Business.“  Was ich damit meine: Amazon Business, der seit 2015 bestehende B2B-Marktplatz des Seattler Giganten, wächst immer schneller und wird strategisch gesehen immer zentraler. Dabei gehen dieses Wachstum und die damit beginnende Verschiebung der Gewichte wegen der pandemiebedingten Explosion in den Amazon-B2C-Zahlen beinahe von der Fachöffentlichkeit vollkommen unbemerkt vor sich.

    Das ist ja insofern nachvollziehbar, als das Amazon insgesamt nach Berechnungen des Kollegen Grafs 2020 um 500 Millionen Dollar pro Tag gewachsen ist. Wenn der Konzern also, wie am 15. März 2021, eine Pressmitteilung herausgibt, in der es heißt, dass der Jahresumsatz von Amazon Business mittlerweile die 25-Milliarden-Dollar-Marke erreicht, sorgt das verständlicherweise nicht unbedingt für großes Aufsehen. Sind das umgerechnet doch gerade mal 50 der 366 Tage im Jahr 2020!

    Legt man aber die Amazon-Verkleinerungsbrille ab und betrachtet die Zahl 25 Milliarden Dollar für sich, wird einem wieder klar, worum es hier geht. Umso mehr, wenn man sich auch noch dazu ein paar Gedanken zur Natur des Marktes macht.

    Erst einmal zur Einordnung der Größe. Ja, Amazon mag für 2020 einen Umsatz von insgesamt kopfzerbrechenden, alle bisherigen Maßstäbe übertreffenden 386 Milliarden Dollar ausgewiesen haben. Schieben wir das aber gedanklich beiseite und fügen wir kurz, die 25 Milliarden Dollar – also: rund 20 Milliarden Euro – von Amazon Business in der Umsatztabelle der DAX-Konzerne ein. Siehe da: Nur Amazon Business erreicht bereits nach fünf Jahren Bestand einen guten Mittelfeldwert und ist so ungefähr gleich auf mit den Industriekonzernen Henkel (Gründunggsjahr 1876) und Linde (gegründet 1879).

    Von Null auf Henkel in nur fünf Jahren, also. Ohne die Corona-Supernova im etablierten B2C-Geschäft würde vermutlich Amazon Business die Schlagzeilen machen. Zumal sich die Kundenkartei zwischenzeitlich in einer veritablen „Best of“-US-Wirtschaft verwandelt hat – mit einer Sonder-Zustatz-Edition „Public Procurement“. Etablierte corporates wie Citigroup, Intel, Cisco und ExxonMobil sind in der Pressemitteilung nämlich genauso aufgelistet wie eine Tech-Firma wie Uber; ebenfalls dabei bei Amazon Business sind die Einkäufer von 45 der 50 US-Bundesstaaten und 90 der 100 größten Städten und Gemeinden, zudem eine Reihe von Universitäten, Krankenhäuser und anderen öffentlichen Einrichtungen. Das alles habe ich noch nicht in die für den deutschen Journalismus gängige Einheit „Saarland“ umgerechnet, aber das Einkaufsvolumen allein aus den Verwaltungen der Bundesstaaten dürfte das Mehrfache dessen aller Ministerien in Saarbrücken bei weitem übertreffen.

    Strategisch ist das natürlich von kaum zu unterschätzender Wichtigkeit, wenn sich Amazon neben den Löwenteil des Einzelhandels auch noch nennenswerte Prozente des Industriegroßhandels und nicht zuletzt große Volumina aus Bedarfskäufen durch die öffentliche Hand sichert. In die Zukunft projiziert also: „The business of Amazon is Business.