Schlagwort: Digitaler Wandel

  • Amazon Dorf Talk – Wie verlief der Prime Day 2020?

    Amazon Dorf Talk – Wie verlief der Prime Day 2020?

    Am 13. und 14. Oktober 2020 fand der diesjährige Amazon Prime Day statt. Christian Otto Kelm und ich haben uns dazu einmal ausgetauscht. War der Prime Day 2020 erfolgreich und was können wir aus den Ergebnissen für das Weihnachtsgeschäft lernen?

    • Intro
    • Erste Einschätzungen zum Prime Day 2020 (ab 1:59)
    • Was führte zu dem diesjährigen Ergebnis? Ist Amazon überlastet? (ab 8:23)
    • Welche Probleme kamen durch den Prime Day 2020 bei Amazon ans Licht und was bedeutet das für den Weihnachtseinkauf in diesem Jahr? (ab 14:15)
    • Selbst Lego scheint in diesem Jahr hinsichtlich Weihnachtsgeschäft „planlos“ (ab 19:59)
    • Wer hat denn einen Plan für das diesjährige Weihnachtsgeschäft? (ab 23:37)
    • Daten zum Prime Day 2020 (ab 27:21)
    • Zusammenfassung und Abschluss (ab 34:52)

  • Gesundheitscheck: Infrastruktur für Digital-Health (Teil 1)

    Gesundheitscheck: Infrastruktur für Digital-Health (Teil 1)

    Demnächst erscheint „Digitaler Puls“, eine ganzheitliche Analyse der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen, die ich zusammen mit Luisa Wasilewski geschrieben habe. Unsere zentrale These ist, dass sich Patienten zu Gesundheitskunden wandeln – und dabei ihre Erwartungen und Gewohnheiten als Konsumenten zunehmend auf Gesundheitsleistungen übertragen. Schon beim Beginn der Arbeit am Buch vor über einem Jahr waren wir fest davon überzeugt, dass dem Gesundheitswesen hierzulande ein Umbruch unbekannten Ausmaßes bevorsteht. 

    Dann kam die Corona-Pandemie und zeigte uns, dass dieser Umbruch schneller und umfassender vonstattengehen würde, als wir anfangs angenommen hatten. In dieser kurzen Artikel-Serie möchte ich aus dem Buch drei Fallbeispiele von Marktentwicklungen vorstellen, die gerade in der Corona-Krise besonders aktuell sind. Es wird um die drei Säulen der sich abzeichnenden Infrastruktur für Digital Health in Deutschland gehen – eine Infrastruktur, die durch das Ende 2019 verabschiedete Digitale-Versorgungsgesetz (DBG) die Grundlagen geschaffen hat und deren Errichtung sich nun in der Pandemie im Eiltempo vollzieht.

    Fallbeispiel Nr. 1: Online-Handel und E-Rezept

    In diesem ersten Fallbeispiel geht es um die Säule der digitalen Infrastruktur, die am weitesten entwickelt ist: Der Online-Handel mit Apothekerware und Arzneimittel sowie das E-Rezept. Für beides stehen schon die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Zudem liegt mitten in einer Pandemie der Nutzen von kontaktloser Verschreibung und Versendung von Medikamenten auf der Hand. Aber das eine tragende Säule ausgebildet ist, heißt noch nicht, dass sie schon zum Tragen kommt.

    Das Fallbeispiel ist aus diesem Herbst. Vor einigen Wochen wollte ich meine Kinder gegen die Grippe impfen lassen. Das sollte, könnte man meinen, gar nicht so schwierig sein. Haben wir doch einen Hausarzt, der mit uns auch gleich einen Termin vereinbarte. Eine Woche vor Termin kam dann der Anruf: Es gäbe in den Apotheken im Umkreis keinen Impfstoff mehr, wir könnten es jedoch selbst noch bei anderen Apotheken versuchen. Nachdem wir eine ausfindig machen konnten, brauchten die wiederum das Rezept ausgedruckt. Ich fuhr also zum Arzt, um die Rezepte zu holen. (Übrigens: Bei uns auf dem niedersächsischen Flachland darf man ruhig jeden Weg mit mindestens 20 km anschlagen.) Dann ging es weiter zur Apotheke, wo sie den Impfstoff bestellten, den wir dann wiederum einige Tage später kurz vor dem Impftermin selbst in der Apotheke abholen mussten. 

    Dass ich im Pandemie-Herbst 2020 wirklich noch in verschiedenen Orten persönlich vorstellig werden muss, um für meine Kinder eine vom Bundesgesundheitsminister empfohlene Impfung zu bekommen, ist eigentlich mit nichts mehr zu rechtfertigen. Erst zum Spritzen bzw. in diesem Fall “schnupfen” der Impfung müsste ich eigentlich mit meinen Kindern in die Praxis oder in die Apotheke. Weder technologisch noch regulatorisch gesehen gibt es irgendeine Hürde: Ärzte dürfen Teletherapie anbieten; Apotheker sollten eigentlich schon mit E-Rezepten arbeiten können und dürfen eigentlich auch mit entsprechender Genehmigung Medikamente versenden. Nur sieht die Realität noch nicht ganz so aus. 

    Zum einen tendiert die Anreizstruktur immer noch dazu, stationäre Präsenz zu favorisieren. Zum Beispiel: Obwohl sie theoretisch seit Ausbruch der Pandemie unbegrenzt viele Videosprechstunden von den Krankenkassen vergütet bekommen, müssen Ärzte nach wie vor Abschläge hinnehmen, wenn der Patient innerhalb eines Quartals nicht zumindest einmal in die Praxis kommt. Zum anderen sah das Gesetzesprojekt zur Einführung des E-Rezepts einen Übergang bis Mitte 2021 vor und man als Konsument eigentlich erwarten könnte, dass dieser Zeitraum nicht voll ausgenutzt wird, sondern schon schnell im Sinne des Gesundheitskunden gehandelt wird. 

    Diese Realität wird sich aber in den kommenden 12 Monaten schnell ändern. Bereits vor der Corona-Pandemie verstanden es viele Versicherte in den Großstädten nicht mehr, dass sie sich alles von Salami-Pizza bis Kürbissuppe, von Poké-Bowls bis Perlhuhnrisotto binnen 30 Minuten nach Hause liefern lassen konnten, dass es aber nicht möglich war, ohne erneuten Arztbesuch und anschließendem Gang zur Apotheke auch nur eine zweite Verschreibung für ein bereits einmal verordnetes Medikament zu bekommen. Wir auf dem Land haben zwar keine so hochgeschraubten kulinarischen Erwartungen, wenn es um Lieferservice geht, wir sehen aber auch, dass Amazon & Co. uns zuverlässig alles – inklusive einiger nicht-verschreibungspflichtigen Pharmaprodukte – auch ins letzte Dorf liefern.

    Das heißt im Klartext: Sobald ich den Arzt finde, der mir bei Bedarf einen Video-Termin anbietet und dann ein E-Rezept ausstellt, dass ich online einlösen kann, bin ich dabei. Und bin bestimmt nicht der Einzige. Gewinnen werden also die Arztpraxen, die bereit sind, mit einer neuen Kostenstruktur zu arbeiten – und vor allem Videosprechstundenanbieter wie Kry und TeleClinic, deren Geschäftsmodell schon immer ausschließlich auf Telemedizin ausgerichtet war. Ich vermute, schon für die Grippeimpfung im Herbst 2021 wird sich mein Fallbeispiel ganz anders lesen – vielleicht so: „Ich skypte mit einem Arzt. Er verordnete die Impfung und wies mir einen Apotheker zu, der das E-Rezept annahm und mir per SMS ein Zeitfenster versandte. Ich fuhr hin und ließ meine Kinder impfen.“ Ende der Geschichte.

     

    Mehr Infos zu „Digitaler Puls“: https://digitalerpuls.healthcare 

    Ab sofort kann das Buch vorbestellt werden: https://www.amazon.de/Digitaler-Puls-Gesundheitsmarkt-digital-handeln/dp/3456860803/

  • Digitalisierung: Was die Healthcare-Branche vom Handel lernen kann

    Digitalisierung: Was die Healthcare-Branche vom Handel lernen kann

    Die digitale Transformation der Healthcare-Branche beschleunigt sich seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie mit jedem Tag. Dass die Akzeptanz für digitale Gesundheitsservices steigt, hat aber auch mit dem sich immer stärker wandelnden Konsumverhalten der Menschen zu tun. Konsumenten sind es dank der Innovationen im E-Commerce gewohnt, Produkte und Services jederzeit, schnell und preiswert zu bekommen. Ihnen ist dabei primär egal, welche Marke dahinter steckt – Hauptsache, sie bekommen bequem das, was sie wollen.

    So ermöglicht die Digitalisierung den Aufstieg und den Erfolg von Unternehmen, die eines verstehen: ihr Angebot auf die Bedürfnisse der Kunden zuzuschneiden. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass Patienten nicht länger nur passiv agieren und “alles mit sich machen lassen”, sondern mehr und mehr Aspekte ihrer “Patient Journey” – das Gegenstück zur “Customer Journey” im Handel – hinterfragen. Von der Kompetenz von Ärzten über Methoden zur Diagnose und Therapie aller Arten von Krankheiten bis hin zur Wahl der Medikamente: Patienten können online und mobil mit wenigen Klicks eine geeignete Praxis ausmachen, Behandlungsansätze vergleichen und – schon heute in einem bestimmten Rahmen – Pharmaka bestellen. Es zeigt sich: Das veränderte Konsumverhalten überträgt sich mehr und mehr auf den Gesundheitsmarkt. Aus “Patienten” werden gewissermaßen “Gesundheitskunden”.

     

    Drei Lehren aus dem Handel

    Was bedeutet das für die Healthcare-Branche? Nun, sie hat einen gewaltigen Vorteil: Die Entwicklungen, die die Digitalisierung provoziert, sind gewissermaßen absehbar und vom kundenzentrierten E-Commerce ableitbar. Die Parallelen lassen sich wie folgt darstellen:

    • Steigende Transparenz sorgt für Wegbruch von klassischen Intermediären

      Das Internet hat Schritt für Schritt dafür gesorgt, dass die Vergleichbarkeit von Services und Produkten für den Einzelnen immer einfacher wird. Dadurch wird etwa die Preisgestaltung transparenter. Zudem sorgen digitale Kanäle dafür, dass Hersteller und Konsumenten direkt in Kontakt treten und Geschäfte abwickeln können. Das führt zum Wegbruch von Zwischenhandelsstufen und begünstigt den Aufstieg von Plattformen. Das wird  – so die Anforderungen an die Datensicherheit gewährleistet sind – im Gesundheitsbereich nicht anders sein.

     

    • Bisherige Gatekeeper werden in Frage gestellt oder obsolet

      Weil sich Konsumenten an den ständigen Vergleich und einen nahezu uneingeschränkten Zugang zu Informationen gewohnt haben, hinterfragen sie heutzutage viel eher die Aussagen und Handlungen von Gatekeepern – seien es Verkäufer oder Mediziner. Das merken besonders Ärzte, die immer öfter in Konkurrenz zu “Dr. Google” stehen. Auch Krankenkassen agieren immer öfter nach “Kundenbedürfnissen” und zahlen deshalb zum Teil sogar für homöopathische Behandlungen. In letzter Konsequenz bringt die Digitalisierung so eine Verschiebung im Machtgefüge zwischen Patienten und Teilnehmern des Gesundheitsmarktes.

     

    • National geprägte und regulierte Märkte werden durch internationale Player disruptiert

      Durch die Digitalisierung werden Geschäfte globaler, die Markteintritte für internationale Player immer denk- und umsetzbarer. Derzeit bestimmen die drei As den Handel: Amazon, Alibaba und Apple. Weil im Gesundheitsmarkt viel Potenzial liegt, wachsen Investments und Einfluss auch dort. Im Fall von Apple denke man an die Smart Devices zum Tracking von Gesundheitsfunktionen des Körpers sowie die gesamte, daran anschließende “App Economy”. Die Technologie ist der anderer (etablierter) Hersteller und zum Teil auch unserer deutschen oder europäischen Gesetzgebung meilenweit voraus. Wer will aber ernsthaft daran zweifeln, dass Gesundheitsangebote künftig nicht auch aus dem Ausland kommen?

     

    Die gute Nachricht für all die, die in der Digitalisierung missbilligend nur den Weg zum effizienteren Verkauf von Schuhen gesehen haben: Hier geschieht etwas, das unser aller Leben wirklich besser machen wird.

     

    ### In eigener Sache: Unser Buch “Digitaler Puls” erscheint! ###

    Gemeinsam mit Luisa Wasilewski habe ich ein Buch über die Digitalisierung der Healthcare-Branche geschrieben. „Digitaler Puls“ ist Wissensspeicher und Ratgeber für alle, die den Wandel im Gesundheitsmarkt verstehen und in der neuen Marktdynamik relevant bleiben wollen. Das Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die letzten 20 Jahre Digitalisierungsgeschichte des Gesundheitsmarktes und gibt einen umfassenden Einblick in den heutigen Status quo. Abschließend wird diskutiert, wie und ob sich eine Plattformökonomie, ähnlich zum E-Commerce, auch im Gesundheitswesen durchsetzen wird und wer die relevanten Player sein könnten.

    Mit „Digitaler Puls“ wollen wir unseren Teil dazu beitragen, dass die Chancen der Digitalisierung im Healthcare-Bereich verstanden und genutzt werden können. Also: Lasst und jetzt digital handeln!

    Mehr Infos zu „Digitaler Puls“: https://digitalerpuls.healthcare 

    Ab sofort kann das Buch vorbestellt werden: https://www.amazon.de/Digitaler-Puls-Gesundheitsmarkt-digital-handeln/dp/3456860803/ 

  • Amazon Dorf Talk – Enge Angebotsaktionen, welche Auswirkungen haben sie?

    Amazon Dorf Talk – Enge Angebotsaktionen, welche Auswirkungen haben sie?

    Unsere These: Die Private-Label-Blase wird in naher Zukunft platzen. Amazon macht im Jahr verschiedene Angebots-Rabattaktionen. Die Vendoren werden direkt von Amazon darüber informiert wann und wieviel sie bestellen und einlagern müssen. Die Ware ist also verfügbar und auslieferbar. Bei den Sellern ist dieser Service nicht so gegeben, sie müssen sich selbst herleiten wieviel sie einlagern müssen. Sie haben somit zwei Herausforderungen, entweder sie lagern viel ein, wenn sie dürfen und haben dann viel Geld und Ware gebunden oder Amazon gibt ihnen noch nicht einmal die Chance die Waren einliefern zu können und somit ist sie dann auch nicht bestellbar. Probleme sind vorprogrammiert, was können Seller tun? In diesem Jahr gibt es zudem drei Rabattaktionen in kürzester Zeit hintereinander. Was bedeutet das?

    • Intro zur Thematik
    • 3 Bestellpeaks, verbunden mit Aktionen, hintereinander in kürzester Zeit. Was bedeutet das? (ab 5:00)
    • Welche Möglichkeiten hat ein Seller, der nicht mehr alles bei Amazon einlagern kann? (ab 7:52)
    • Wie wirkt sich diese Bestellreihe auf das Geschäft der Vendoren aus? Welche Rolle spielen historische Daten? (ab 10:40)
    • Müssen Seller bei den Abverkauf-Events unbedingt mitmachen? (ab 20:54)
    • Digitalisierung schafft Transparenz und zerstört Zwischenhandelsstufen (ab 25:47)
    • Zusammenfassung und Abschluss (ab 27:45)

     

     

  • Amazon Dorf Talk – Platform und M&A

    Amazon Dorf Talk – Platform und M&A

    Im heutigen Gespräch haben wir uns einmal Firmen angeschaut die auf und über Amazon verkaufen. Diese Seller machen einen großen Teil des Wertversprechens von Amazon aus, indem sie verschiedenste Produkte mit auf die Platform ziehen. Wie sehen hier die M&A Aktivitäten rund um Amazon im Moment aus? Was sind die Unterschiede zwischen den USA und Europa?

    • Vorstellung M&A Thematik
    • Ein Blick in die USA (ab 3:21)
    • Erklärungsansatz – Renaissance der E-Commerce Modelle (ab 9:36)
    • Wie sieht es in Europa und Deutschland aus? (ab 16:55)
    • Warum sind in Europa größere Firmen immer noch zögerlich, sie müssten doch quasi „nur noch“ Amazon Know how einkaufen? (ab 31:81)
    • Abschluss (ab 36:25)

  • Von IKEA, Click & Collect und Cupcakes

    Von IKEA, Click & Collect und Cupcakes

    Wer dieser Tage mal bei Hamburg Eins reinhört, dem wird die neue IKEA-Werbung wohl mehr als geläufig sein. Wird man doch damit regelrecht zugeballert, wenn man den Lokalsender hier an hat. Und anderswo in der Republik wird das wohl auch nicht anders sein. Einige von euch werden den Spot also genauso gut nicht mehr hören können, wie ich.

    Dabei geht es mir gar nicht so sehr darum, dass der IKEA-Spot so oft läuft. Klar, es nervt immer, wenn einem eine Werbung gefühlt 20-mal am Tag vorgespielt wird, obwohl man nur ein paar Stunden das Radio laufen hat. Aber das war nie anders. First rule of ad-club: Damit die Werbung wirkt, muss sie bis zu dem Punkt wiederholt werden, an dem sie allen zum Hals raushängt – und dann noch mehr.

    Klingt nach tollem Angebot – ist es aber nicht

    Nein, was mir an dieser IKEA-Werbung so unheimlich auf den (‘tschuldigung) Sender geht: Das Gefühl, als Konsument überhaupt nicht für voll genommen zu werden. Da wird mir nämlich von einem freundlichen „IKEA Mitarbeiter“ (der sich verdächtig wie ein unterbeschäftigter Synchronsprecher anhört) in penetrant schlichten Sätzen erklärt, wie toll folgendes Konzept sei: „Bestelle online, wir packen es für dich im Laden zusammen und du holst es ab!“

    Als ich die Werbung das erste Mal gehört habe, löste sie bei mir in etwa folgenden inneren Monolog aus: „Bestelle online“ – Gerne doch, das mache ich doch glatt! „Wir packen es für dich im Laden zusammen“ – Find‘ ich auch gut. Schließlich bin ja ich zu Hause und seid doch ihr im Laden. Funktioniert also viel besser, wenn ihr das macht. Komisch allerdings, dass das noch extra aufgeführt werden muss. Schließlich brüstet sich Amazon nicht damit, dass seine Mitarbeiter meine Bestellung für mich kommissionieren… „Und du holst es ab!“ Soso. Da ist also der Haken an der Sache. Hätte ich mir ja denken können.

    Denn bei IKEA ist es seit Jahr und Tag oberstes Gebot, den Kunden unter allen Umständen in den Laden zu bringen. Alles andere – was der Kunde denn eigentlich möchte; was längerfristig gesehen kommerziell sinnvoll wäre; was mittlerweile überhaupt marktfähig ist – wird dem einzigen Ziel untergeordnet, den Kunden sonnabends durch den stationären Spießrutenlauf zu jagen, damit er am Ende als Trostpreis mindestens ein paar hochmargige Kleinartikel mitnimmt und seine schreienden Kinder mit nach Behördenkantine duftenden Köttbullar und Industrieeis vom Allerfeinsten besänftigt.

    Kundenzentriertes (Online-)Shopping? Nicht mit den Schweden!

    Das kriegt man schon dann zu spüren, wenn man auf Ikea.de geht – und (am Abrufdatum 18.09.) an belanglosen Pressemitteilungen wie „Der neue IKEA Katalog ist da!“ und „Am 20.09. ist Weltkindertag“ vorbeiscrollen muss, bevor überhaupt etwas leidlich Online-Shop-mäßiges kommt. Und auch hier prangt ganz oben das erste Gebot: „Click & Collect: Online bestellen, im Einrichtungshaus abholen“. Was allerdings noch nicht kommuniziert wird (auch nicht in der Radiowerbung): Click & Collect gibt es nicht umsonst! Für ein Warenwert bis 300 Euro berechnet IKEA ja bekanntermaßen unverschämte 39 Euro für die Lieferung nach Hause (ja, mehr als 10% drauf als Liefergebühr – IKEA macht’s möglich). Aber noch unverschämter: Selbst für Click & Collect werden für denselben Warenwert 10 Euro berechnet.

    Das heißt im Klartext: Ich darf selbst – auf eigene Spritkosten – zum IKEA-Einrichtungshaus irgendwo am Stadtrand fahren und höchstpersönlich die sperrigen, unhandlichen, schweren Sachen ins Auto wuchten, bevor ich wieder auf eigene Spritkosten dieselbe Strecke zurücklege, um meine noch aufzubauenden Möbel im Schweiße meines Angesichts ins Haus zu hieven. Und das kostet mich auch noch 10 Euro. Zum kurzen Vergleich: Bei Home24 werden mir die Sachen frei Haus geliefert und sogar eine eventuelle Retoure wäre für mich kostenfrei.

    Cupcakes und Köttbullar

    Die New Yorker haben für solche haarsträubenden Versuche, ihnen einen schwerwiegenden Nachteil als sensationelles Verkaufsargument unterzujubeln, einen für ihr hartes Pflaster typisch flapsigen Ausruf: Don’t shit on my cupcake and tell me it’s icing!

    So möchte ich rufen: „IKEA, hör endlich auf, Köttbullarhaufen auf alles zu setzen und dann noch zu behaupten, dies sei ein besonderer Service!“ Aber nein! Anstatt endlich mal einen konkurrenzfähiges Online-Angebot zu machen, befüllte der Möbelriese während der Pandemie auch noch das Internet mit teuer produzierten Videos, die mir weismachen wollen, wie toll es sei, selber zu einem IKEA-Standort zu fahren und umständlich eine eigentlich bestens mit dem Paketdienst zu versendende Bestellung abzuholen.

    Click & Collect? Der einzige Klick, den ich hier betätige, ist der Klick weg – zum nächsten Anbieter. Dann stehe ich auf, um das Radio auszumachen.

  • Corona: Bilanz und Aussicht – Sieben Trends nach sechs Monaten Pandemie

    Corona: Bilanz und Aussicht – Sieben Trends nach sechs Monaten Pandemie

    Ein halbes Jahr, nachdem die Corona-Pandemie weltweit zu den gravierendsten Einschränkungen im Wirtschaftsleben führte, die es je zu Friedenszeiten gegeben hat, kann man eine erste Langzeitbilanz ziehen. Diese beginnt mit der Feststellung, dass Corona wider allen Hoffnungen kein vorübergehendes Phänomen war. Vielmehr ist das Virus gekommen, um erst einmal zu bleiben; es hat bereits jetzt die globale Wirtschaft nachhaltig verändert und wird dies auch weiterhin tun. 

    Einige Entwicklungen hat die Pandemie lediglich beschleunigt, da sie bereits im Gange waren. Andere wären ohne das Auftreten der Seuche hingegen nie passiert. Für beide Fälle gilt: Selbst wenn – in vielen, vielen Monaten oder gar Jahren – Corona hinter uns liegt, werden viele wirtschaftliche Vorzeichen andere bleiben.

    Diesen Umbruch und sein Ausmaß haben die meisten Wirtschaftsakteure auch verstanden. So ist aus der bangen Frage, ob es langfristige Veränderungen geben wird, nun die sorgfältige Überlegung geworden, welcher Art diese Veränderungen denn genau sind. Hier möchte ich mich an eine Zusammenfassung des von Corona verursachten Wandels wagen und den sich daraus ergebenden Handlungsbedarf identifizieren – aus der Sicht eines Unternehmers in der Digitalbranche und mit dem Blick klar nach vorn gerichtet. Für mich lassen sich die Veränderungen in sieben große Trends zusammenfassen.

    1) Das Kundenverhalten ist nachhaltig digitaler geworden

    Die erste große Veränderung, die auch alle anderen mitbedingt: Alle – und das ist die Neuigkeit – alle Kaufentscheidungen sind digitaler geworden. Dass Konsumenten seit Jahren zunehmend digital unterwegs waren, konnte zwar selbst an den optimistischsten Vertretern des Modells “stationären Einzelhandel” nicht vorbeigehen. Es gab aber viele Bereiche, die weniger tangiert waren: der Lebensmitteleinzelhandel zum Beispiel oder die Gastronomie. Zudem: Obwohl immer mehr Verbraucher ins Netz wanderten, wurden viele geschäftliche Kaufentscheidungen nach wie vor ohne nennenswerte digitale Komponente gefällt. Im B2B rumorte es, Amazon Business machte Schlagzeilen. Aber alles schien beim Alten zu bleiben. Die Vertriebler fuhren weiterhin durchs Land, die Bestellungen kamen noch oft telefonisch oder per Fax. Viele Einkäufer und Beschaffer konnten oder durften das Internet höchstens zu Informations- und Preisvergleichszwecken nutzen.

    Die wegen Corona aufgelegten Einschränkungen im öffentlichen und geschäftlichen Leben haben im Handumdrehen und durch die Bank das Verhalten von Kunden und Käufern nachhaltig digitaler gemacht. Möglichkeiten, die bereits seit Jahren technisch vorhanden aber noch nicht mehrheitsfähig waren, wurden über Nacht Alltagswirklichkeit. Einige Konsumenten, die schon mal mit Online-Essens- und -Getränkelieferdiensten geliebäugelt hatten, aber doch aus Gewohnheit weiterhin in den Supermarkt gingen, verlagerten ihr Einkäufe ins Netz. Lieber online bestellen, als die in Gänge des örtlichen REWE gehen, die einem Schlachtfeld zu gleichen schienen. Restaurants, die nicht mal eine Webseite hatten, gingen über Nacht in Scharen zu Lieferplattformen, um zumindest mit Essen zum Mitnehmen etwas Umsatz zu retten. Als sie wieder öffnen durften, listeten sie sich bei Online-Reservierungsdiensten, weil die Kunden nicht mehr „mal eben reinschauten“ – und ihre Kontaktdaten müssen sich Gastronomen jetzt aufgrund der Hygienevorschriften sowieso geben lassen.

    Im B2B war der Außendienst über Wochen festgesetzt, Büros monatelang verwaist. Ein Normalbetrieb mit viel persönlichem Kontakt war nicht denkbar. Mehr noch: Die Geschäftskunden – und die Vertriebler selbst – sind ja auch Privatmenschen, die während der Zeit der Einschränkungen die Erfahrung machten, dass sie sich fast alles nach Hause liefern lassen konnten. Selbst dann, als viele Bereiche des Geschäftslebens im Mai und Juni wieder hochgefahren wurden, war es schlichtweg keinem mehr zu vermitteln, dass zum Vertragsabschluss ein Handelsreisender mehrere hundert Kilometer durchs Land fahren muss, um den Kunden dann nicht einmal bei der Unterzeichnung die Hand zu geben. Die Lehre stattdessen: Viele Vertriebsgespräche, Beratungen und Verhandlungen können komplett digital abgebildet werden – und sollen es ja jetzt auch. Einiges davon lässt sich sogar automatisieren und mittelfristig sowohl für den Kunden als auch für den Verkäufer eleganter und zeitschonender organisieren. 

    In allen Bereichen also ist das Kundenverhalten nachhaltig digitaler geworden. Wer auf Händler- oder Herstellerseite kein Konzept hat, wie dem Rechnung getragen werden kann, ist bereits heute ein gutes Stück weniger relevant geworden – und kann in der kommenden Zeit nur weiter an Bedeutung einbüßen.

    2) Hersteller trennen sich von etablierten Vertriebsstrukturen

    Mehrstufige Vertriebsmodelle sind nicht länger relevant. Diese zweite Veränderung wird im hohen Maße durch die erste bedingt. Denn in einer Welt, in der fortan gleich mehrere Fragezeichen über den Verkaufsflächen stationärer Händler schweben („Wird es wieder Einschränkungen in Kreis soundso geben?“, „Kann man in Geschäften mit Klimaanlagen sicher einkaufen?“ usw.), haben die meisten klassischen Partner im mehrstufigen Vertrieb nun ein Glaubwürdigkeitsproblem. Aber anstatt mit diesem offen umzugehen, verharren sie in der alten Attitüde, die Hersteller brauchten sie mehr, als sie die Hersteller brauchten.

    Diese Einstellung ist vielen Herstellern schon länger sauer aufgestoßen, wo doch gleichzeitig die Zugkraft der etablierten Vertriebswege spürbar nachließ. Zaghafte Versuche der Emanzipierung gab es schon einige. Und aus den jahrelangen Überlegungen, wie man vielleicht das Verhältnis zu starren, teils recht unangenehmen Handelspartnern neu gewichten könnte, ist nun zu Corona-Zeiten ein recht schlichtes Dilemma geworden: Hersteller müssen sich zwischen den Machtansprüchen ihrer schwächelnden Vertriebspartner und dem Überleben durch digitalen Direktvertrieb entscheiden. Da steht die Entscheidung natürlich von vornherein fest.

    Ein Beispiel, wie es gehen kann: Ab September wird mit “Mulan” zum ersten Mal ein Kassenschlager von Disney („Hersteller“ von Filmen) zuerst digital über den hauseigenen Streamingdienst Disney+ zu sehen sein, bevor er in die Kinos kommt. Ein Affront für Kinobetreiber („Händler“ von Filmen), wie sie ihn sich eigentlich nicht gefallen lassen. Noch letzten Herbst boykottierten Kinos den neuen Film von Martin Scorsese, weil er zunächst auf Netflix zu sehen war. Aber schon im Mai dieses Jahres konnten die auf behördliche Anordnung geschlossenen Kinos nur noch zusehen, wie Universal einen Streifen der Serie “Trolls” zuerst via Streaming rausbrachte – und damit 100 Millionen Dollar in drei Wochen einnahm. Dabei hatte der erste Film in den Kinos nur 120 Millionen Dollar eingespielt, und das über einen Zeitraum von fünf Monaten. Universal wird, genau wie Disney, schnell auf den Geschmack kommen, die profitablen Premiere-Wochen selbst abhalten. Sie dafür in einer Strafaktion „auszulisten“, kann sich aber kein Kinobetreiber mehr leisten.

    In allen Branchen stehen die Zeichen in der gleichen Weise auf Direktvertrieb: „D2C“ darf bereits jetzt das Kürzel des Businessjahres gelten. Volvo verkauft nun Autos direkt an Autofahrer. So simpel wie sich das so anhört, so bahnbrechend ist das in der Autoindustrie, in der mindestens sechs Jahrzehnte lang weltweit die Annahme galt, nur durch Händlernetze ließe sich Vertriebskompetenz sichern. Oder im Luxussegment, wo Hersteller zwar für teuer Geld Markenanzeigen in überregionalen Tageszeitung schalteten, das Geschäft aber dem Schmuckhändler an der Alster/in der Maximilianstraße/auf der Königsallee überließen. Patek Philippe bricht nun erstmals mit dieser Übereinkunft und verkauft direkt an den Kunden.

    Der Trend ist nicht zu übersehen: Hersteller lösen sich jetzt aus überkommenen mehrstufigen Vertriebsstrukturen. Dabei dient Covid-19 als willkommene – und faktisch schlecht zu widerlegende – Begründung pikierten Händlern gegenüber.

    3) Das Tempo der Digitalisierung nimmt zu

    Die Digitalisierung ist wahrlich nichts neues: Amazon feierte letztens sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum; Boris Becker sagte 1999 zum ersten Mal seinen Satz „Ich bin drin!“ in die Kamera; das vergleichsweise junge Zalando hat bereits 12 Jahre auf dem Buckel und ist somit schon fast ein Teenager. Auch sonst waren überall in den letzten Jahren zumindest zarte Anfänge der Digitalisierung zu beobachten. Selbst die Deutsche Bahn hat mittlerweile eine gut funktionierende App, über die Tickets gebucht werden können, und stattete 2019 endlich ihre ICE-Flotte mit halbwegs zuverlässigem Internet aus.

    Corona ist also nicht der Treiber der Digitalisierung: Es ist aber ein ungemeiner Beschleuniger dieser Entwicklung. Denn Unternehmen müssen jetzt deutlich mehr und deutlich schneller in die Technologie und Strukturen der Digitalisierung investieren, um zu überleben. Mit den ersten weitgehenden Einschränkungen im öffentlichen Leben wurden digitale Fähigkeiten vielerorts von nice to have zu absolut unabdingbar. Aufschieben, Abwarten, Anhalten: all das gilt nicht mehr – selbst für den knauserigsten Finanzvorstand oder den vorsichtigsten Datenschutzbeauftragten.

    Die Nutzung von remote-working-Lösungen für alle Mitarbeiter war dabei nur der erste Schritt – eine Notreaktion in den ersten Monaten. Nun müssen eine Reihe von internen und externen Prozessen wie Vertrieb, Buchhaltung, Kundenservice global geteilt und umgesetzt werden. Und obwohl es hier in erster Linie um die Versicherung der Funktionsfähigkeit in Zeiten von immer wieder aufflackernden Beschränkungen und örtliche Lockdowns geht, entfaltet sich dadurch eine Dynamik, die sich selbst verstärken wird.

    Selbst die einfachsten Beispiele verdeutlichen, warum die Beschleunigung nicht abnehmen, sondern nur noch zunehmen wird. Die Bäderland GmbH etwa, die in Hamburg die städtischen Schwimmbäder betreibt, setzte im Spätfrühling in Windeseile erstmals eine E-Commerce-Lösung auf, um mit den Lockerungen im Juni den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Dadurch, dass der Verkauf von Eintrittskarten ausschließlich über den Online-Shop erfolgte, konnte Bäderland nämlich die Zahl der Badegäste regeln und ließ sich dabei verifizierbare Kontaktdaten geben. Das erfüllte die Vorgaben des Gesundheitsamts – und bescherte der Betreibergesellschaft eine noch nie da gewesene Fülle an Kundendaten, die wiederum zur Leistungsverbesserung oder neuen Geschäftsmöglichkeiten dienen können (alles im Rahmen des Datenschutzes, versteht sich).

    Konkret: Angenommen, in einem oder zwei Jahren dürfen wieder unbegrenzt viele Menschen zu jeder Zeit in die Schwimmbäder gehen: Wird ein Betreiber, der bereits erfolgreich eine E-Commerce-Lösung eingeführt und über ein Jahr lang betrieben hat, diese deswegen wieder abschaffen? Viel besser vorstellbar ist, dass Bäderland bis dahin den entgegengesetzten Weg einschlagen und routinemäßig die vollen Möglichkeiten des digitalen Vertriebs ausschöpfen wird. Bereits auf Basis der schnell aufgesetzten Minimallösung sind Bäderland-Kunden auf einmal – und zum ersten Mal – identifizier- sowie ansprechbar: Schwimmer, die eine gewisse Anzahl an Buchungen getätigt haben, könnten per Mail Abonnements angeboten werden; verschiedene Zeitfenster könnten je nach Nachfrage oder Verfügbarkeit mal mehr, mal weniger auf der Website beworben werden. Technisch nur wenige Schritte entfernt sind dann Möglichkeiten wie Live-Auslastungsanzeiger, automatischer Check-in ohne Kassenpersonal und vieles mehr.

    So wird das durchschnittliche Hamburger Schwimmbad 2025 vermutlich digitalisiert worden sein in einem Ausmaß, das sich noch Anfang 2020 Lichtjahre entfernt fühlte. Die Technologie war schließlich vorhanden, nur musste sie auch eingesetzt werden. Diese Ausgangslage darf auch für den Großteil der Wirtschaftsbranchen vorausgesetzt werden.

    4) In Produktion und Logistik vollzieht sich eine 180-Grad-Wende

    Eins ist klar: just in time ist vorbei. Und das ist nichts Geringeres als eine Revolution. Schließlich gilt seit den frühen 1990ern über alle Branchen hinweg das Diktum, dass die beste Lagerfläche eigentlich gar keine ist: Durch effizientes supply-chain management wurde stationäre Aufbewahrung zunehmend durch rollende Lastkraftwagen einerseits und statische Ladenregale andererseits ersetzt. Konsumenten, die einen raren Blick durch die offene Tür ins Lager eines Supermarktes erhaschen, sind zuverlässig erstaunt, wie klein dieses Lager ist. Vermuteten sie doch eigentlich immer eine Fläche im spiegelverkehrten Verhältnis zur Verkaufsfläche dahinter. In den neuesten innerstädtischen Filialen von Rewe, Edeka & Co. gibt es so etwas wie ein Lager oftmals überhaupt nicht mehr: Die Tür führt zu einem Durchgang, in dem die auf Schubkarren angelieferte Ware nur darauf wartet, mehr oder minder unmittelbar ins Regal geräumt zu werden. Spätestens in der Coronakrise, als sich Konsumenten die Anlieferungszeiten merken mussten, um eine Packung Toilettenpapier oder Mehl zu erwischen, gilt das Modell „null Lager“ als beinahe allgemeingefährlich.

    In der Industrie hat die Erfahrung der Grenzschließungen, Lieferschwierigkeiten und Produktionsunterbrechungen im Frühling 2020 dazu geführt, dass sich die Marschrichtung der letzten Jahrzehnte um 180 Grad gedreht hat. Die oft in der Autoindustrie geschulten Berater, die seit Jahren kanban oder „pull statt push“ in der Produktion predigten und im Dienste der Effizienz zuletzt Jagd auf jede verbliebene Kiste Vorrat machten, sprechen nun von „Robustheit“ und raten zum Aufbau von Reservekapazität, die die Verlässlichkeit der Lieferkette zu erhöhen.

    Konkret geht das nicht ohne große Investitionen. Im Gegensatz zu anderen Corona-Trends, die stationäre Fläche entwerten und vieles ins Digitale verlagern – mit allen dazugehörigen Problemen, aber eben auch Einsparungsmöglichkeiten – kommt man in der Produktion und Logistik an der massiven physischen Komponente der Veränderungen nicht vorbei. Unternehmen müssen nun Zwischenlager kaufen oder bauen, vielmehr Vorlauf in der Produktion ermöglichen sowie Teile diese wieder Richtung Europa und Deutschland verlagern, und eventuell sogar ganze Back-up-Logistikketten vorhalten. Das bedeutet erhebliche Investitionen, die derzeit wegen günstiger Kreditvergabe und gut gefüllten Kassen für viele Firmen allerdings oft noch zu stemmen sind. Vor allem bedeutet es aber die langfristige Bindung von erheblichen Ressourcen als Betriebskapital. Die Rendite wird nachhaltig geschmälert. Wer vorher eine gute Marge erzielte, wird mit einer weniger guten zurückbleiben. Der, bei dem die Liquiditätsdecke schon vor Corona immer dünn war, wird vor erheblichen, anhaltenden Herausforderungen stehen.

    5) Regulatorische Eingriffe sind erst einmal vom Tisch

    Vor der Krise wurde zunehmend aktiv gegen die Tech-Konzerne aus USA Politik betrieben. Das Akronym „GAFA“ – gebildet aus Google, Apple, Facebook und Amazon – war zum Schimpfwort geworden und nicht nur diese vier Unternehmen sahen sich einem immer erheblicheren regulatorischen Druck ausgesetzt: 2017 belegte beispielsweise die EU-Kommissarin für Wettbewerb, Margrethe Vestager, Google mit einer Strafe von fast 2,5 Milliarden Euro, weil es mit Google Shopping seine Marktmacht missbraucht hatte; 2019 führte Frankreich eine auf GAFA, Uber & Co. zugeschnittene Digitalsteuer ein; 2020 entkam Apple nur knapp einer Steuerrückzahlung ans irische Finanzamt, die die EU verordnet hatte, weil die effektive Steuerlast des Konzerns bei 0,005 % lag. Anfang 2020 wurde sogar in der US-amerikanischen Heimat der Konzerne über ihre mögliche Zerschlagung sinniert. Tenor: Die Tech-Giganten seien das Standard Oil von heute, gegen deren Monopolstellung nur die ganz große Keule geeignet sei.

    In der Pandemie ist die immer lauter werdende Kritik an den Digitalkonzernen einstweilen verstummt. Vor allem Amazon tat sich in der Krise als zuverlässiger Grundversorger vor, der seinen Algorithmus so umprogrammierte, dass Essens- und Haushaltswarenlieferungen Vorrang bekamen. Und in einer Zeit, in der die Menschen angehalten waren, möglichst zu Hause zu bleiben, nahm das Internet für den Kontakt und Austausch in der Bevölkerung sowie deren Information und Unterhaltung eine noch wichtigere Rolle ein, als sie es ohnehin getan hatte. Dabei unterzeichnete Netflix etwa eine Ausschüttungsvereinbarung mit den Produzenten von deutschsprachigen Inhalten, die selbst unter Gewerkschaftern als fair, gar zukunftsweisend begrüßt wurde. Selbst die unter Politikern äußerst unbeliebten und von der Bevölkerung zunehmend skeptisch beäugten sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter entdeckten in der Krise so etwas wie ein Gewissen und fingen an, gegen die Desinformation des für das Geschäftsmodell Aufmerksamkeit eigentlich unverzichtbaren US-Präsidenten vorzugehen.

    Allein wegen ihrem Handeln in der Krise haben sich die Digitalkonzerne also vielerorts etwas Beachtung und auf jeden Fall etwas Zeit gekauft. Zumal diverse Gesetzesinitiativen gegen Plattformen und Marktplätze nun vollends versandet sind, da die Parlamentarier der westlichen Welt am laufenden Band schwindelerregend hohe Summen an Steuergeld zu genehmigen und teilweise weitreichende Umbaumaßnahmen an Arbeits- und Sozialrecht in Eiltempo durchzuführen haben. Es fehlt schlichtweg die Zeit und die Kraft, auch noch gegen die Monopolisten aus Silicon Valley, Seattle und sonst wo vorzugehen.

    Hinzu kommt eine ausgeprägte Risikoaversion: Welcher Politiker, der noch bei Sinnen ist, wird ernsthaft die Schwächung von einem Amazon oder Apple in seinem Land – oder sogar deren Rückzug  aus dem dortigen Markt – provozieren wollen, um im selben Atemzug von seinen Landsleuten zu verlangen, sie müssen den Winter über für ihre Mitmenschen zu Hause bleiben? Bei den Anteilen am stationären Einzelhandel, die Amazon mittlerweile auf sich vereint, käme ein groß angelegter Schritt gegen den Konzern einer Gefährdung der Grundversorgung nahe. Es ist einfach nicht denkbar, dass jemand dieses politische Risiko eingehen wird. 

    Die Schlussfolgerungen hieraus für andere Unternehmen lauten: Wer auf regulatorische Eingriffe gewartet hatte, um Bestandsgeschäftsmodelle vor dem Angriff der Digitalkonzerne zu retten, muss diese Hoffnung aufgeben. Wer im Gegenteil solche Eingriffe befürchtete und daher gewisse Schritte scheute, kann jetzt freier agieren. Nie war die Einsicht in Politik und Öffentlichkeit so weit verbreitet, dass kein Weg mehr daran vorbeiführt, überkommene stationäre Modelle zugunsten von digitalen Lösungen und Distanzkonzepten abzuwickeln.

    6) Es wird richtig teuer

    Wir fassen erst einmal die ersten fünf große Trends noch einmal in Kürze zusammen:

    1. Kunden müssen nun digital angesprochen werden – auch in Bereichen in denen der Vertrieb bislang eher face-to-face ablief; darauf müssen viele Unternehmen mit dem Aufbau neuer Strukturen reagieren.
    2. Hersteller, die noch relevant sein wollen, bauen ihren Vertrieb um, um direkt an Kunden verkaufen zu können, was die Aufbau von Endkundenlogistik erforderlich macht.
    3. Das Tempo der digitalen Transformation nimmt zu. Alle Bereiche sind tangiert und alle müssen reagieren.
    4. Produktion und Logistik müssen krisenfester aufgestellt werden. Aus Ersparnissen durch Effizienz werden nun kapitalbindende Ausgaben, um Reservekapazitäten aufzubauen.
    5. Alle Hoffnungen, Staaten oder Wirtschaftsräume werden der Disruption durch die Digitalriesen Einhalt gebieten, sind vergeblich. Wer mithalten will, muss sich umstellen.

    In einem Wort: Das wird alles richtig teuer werden. Es gibt kein “Weiter so”. Bestehende Assets sind in vielen Fällen nur noch Risikofaktoren. Nur durch Investitionen in Technologie, Lieferkette, Endkundenmarketing und einiges mehr, ist eine zukunftsfeste Position aufzubauen. Die erhöhten Ausgaben der letzten sechs Monate waren erst der Anfang. Wer sich eine halbwegs haltbare Stellung erkämpft hat, muss bereits in die nächsten Maßnahmen investieren, um diese für die nächsten Jahre zu sichern. Und sich idealerweise gleichzeitig ein Fettpolster für weitere Krisen zulegen.

    7) Es gibt Gewinner der Krise 

    Es gilt das Matthäusprinzip: Wer hat, dem wird gegeben. Denn die Gewinner der Krise genießen nicht nur mehr Umsatz und höhere Renditen, sondern auch erhebliche Wertsteigerungen. Unternehmen, die Dienstleistungen und Technologie rund um die Digitalisierung anbieten, steigen nämlich im Wert, weil nun selbst die trägsten institutionellen Investoren endlich verstanden haben, dass sie ihr Geld besser nicht mehr in darbende Einzelhandelsketten anlegen sollten. Somit haben Digitalanbieter nicht nur operative Vorteile, sondern können sich am Kapitalmarkt viel einfacher mit sehr billigem Geld versorgen. Das führt dazu, dass diese Unternehmen noch mehr in die veränderten Vorzeichen investieren können und ihren Vorsprung noch weiter ausbauen. Die Spirale nach oben dreht sich immer schneller.

    Unternehmen, die noch nicht einen gesicherten digitalen Kundenzugang haben und denen die nötigen technologischen Fähigkeiten fehlen, müssen schnell handeln. Um die erforderlichen Investitionen zu stemmen, sollten sie ihren Zugang zum Kapitalmarkt stark ausbauen im Versuch, selbst in diese Spirale nach oben zu kommen. Sonst geraten sie in den Teufelskreis nach unten. 

  • Amazon Dorf Talk – Updates im Bereich B2B und Werbung

    Amazon Dorf Talk – Updates im Bereich B2B und Werbung

    Weiter geht’s: Wir haben uns in dieser Folge im ersten Teil den aktuellen Zwischenstand von Amazon Business angeschaut. Welche Neuerungen gibt es im B2B Bereich? Es kommt der Wunschliefertermin für Unternehmen in 14 Großstädten mit genauer Auswahl von Datum und Zeitfenster, die Möglichkeit der Sammelbestellung und kumulativen Rabattangeboten. Wie wird der B2B Bereich aktuell genutzt? In der zweiten Hälfte dieser Folge beschäftigen wir uns mit dem Thema Produktdetailseiten und Werbung. Wie wird mit Daten umgegangen, was hat sich geändert und welche Chancen ergeben sich daraus? Selbstverständlich gibt es auch wieder Beispiele aus der Praxis – diesmal anhand von Schnürsenkeln, Bratpfannen, Regalen und Rasensprengern.

    • Amazon Business kommt mit Wunschliefertermin raus (ab 1:04)
    • Wie wird B2B bei Amazon bisher angenommen? (ab 3:31)
    • Exkurs zur Produktdetailseite, wie wird mit Daten umgegangen und welche Chancen ergeben sich daraus? (ab 6:28)
    • Werbung bei Amazon, neue Formate, wie sieht es aus? (ab 22:44)
    • Amazon DSP Updates (ab 28:11)

  • Amazon Dorf Talk – Amazon als Grundversorger

    Amazon Dorf Talk – Amazon als Grundversorger

    Amazon könnte man spätestens seit der Corona-Krise auch als Grundversorger betrachten. Kunden decken sich inzwischen mit Produkten des täglichen Bedarfs auf Amazon ein und auch andere große Produktsegmente sind nicht unwichtiger geworden. Wie wirkt sich das auf den stationären Handel aus und was könnte eine Antwort sein? Christian Otto Kelm und ich haben uns hierzu einmal ein paar Gedanken gemacht.

    • Intro
    • Kundenverhalten – Es gibt kein zurück zu „normal“ mehr, das Shoppingverhalten der Konsumenten im stationären Handel war vorher schon kritisch und hat sich jetzt dauerhaft verändert (ab 1:52)
    • Was kann der stationäre Handel jetzt noch unternehmen bzw. wurden und werden Chancen genutzt? (ab 5:44)
    • Abschluss (ab 30:17)

     

     

     

  • Corona als Feigenblatt: Wie sich der Handel ins Abseits manövriert – und was Hersteller tun müssen

    Corona als Feigenblatt: Wie sich der Handel ins Abseits manövriert – und was Hersteller tun müssen

    Ich dachte, ich höre nicht richtig, als es letztens morgens im Radio hieß, der Handelsverband Deutschland (HDE) erwarte „mehr Disziplin von Verbrauchern“. „Es erfüllt mich mit großer Unruhe, dass es viele offenbar nicht mehr so genau mit der Einhaltung der Regeln nehmen“, beklagte dessen Präsident Josef Sanktjohanser. „Lassen Sie uns das Erreichte nicht kaputt machen!“ ging sein anmaßender Appell in Worten weiter, die meinem Empfinden nach eher dem Bundespräsidenten vorbehalten sein sollten.

    Dann ging es ans Eingemachte: „Wenn schon die erste Welle der Pandemie solch dramatische Folgen im Handel hervorruft, möchte ich mir eine zweite nicht vorstellen. Für viele Händler gäbe es bei erneuten Einschränkungen oder gar einer zweiten Phase des Lockdowns keine Chance mehr, der Insolvenz zu entgehen.“

    Verbraucher sollen Handel retten – ?!

    Hier hat einer aber mächtig den Karren vors Pferd gespannt! Der Verbraucher soll spuren, damit der Handel überleben kann. Und ich dachte, der Handel richte sich ja immer ganz und gar auf die Bedürfnisse der Verbraucher ein? Ist der Kunde doch König! Customer-centric hört sich jedenfalls in meinen Ohren anders an. 

    Versteht mich bitte nicht falsch: Ich trage gern meine Maske, um mich und andere zu schützen, wenn sich Abstand nicht halten lässt. Da leiste ich den Empfehlungen vom Robert-Koch-Institut Folge. Das ist sinnvoll, das ist Bürgerpflicht. Wenn Prof. Dr. Lothar Wieler uns mit Verweis auf die neueste Forschung bitten sollte, uns Senf auf die Oberlippe zu schmieren, bevor wir einen geschlossenen Raum betreten, würde ich es umstandslos machen. Nur: Vom Präsident eines Handelsverbands im Frühstücksradio zu erhöhter Vorsicht angehalten zu werden… Das ist starker Tobak. Ich übe mich – wie viele andere – nämlich seit Monaten in Vorsicht.

    Das ist aber leider typisch vom stationären Handel: Immer sind die anderen schuld. Dieser blöde Online-Handel, der zu billig ist. Diese unfähigen Städte, die zu wenig Parkplätze zur Verfügung stellen. Dieser dumme Verbraucher, der partout nicht in die Läden kommen will. Und der jetzt auch noch – auf sein eigenes Konsumwohl pfeifend – sich nicht an die Regeln hält und die lang ersehnte Wiedereröffnung der stationären Flächen mutwillig aufs Spiel setzt… Böser Verbraucher!

    (Gesinnungs-)Wandel im Handel? Fehlanzeige!

    Dabei war es ja immer klar, dass eine zweite Welle kommen würde. Immunologen argumentieren sogar, es gebe keine „zweite Welle“ in dem Sinne, weil die erste nie wirklich weg war. Anstatt sich aber Gedanken zu machen, wie er den Kontakt zu seinen Kunden halten könnte, wenn die Läden mal wieder länger schließen müssten, hat der Handel alles auf die Wiedereröffnung gesetzt – und sich argumentativ in eine ausweglose Lage hineinmanövriert. Dürfen die Kunden nicht kommen, dann sterben die Innenstädte aus, sagt der Handel. Kommen aber zu viele Kunden, setzen sie mit ihrem verantwortungslosen Verhalten die Zukunft der Innenstädte aufs Spiel, weil diese dann wieder zugemacht werden müssen. Und wenn sie einfach nicht kommen, weil ihnen die Lust am stationären Shoppen ohnehin länger vergangen war und sie jetzt in Zeiten von Corona einen sehr konkreten Grund haben, dichtes Gedränge in Läden zu vermeiden, dann sind sie eben doof. Was sich der stationäre Handel nie fragt: Haben wir hier eigentlich überhaupt noch ein Geschäftsmodell?

    Hilfe von oben

    Noch skurriler wird es, wenn sich das Wirtschaftsministerium in dieser Gemengelage zu positionieren versucht. Klar, die Bundesregierung darf die Bundesbürger nicht dazu aufrufen, mitten in einer Pandemie unbekannten Ausmaßes wieder in ihren Scharen in die Städte zu strömen. Allerdings haben die Lobbyisten des Handels dem Peter Altmaier wohl die Ohren dermaßen langgezogen, dass er sich jetzt gezwungen sieht, einmal wieder (wie so oft in den letzten Jahren)‚ etwas für den Handel zu tun‘, ‚ein Zeichen gegen das Aussterben der Innenstädte zu setzen‘, oder so ähnlich… 

    Wohl daher folgender regelrecht bizarr anmutender Vorstoß seinerseits, der ebenfalls letztens in den morgendlichen Radionachrichten auftauchte und mich sprachlos zurückließ: “Wenn zum Beispiel ein Kunde ein Marken-Hemd online bestellen möchte, sollte er das nicht unbedingt beim Hersteller tun müssen, sondern die Möglichkeit haben, zum gleichen Preis auch über den Einzelhändler seiner Wahl online zu kaufen.” Und das Wirtschaftsministerium erstattet besagtem Einzelhändler die Handelsmarge? Oder verfügt, dass alle Hersteller auch direkt an den Kunden mit eingepreister Handelsmarge verkaufen müssen? Auf die Erklärung, wie sich der gute Herr Altmaier das denn genau vorstellt, bin ich jedenfalls gespannt.

    So starren alle noch angstfixiert auf „die zweite Welle“ und hoffen, dass sie doch nicht kommt – oder dass sie doch nicht so schlimm ausfallen oder keine so weitreichenden Einschränkungen nach sich ziehen wird. Wer sich allerdings vom Prinzip Hoffnung verabschiedet und aus der Angststarre löst, der sieht, dass die zweite Welle schon längst da ist – und dass es durchaus Maßnahmen gibt, die man ergreifen kann, um auch in der dritten, vierten, fünften – kurz: in der neuen Normalität – zu bestehen.

    Von der Innenstadt ins Internet: Endlich konsequent sein

    So sollten gerade Hersteller sicherstellen, dass sie ihre Produkte konsequent digital vertreiben. Das heißt im Konkreten etwa, sich strategisch aufzustellen vis-à-vis Amazon und anderen Marktplätzen, die nicht immer wieder auf behördliche Anordnung über Nacht geschlossen werden müssen. Oder sich zu überlegen, wie sich Vertriebskanäle und digitales Marketing aufbauen lassen, damit die Kunden dort angesprochen werden, wo sich heute noch viele – und im Herbst vermutlich wieder alle – aufhalten, nämlich: zu Hause! Gerade jetzt müssen Hersteller den digitalen Direktvertrieb verstehen und auch in alle Aspekte davon investieren: Mitarbeiter, Technologie, Logistik, Kundendaten (CRM) und sogar neue Produktentwicklung für die digitalen Kanäle.

    Dabei wird ihnen gerade vom Wirtschaftsminister höchstpersönlich kommuniziert, sie sollten unter Einsatz ihrer eigenen Marge und gegen jeglicher kaufmännischer Logik den stationären Handel darin unterstützen, Online-Bestellungen für sie aufzunehmen. Da kann ich nur das wiederholen, was der Präsident des HDE über seine eigenen Verbandsmitglieder sagt: „Für viele Händler gäbe es bei erneuten Einschränkungen oder gar einer zweiten Phase des Lockdowns keine Chance mehr, der Insolvenz zu entgehen.“ Und auf solche Wackelkandidaten sollen Hersteller bauen! Höre ich richtig?