Neben den operativen Ergebnissen und einigen Kennzahlen ist die aktuelle Investorenpräsentation von Kinnevik eine spannende Anleitung für die aktuellen Firmenbewertungen des Branchenprimus Rocket Internet und aller der damit verknüpften Unternehmen. Hier ist zum einen die Art der Bewertung (Multiple, Sum-of-parts) und die genutzten Multiples für den endgültigen Wert innerhalb der Kinnevik Bilanz spannend. Mitbewerber und Start-Ups bekommen auf diesem Wege gute Vergleichsgrößen aus dem B2C naturheilpraxis-hauri.ch Umfeld des Rocket Imperiums und so manch ein Unternehmensverkäufer aus der digitalen Branche dürfte sich über die Entwicklung sehr freuen. (mehr …)
Kategorie: Investment Know How
-
Crowdfunding – Sind kleine Geldbeträge eine Entschuldigung für Verschwendung? oder „Der Schwarm ist und bleibt dumm!“
Crowdfunding ist zur Zeit in aller Munde. Endlich können sich kleine Investoren direkt an Start-Ups beteiligen. Der Schwarm ist auf Hochtouren dabei Investitionsentscheidungen zu treffe – dies wirft aber Fragen über das wirkliche Verständnis für neue Geschäftsmodelle auf – nur weil viele Leute investieren, bedeutet es nicht, dass der Schwarm wirklich intelligente Entscheidungen trifft. Dass das an sich eine total tolle Idee ist, hat uns ja schon Manfred Krug mit der Telekom Aktie beim Neuem Markt 1.0 erklärt. Ich selbst bin seit meinen ersten Karriereschritten im Investitionsbereich unterwegs und habe auf diesem Weg bereits zahlreiche Firmen (mit-)gegründet. Von Außen betrachtet scheine ich dabei zwar öfter erfolgreicher gewesen zu sein, als andersherum. Zieht man allerdings in diese Betrachtung die vielen hundert Ideen und Proof-of-Concept-Projekte, die fast alle gescheitert oder in den überschaubaren Gründungen geendet sind, mit ein, lag ich ca. 90 % meiner Zeit falsch. (mehr …)
-

Deutsche Unternehmerfamilien im digitalen Zeitalter – Family Office Fail
Die Digitalisierung beeinflusst im zunehmenden Maße das alltägliche Leben der Menschen und macht schon lange keinen Halt mehr vor Wirtschaftssektoren im B2B Bereich. Neben den an Börsen notierten Schwergewichten müssen sich auch zunehmend familiengeführte Unternehmen den Herausforderungen der Digitalisierung stellen.Die Wichtigkeit von familiengeführten Unternehmen in Deutschland wird alleine durch die 50 größten Unternehmen beeindruckend gezeigt. Allerdings hat sich die Gesellschafterstruktur der „alten“ deutschen Wirtschaft noch nicht der für eine Digitalisierung der Geschäftsprozesse benötigten Denkweise angepasst.
-

Media Markt Saturn – Die Dinos kommen!
Hier ein spannendes Update zu den Handlungsoptionen für Media-Markt Saturn. Anscheinend waren mein Artikel 🙂 und die Kommentare dazu nicht ausreichend und die Metro hat sich mit der Deutschen Bank nun old-economy Hilfe ins Haus geholt um die strategischen Optionen zu beleuchten. Herr Kellerhals hat bereits Morgan Stanley mit dabei. Ob allerdings diese beiden Dino-Banken hier helfen können? Finanztransaktionen und hektische M&A Tätigkeiten, mit denen diese Banken ihr Geld verdienen, werden dem Geschäftsmodell nicht helfen. -

Media Markt-Saturn – was nun? was tun?
Aus meinen bisherigen Beiträgen wird ersichtlich, dass ich nicht der größte Fan der bisherigen Leistung der Media Markt- Saturn Group bin. Die verfehlte Geschäftspolitik war auch wieder in den jetzigen Quartalszahlen erkennbar. Das Unternehmen verliert ständig an Umsatz und die noch bestehenden Umsätze kommen immer stärker durch den unprofitablen Online Kanal. Das ist ein Problem. Das Geschäftsmodell ist außerdem fehlerhaft und dem Unternehmen geht es insgesamt einfach nicht mehr gut.Wenn ich jetzt die Jobanzeige für den CEO sehe und mir vorstelle, diesen Job zu haben oder aber ein Restrukturierungsmandat über eTribes für Media Markt- Saturn zu übernehmen, dann stelle ich mir mir die Frage: „Was jetzt?“. Sicherlich ist es aus einer externen Perspektive einfach, die Kritik an der bestehenden Strategie zu formulieren, aber konstruktive Vorschläge zum weiteren Vorgehen zu geben, ist nicht so einfach. Was würde ich denn als CEO von Media Markt-Saturn jetzt machen? Welche Strategie würde ich einführen?
-
Wie messe ich Erfolg im eCommerce?
Eine der Nebenwirkungen des immer ausgeprägteren Heinemann Kegels in der digitalen Wirtschaft ist der zunehmende Fokus auf Daten getriebene, analytische Methoden um in jedem Segment des Kegels erfolgreich zu sein. In dieser Woche habe ich mir einige E-Mail Marketing Tools genau angeschaut und durch meine Arbeit mit Facelift, Netshops oder auch Launchwerk bin ich vertraut mit Facebook Marketing, SEO/SEM, Shop Technologien und technischen Eigenschaften von Eigenentwicklungen. In jedem dieser Bereiche muss man mittlerweile 100% Experte sein, um auch nur mit dem Markt mit zu halten. Die Zeiten des informierten Generalisten sind auf jeden Fall vorbei. Wie steuert man aber denn nun eCommerce Modelle? Geschäftsführer und Controller können sich sehr leicht im Kennzahlendschungel des eCommerce verlaufen und sich zu sehr auf einen Kanal fokussieren. Vielleicht ist ihr Geschäftsmodell zur Zeit abhängig vom E-Mail Marketing und sie kennen viele Kennzahlen dort , doch eigentlich müssten sie gerade dann von diesem Marketing Kanal zu Facebook wechseln. Wie also behalte ich den Überblick? (mehr …) -

Zooplus – Papiertiger oder 800-pound Gorilla?
Wie bereits von Jochen beschrieben, hat Zooplus vor kurzem die aktuellen Quartalszahlen veröffentlicht. Für den weiteren positiven Verlauf der Aktienentwicklung steht jetzt die Frage im Raum, ob die ersten Vorsteuergewinne der Beginn einer profitablen Entwicklung sind oder ob es nur ein kurzer, vom Management durch reduzierte Marketingausgaben gesteuerter, Ausflug in die Profitabilität ist, um den Aktienkurs weiter zu beflügeln oder andere unternehmerische Ziele zu erreichen. Ist Zooplus also ein Papiertiger, der bald zusammenfallen wird oder der 800-pound Gorilla der im durchaus attraktiven Tierbedarf-Markt eine dominante Position eingenommen hat?Die Aktie von Zooplus befindet sich zur Zeit in der Nähe der 60-€-Grenze und hat nach einer negativen Entwicklung im Jahr 2012 in 2013/14 eine sehr gute Performance gezeigt. Der momentane Stand der Aktie zeigt erhebliche Investitionsbereitschaft und eine ungebrochene Erwartung des Marktes in zukünftige Gewinne bzw. Kurszuwächse. (mehr …)
-
Alibaba – Staatliche (Handels-)Transparenz aus China?
Alibaba macht nicht nur mehr Umsatz als eBay und Amazon zusammen, sondern bald wird es über eine ungeheure Finanzkraft verfügen. Der anstehende Börsengang wird sicherlich die nötigen Milliarden für eine schnelle globale Expansion in die Taschen spülen. Hier eine spannende Zusammenfassung aus dem sehr lesenswerten Heibel Ticker zu Alibabas bevorstehendem Börsengang:
„Alibaba ist eine 40%ige Tochter von Yahoo! und der Grund für die gute Kursperformance von Yahoo! seit dem Amtsantritt von CEO Marissa Mayer vor zwei Jahren. Yahoo! bringt insgesamt 35 Mrd. USD auf die Waage, für den chinesischen Online-Versandhändler schätzt man eine Marktkapitalisierung von 150 – 250 Mrd. USD. Im schlechtesten Fall ist allein die Alibaba-Beteiligung von Yahoo! mehr wert als die gesamte aktuelle Marktkapitalisierung von Yahoo!.Die Chinesen haben sechs Investmentbanken beauftragt, darunter natürlich auch die Deutsche Bank, den Börsengang zu inszenieren. In den kommenden Wochen werden unzählige Roadshows stattfinden, auf denen die Geschäftszahlen von Alibaba in englischer Sprache den amerikanischen institutionellen Anlegern durch Investmentbanker nahegebracht werden. Dadurch versuchen die Banker abzuschätzen, wie viele Aktien sich wohl am Markt platzieren lassen.
-
Epic – Pivot zur richtigen Zeit?
Wenn man einen Säugling aus dem Brutkasten holt, dann ist dieser eigenständig in der Lage zu überleben und hat alle nötige Unterstützung für diesen Lebensabschnitt erhalten. Jetzt muss eigenständig los gelegt werden. So ist das auch mit Firmen. Der Berliner Inkubator Epic muss erfahren, dass ein zu großer Brutkasten weder dem Baby noch dem Arzt Spaß macht. In einer „kleinen Änderung“ wurde die Holding massiv reduziert und die zentralen Funktionen zurück auf die Portfolio Unternehmen verteilt. Ebenfalls wurde über einige Entlassungen spekuliert. Dies ist einerseits ein Zeichen für verfehltes Kostenmanagement, da eine Holding in erster Linie „lean & mean“ sein sollte. Nur wenn man es als Holding schafft, die einzelnen Leistungen durch effektive Skalierung billiger als die Eigenkosten der einzelnen Unternehmen anzubieten, ist diese Struktur erfolgversprechend. Für Start-Ups ist dies sogar extrem nützlich, da im Schnitt besser qualifiziertes Personal für die Tätigkeit der Holding eingekauft werden kann, als für jedes einzelne Start-Up. Andererseits vergessen CEOs von Inkubatoren häufig, dass sie besonders kostenbewusst sein müssen und als Beispiel für ihre Portfoliounternehmen agieren sollten – nicht als mächtige Finanzholding mit unbegrenzten Budgets. Wenn dies vergessen wird, wie es hier der Fall gewesen zu sein scheint, dann wird die Holding sehr schnell ein Klotz am Start-Up Bein, -
XING – Wachstum im Tausch für Profitabilität?
Auch Xing kann sich leider nicht von der immer schneller drehenden Preisspirale im digitalen Geschäft entkuppeln. Topline Wachstum wird durch Fernsehwerbung zu kosten der EBITDA Marge erkauft. Die aktuellen Quartalszahlen zeigen in allen Geschäftsbereichen (Mitgliederzahlungen, Recruitment und Events) soliden Umsatzwachstum, allerdings sinkt die Profitabilität deutlich. Der um Akquisitionskosten bereinigte EBITDA fällt von Q1/2013 €5,3m auf Q1/2014 €4,5m bei einem wesentlich höheren Quartalsumsatz von €22,8m (Q1/2013: €19,6). Somit ergibt sich eine EBITDA Marge die von einem sehr guten 2013 Wert von 27,0% auf jetzt 19,7% gefallen ist. Den verstärkten Fokus auf Marketing zeigen auch die Ausgaben bei diesem Kostenpunkt. Marketingausgaben steigen von Q1/2013 €1,2m auf Q1/2014 €3,8m und belasten das operative Ergebnis erheblich. Es bleibt abzuwarten, ob die neu gewonnen Umsätze erhalten bleiben, wenn keine Neukunden mehr durch teure Marketingausgaben gewonnen werden können.
Xing vs. Linkedin
