Autor: Nils Seebach

  • Equity Story Telling – Deutsche Gründer erzählen keine Geschichten…

    Equity Story Telling – Deutsche Gründer erzählen keine Geschichten…

    Man leaning booksIn der letzten Woche war ich zweimal in Berlin und es ist schon spannend tiefer in die Berliner Start-up / digital Szene einzutauchen. Egal was man über die Qualität der Berliner Start-Up Geschäftsmodelle denkt – die Stadt lebt und atmet Start-Up Luft. In Hamburg wird mehr verbissen im Hinterkämmerchen geschraubt bis dann die Geld verdienden Start-Ups sich vorsichtig an die Öffentlichkeit pirschen. Protonet oder Jimdo wären sicherlich in Berlin bereits an Tag 1 mit dem Plan zum globalen Player an den Markt gegangen. In Hamburg gab es erst einmal eine lange Zeit des Tüfftelns bevor es raus in die Welt ging. Das war auch das Thema der heutigen Veranstaltung: „Equity Story Telling“ im Rahmen

    einer Buchvorstellung. Hier die Zusammenfassung aus der KPMG Einladung:

    „Eine gute Equity Story macht ein Unternehmen greifbar. Sie regt die Fantasie an. Und am Ende steigert sie auch immer den Wert.“ Nicht nur für Start-ups sind diese Punkte essenziell für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Für jedes Unternehmen ist es entscheidend, sich mit der „eigenen“ Botschaft am Markt zu positionieren, um individuelle Ziele zu erreichen. Dr. Veit Etzold und Thomas Ramge werden in dem Vortrag ihre Ansätze, Erkenntnisse und Erfahrungen vorstellen.

    Um die Thesen nicht ungeklärt im Raum stehen zu lassen, diskutieren anschließend Experten die folgende Frage: „Story = $tory? Der Wert der (wahren) Geschichte“. Neben den beiden Referenten werden Karime Mimoun (Corporate Finance Partners), Thomas Andrae (3M New Ventures) und Heiko Rauch (Mitgründer von Zanox) ihre Sichtweise darstellen. Die Moderation übernimmt Florian Frei (KPMG).“ (mehr …)

  • Exitcon Berlin – Falscher Name aber richtiges, wichtiges Thema!

    Frankfurt BörseDer Besuch  bei der Exitcon war wieder einmal ein spannendes Erlebnis. Viele bekannte Gesichter aus der Unternehmer Szene und eine Vielzahl von mal bekannten, mal unbekannten Dienstleistern, die Ihre Angebote unter die Leute bringen wollen. Somit erst einmal nichts Besonderes – was besonders war ist natürlich die Nähe zur hohen Politik in Berlin. Die Eröffnungsrede von unserem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel war eine wirkliche Überraschung. Nicht nur war die Rede fachlich gut ausgearbeitet, sie hat auch ein echtes Interesse des Ministers an der jungen Start-Up Branche anklingen lassen. Es ist auf jeden Fall erfreulich, dass das Thema eine ganz neue Relevanz hat. Vor allem seine fachliche Auseinandersetzung mit Themen wie der Reduzierung/Aufhebung von Verlustvorträgen bei Gesellschafterwechsel (ein Thema das mir sehr am Herzen liegt) zeigt, dass die Gesetzgebung langsam aber sicher auch für Start-Ups und Finanzinvestoren verbessert werden soll. Hierzu hat sicherlich auch der Bundesverband Deutsche Startups ein ganzes Stück beigetragen.

    Jetzt aber zur thematischen Ausgestaltung. Zu der Konferenz und den Workshops wurden zahlreiche relevante Speaker eingeladen. Gleich am Anfang wurde aber auch klar, dass der Name „Exitcon“ falsch gewählt wurde. Aus Sicht eines Unternehmers ist die IPO lediglich ein Weg um frisches Kapital zu erhalten und es Investoren aus früheren Runden einfacher zu machen den gewünschten ROI zu realisieren. Ein Unternehmer/Gründer der im Zuge einer IPO abspringt, würde wohl den dadurch resultierende Kurseinbruch die Zeit am Strand mit den Erlösen aus dem Börsengang ganz schön verderben. Das schöne an einer IPO ist sicherlich die neue Kapitalspritze und die damit verbundenen Wachstumsmöglichkeiten, bei denen dann das Management Team aus dem Vollen schöpfen kann. Exitcon ist somit nur der richtige Begriff für Kapitalgeber, aber nicht für die Gründer bzw. das Management Team.

    (mehr …)

  • Münster(-land) ist immer einen Besuch wert! Der stationäre Einzelhandel lebt!

    Altstadt Münster

    Von Hamburg ins Münsterland  bzw. nach Münster zu kommen erfordert immer etwas Durchhaltevermögen, aber das ist es immer Wert. Entweder für spannende Gespräche beim Shopware Community Day oder aber für die am 5.6.2014 zum ersten Mal organisierte „New Deal – Change for Retail“ Konferenz.  Gleich am Anfang war es auffällig, wie viele Hamburger unter den Besuchern und vor allem unter den Rednern waren. Vielleicht können wir ja einen Hansestadt Ableger planen, damit wir beim nächsten Mal nicht alle wieder durch die Deutsche Bahn „getrollt“ werden.

    Die Konferenz mit der Zielgruppe des stationären (Einzel-)Handels fing mit spannenden Inspirationen durch die Hamburger „Zeitgeistexpertin“ (den Titel will ich auch gerne mal haben) Kirstine Fratz an – eine extrem unterhaltsame Präsentation mit spannenden Denkanstößen, allerdings von der Thematik her doch noch sehr weit von den aktuellen Problemen des Einzelhandels entfernt. Handfeste Tipps gab es im weiteren Verlauf aber noch genug – dazu dann später mehr. Ein ganz besonderes Highlight, das in die Einleitung gehört, war der Vortrag von Prof. Dr. Jens Weidner (Überraschung – ebenfalls aus Hamburg!) – hier wurde Unternehmensführung, Personalführung und „politisches“ Agieren im Konzernumfeld mal wirklich drastisch neu dargestellt. Im weiten Meer der „feel-good Coaches“, „work-life-balance Lover“ und „Namenstanzern“ ist es bei Nahe schon Tiefenentspannung, wenn man jemandem zuhört, der zu 80% ein netter, sozialer und toller Kollege und Boss ist, aber zu 20% den „Arschlochfaktor“ klar beleuchtet und in den Vordergrund stellt. Den Publikumspreis hat er mit seinem sehr unterhaltsamen Vortrag auf jeden Fall gewonnen.

    (mehr …)

  • Zooplus – Papiertiger oder 800-pound Gorilla?

    Zooplus – Papiertiger oder 800-pound Gorilla?

    Frustrated Monkey In Business SuitWie bereits von Jochen beschrieben, hat Zooplus vor kurzem die aktuellen Quartalszahlen veröffentlicht. Für den weiteren positiven Verlauf der Aktienentwicklung steht jetzt die Frage im Raum, ob die ersten Vorsteuergewinne der Beginn einer profitablen Entwicklung sind oder ob es nur ein kurzer, vom Management durch reduzierte Marketingausgaben gesteuerter, Ausflug in die Profitabilität ist, um den Aktienkurs weiter zu beflügeln oder andere unternehmerische Ziele zu erreichen. Ist Zooplus also ein Papiertiger, der bald zusammenfallen wird oder der 800-pound Gorilla der im durchaus attraktiven Tierbedarf-Markt eine dominante Position eingenommen hat?

    Die Aktie von Zooplus befindet sich zur Zeit in der Nähe der 60-€-Grenze und hat nach einer negativen Entwicklung im Jahr 2012 in 2013/14 eine sehr gute Performance gezeigt. Der momentane Stand der Aktie zeigt erhebliche Investitionsbereitschaft und eine ungebrochene Erwartung des Marktes in zukünftige Gewinne bzw. Kurszuwächse. (mehr …)

  • Alibaba – Staatliche (Handels-)Transparenz aus China?

    Alibaba macht nicht nur mehr Umsatz als eBay und Amazon zusammen, sondern bald wird es über eine ungeheure Finanzkraft verfügen. Der anstehende Börsengang wird sicherlich die nötigen Milliarden für eine schnelle globale Expansion in die Taschen spülen.  Hier eine spannende Zusammenfassung aus dem sehr lesenswerten Heibel Ticker zu Alibabas bevorstehendem Börsengang:

    Made In China Silver Badge„Alibaba ist eine 40%ige Tochter von Yahoo! und der Grund für die gute Kursperformance von Yahoo! seit dem Amtsantritt von CEO Marissa Mayer vor zwei Jahren. Yahoo! bringt insgesamt 35 Mrd. USD auf die Waage, für den chinesischen Online-Versandhändler schätzt man eine Marktkapitalisierung von 150 – 250 Mrd. USD. Im schlechtesten Fall ist allein die Alibaba-Beteiligung von Yahoo! mehr wert als die gesamte aktuelle Marktkapitalisierung von Yahoo!.

     Die Chinesen haben sechs Investmentbanken beauftragt, darunter natürlich auch die Deutsche Bank, den Börsengang zu inszenieren. In den kommenden Wochen werden unzählige Roadshows stattfinden, auf denen die Geschäftszahlen von Alibaba in englischer Sprache den amerikanischen institutionellen Anlegern durch Investmentbanker nahegebracht werden. Dadurch versuchen die Banker abzuschätzen, wie viele Aktien sich wohl am Markt platzieren lassen.

    (mehr …)

  • Epic – Pivot zur richtigen Zeit?

    InkubatorWenn man einen Säugling aus dem Brutkasten holt, dann ist dieser eigenständig in der Lage zu überleben und hat alle nötige Unterstützung für diesen Lebensabschnitt erhalten. Jetzt muss eigenständig los gelegt werden.  So ist das auch mit Firmen. Der Berliner Inkubator Epic muss erfahren, dass ein zu großer Brutkasten weder dem Baby noch dem Arzt Spaß macht. In einer „kleinen Änderung“ wurde die Holding massiv reduziert und die zentralen Funktionen zurück auf die Portfolio Unternehmen verteilt. Ebenfalls wurde über einige Entlassungen spekuliert. Dies ist einerseits ein Zeichen für verfehltes Kostenmanagement, da eine Holding in erster Linie „lean & mean“ sein sollte. Nur wenn man es als Holding schafft, die einzelnen Leistungen durch effektive Skalierung billiger als die Eigenkosten der einzelnen Unternehmen anzubieten, ist diese Struktur erfolgversprechend. Für Start-Ups ist dies sogar extrem nützlich, da im Schnitt besser qualifiziertes Personal für die Tätigkeit der Holding eingekauft werden kann, als für jedes einzelne Start-Up. Andererseits vergessen CEOs von Inkubatoren häufig, dass sie besonders kostenbewusst sein müssen und als Beispiel für ihre Portfoliounternehmen agieren sollten – nicht als mächtige Finanzholding mit unbegrenzten Budgets. Wenn dies vergessen wird, wie es hier der Fall gewesen zu sein scheint, dann wird die Holding sehr schnell ein Klotz am Start-Up Bein,

    (mehr …)

  • Will Deutschland diese Zukunft?

    In gewohnter deutscher Jammerstimme wird mal wieder das mangelnde Wagniskapital in Deutschland durch einen Gastkommentar im Spiegel beweint.  In den USA ist es so viel besser, da dort Internet-Milliardäre Ihre Gewinne im Silicon Valley reinvestieren und fleißig neue Firmen schaffen. In Deutschland gibt es diese Kapitalgeber nicht – das führt zu weniger Innovation bzw. keinen führenden deutschen Technologieunternehmen. Laut Artikel sind wir abgehängt und können die weitere Digitalisierung der deutschen Wirtschaft an den Nagel hängen.

    I want you!So weit so gut aber hier wird getan, als ob durch mehr Investitionen ein „Gründungsautomatismus“ losgetreten wird, der zu Erfolg führt. Fast nur noch lachhaft, ist dieser Paragraph:

    „Es (Buch von Netscape Gründer) ist quasi eine Anleitung, was zu tun ist, um erst fünf Millionen Dollar Anschubfinanzierung zu bekommen und damit ein Unternehmen zu basteln, das 500 Millionen wert ist.

    Wer allerdings versucht, in Berlin oder Frankfurt am Main ein Start-up hochzuziehen, kann alle Ratschläge und Regeln punktgenau befolgen und hat trotzdem nur geringe Chancen mit Millionen überschüttet zu werden.“

    Na dann mal los. Ich bekomme die ersten 5 Millionen und dann steht, bei der richtigen geographischen Gegebenheit, der 500 Millionen Firmenbewertung ja schon nichts mehr im Weg. Schaut man aber mal etwas genauer über den Atlantik als nur auf Facebook und Google, dann wird man schnell feststellen, dass die Venture Capital Industrie viel zu viel in viel zu wenige Unternehmen investiert.  Die Industrie hat seit ca. 10 Jahren keine positiven Rendite erzielt und ist somit ein einziges großes Subventionssystem, wo mit dem Feuerwehrschlauch kräftig Geld verteilt wird – vom Geld verdienen und einen gesunden Mittelstand zu schaffen, ist die USA weit, weit entfernt.

    Deutschland = Mittelstand!

    (mehr …)

  • XING – Wachstum im Tausch für Profitabilität?

    Auch Xing kann sich leider nicht von der immer schneller drehenden Preisspirale im digitalen Geschäft entkuppeln. Topline Wachstum wird durch Fernsehwerbung zu kosten der EBITDA Marge erkauft. Die aktuellen Quartalszahlen zeigen in allen Geschäftsbereichen (Mitgliederzahlungen, Recruitment und Events) soliden Umsatzwachstum, allerdings sinkt die Profitabilität deutlich. Der um Akquisitionskosten bereinigte EBITDA fällt von Q1/2013 €5,3m auf Q1/2014 €4,5m bei einem wesentlich höheren Quartalsumsatz von €22,8m (Q1/2013: €19,6). Somit ergibt sich eine EBITDA Marge die von einem sehr guten 2013 Wert von 27,0% auf jetzt 19,7% gefallen ist.  Den verstärkten Fokus auf Marketing zeigen auch die Ausgaben bei diesem Kostenpunkt. Marketingausgaben steigen von Q1/2013 €1,2m auf Q1/2014 €3,8m und belasten das operative Ergebnis erheblich.  Es bleibt abzuwarten, ob die neu gewonnen Umsätze erhalten bleiben, wenn keine Neukunden mehr durch teure Marketingausgaben gewonnen werden können.

    Xing vs. Linkedin

    (mehr …)

  • Healthcare Innovation Weekend 2014 – Gestalte die digitale Zukunft im Gesundheitsbereich!

    HCIW14_HH

    „Innovation, education and action” – unter diesem Motto ruft das Healthcare Innovation Weekend alle zum Pitchen auf, die eine vielversprechende Idee in den Bereichen Medizin, Pharma und Gesundheit haben.

    Vom 7. bis 9. März findet in Hamburg erneut das „Healthcare Innovation Weekend“ im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) statt. Visionäre, Professionals, Entwickler, Studierende und Designer entwickeln mit erfahrenen Coaches zukunftsträchtige Geschäftsmodelle, Websites und App-Prototypen für Medizin, Pharma und Gesundheit. Die besten Ergebnisse werden mit Preisen im Gesamtwert von 10.000,- Euro prämiert.

    (mehr …)

  • Digital Commerce Day 2014 – E-Commerce an einem Tag!

     

    Digital Commerce Day

    Vorträge und Workshops für KMUs zu Online-Marketing, Technologie und Best Practices 

    „Soll ich online verkaufen? Wie werbe ich im Internet? Brauche ich eine mobile Website?“ – Antworten auf diese und andere Fragen bekommen kleine und mittelständische Unternehmen beim Digital Commerce Day am 8. April in Hamburg. Im Rahmen von Seminaren und Workshops erfahren die Teilnehmer alles über die neuesten Entwicklungen im E-Commerce und können sich in Sachen Online-Marketing und Technologie weiterbilden.

    (mehr …)