Monat: November 2024

  • Retail-Renaissance? Niemals! Warum E-Commerce für Familienunternehmen alternativlos und jetzt der beste Zeitpunkt dafür ist

    Retail-Renaissance? Niemals! Warum E-Commerce für Familienunternehmen alternativlos und jetzt der beste Zeitpunkt dafür ist

    Deutsche Familienunternehmen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und haben über Jahrzehnte hinweg bewiesen, wie Resilienz und Innovation eine unschlagbare Kombination bilden können. Noch immer gibt es Zweifel, ob der Schritt ins Onlinegeschäft richtig oder ein Ausbau der bisherigen Aktivitäten notwendig ist. Dabei ist E-Commerce längst alternativlos, B2C wie B2B.

    Wer auf eine Renaissance von stationärem Retail oder die Unsterblichkeit von „fahrenden Vertrieblern“ hofft, muss sich nur die Realität vor Augen führen: E-Commerce gewinnt mehr und mehr Anteile am Gesamthandelsvolumen, und naturheilpraxis-hauri.ch zwar auf ganzer Linie. Unternehmen, die heute nicht in ihre Online-Strategie investieren, riskieren morgen, bedeutungslos zu sein.

    Der stationäre Handel kann ein wertvoller Marketingkanal für den E-Commerce sein, aber der Hauptumsatz muss dorthin verlagert werden, wo die Kunden sind: online. Kunden erwarten schnelle, einfache und flexible Einkaufserlebnisse, und zwar dort, wo sie sich gerade aufhalten – ob auf mobilen Endgeräten, sozialen Medien oder Marktplätzen. Kundenzentrierung in diesem Lichte ist nicht nur im B2C-Geschäft selbstverständlich, sondern auch im B2B-Geschäft ein absolutes Muss.

     

    Veränderte Kundenerwartungen und Chancen im digitalen Umfeld

    Die Erwartungen der Kunden haben sich gewandelt. Allein: Knapp 55 Prozent der Deutschen haben 2023 online eingekauft – Tendenz steigend. Verbraucher suchen Produkte vermehrt online und wollen schnellstmöglich Angebote für ihre Bedürfnisse. Ein gut durchdachter Online-Shop ist eine notwendige Verkaufsplattform und ein Ort, an dem Kunden sich informieren und inspirieren lassen können – aber nur die Spitze des Eisbergs: Digital Commerce bedeutet, eine umfassende Strategie für alle möglichen Aspekte der Digitalisierung von Daten, Prozessen und Touchpoints – etwa Kundenservice, eigene Kanäle, Marktplatzrepräsentanz, … – zu entwickeln und umzusetzen. Durch konsequentes Vorgehen dabei ergibt sich eine enorme Chance, neue Zielgruppen anzusprechen und Kundenbindung durch digitale Erlebnisse zu schaffen. 

    Das gilt für B2C- wie B2B-Geschäft: Besonders jüngere, digital-affine Kunden sind oft schwer über den stationären Handel zu erreichen. Mit einem Online-Angebot lassen sich diese Gruppen gezielt ansprechen und langfristig binden. Auch die Digitalisierung des Vertriebs im B2B-Sektor bietet Chancen, mehr Transparenz und Flexibilität in die Kundenbeziehungen zu bringen. Über eine digitale Plattform können Unternehmen Kundendaten effizient verknüpfen und diese Informationen für gezielte Marketing- und Vertriebsstrategien nutzen. Hier liegt ein enormes Potenzial für alle Branchen. Es wäre übrigens ein Trugschluss zu denken, dass die Menschen, die im B2B-Geschäft unterwegs sind, nicht auch dort mindestens die Standards erwarten, die sie abends bei Amazon & Co. finden und gewohnt sind.

    Die digitale Transformation ist keine Modeerscheinung, sondern ein zwingender Schritt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Familienunternehmen, die jetzt investieren, verschaffen sich einen Vorsprung und positionieren sich nachhaltig im Markt.

     

    Der günstigste Zeitpunkt ist jetzt

    Während einige noch den physischen Einzelhandel als Hauptumsatztreiber betrachten, bauen sich Vorreiter bereits schon längst online ihre Zukunft auf. Deutsche Familienunternehmen, die mit Stolz und Tradition bestehen, müssen lernen, den Retail als Marketingkanal für den E-Commerce zu begreifen – nicht als unantastbare Grundlage ihres Geschäftsmodells.

    Die gute Nachricht: Wie war es – in doppelter Hinsicht – günstiger als jetzt, in E-Commerce zu investieren: 

     

    • Der Markt für digitale Expertise ist so zugänglich wie nie zuvor. Talente, Berater und Entwickler, die auf E-Commerce spezialisiert sind, können zu vorteilhaften Konditionen engagiert werden. Schon mit vergleichsweise geringem Budget können Familienunternehmen ihre Bekanntheit und Reichweite im Online-Markt gezielt ausbauen – allein weil die Vielfalt der Werbekanäle ein Ausloten hin zum Optimum vereinfacht.

     

    • E-Commerce ist nicht neu, sondern in den vergangenen Jahren technologisch gereift – was sich auch in geringeren Kosten niederschlägt. Moderne Shop-Technologien wie die von Spryker – am besten in Kombination mit Beratungen wie Etribes – bieten maßgeschneiderte Lösungen für jeden Bedarf. Die Zeiten, in denen der Aufbau eines Online-Shops Monate dauerte und Unsummen verschlang, sind vorbei. Moderne Shop-Software ist benutzerfreundlich, anpassbar und verfügt über die nötige Stabilität, um den Bedürfnissen von B2B- und B2C-Kunden gerecht zu werden.

     

    • Mit KI lässt sich ein Großteil der Abläufe im E-Commerce effizient gestalten – von der Kundenkommunikation über Logistik bis hin zur Analyse von Verkaufsdaten. Familienunternehmen, die auf digitale Transformation setzen, können mit KI ihren Umsatz optimieren und ihre Prozesse verschlanken.

     

    Keine Krise lässt sich „wegsparen“

    Die deutsche Industrie steht vor einer unmissverständlichen Entscheidung: Transformation oder Stagnation. Die Geschwindigkeit der Veränderungen auf Seiten der Konsumenten und Kunden fordert ein Umdenken und eine Bereitschaft zur Anpassung. Wer heute noch darauf besteht, das Potenzial im E-Commerce zu ignorieren, wird morgen kaum noch am Markt bestehen können. Gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten ist antizyklisches Investieren gefragt. Sparen ist ein kurzfristiger Ausweg, aber es bringt Unternehmen langfristig selten weiter. Allein Unternehmen, die jetzt gezielt investieren und nicht nur auf Kostensenkung setzen, sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit. 

  • Insights aus China: Wird die Zukunft des E-Commerce in Fernost gemacht?

    Insights aus China: Wird die Zukunft des E-Commerce in Fernost gemacht?

    Meine Etribes-Kollegin Karo Junker de Neui war jüngst auf einer inspirierenden Reise durch die chinesische E-Commerce-Landschaft, organisiert von Ed Sander und dem K5-Team. Sie hat die China-Reise bei LinkedIn dokumentiert – ich fasse die wichtigsten Punkte einmal hier zusammen.

    In mehreren Städten konnte die Reisegruppe Einblicke in innovative Geschäftsmodelle und technische Entwicklungen gewinnen, die China in diesem Bereich zur Weltspitze katapultieren. Die Exkursion führte zu Unternehmen wie JD.com und brachte faszinierende Erkenntnisse über Instant Retail, Live-Commerce und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der digitalen Wirtschaft. Karos Einblicke bieten wertvolle Hinweise darauf, welche Trends vielleicht auch bald den europäischen Markt erreichen werden:

    Instant Retail: In China hat sich das Konzept des Instant Retail (sofortige Lieferung) längst etabliert, jedoch bleibt die Profitabilität ein Problem. Große Unternehmen wie Meituan und JD nutzen flexible Lieferoptionen, bei denen Kunden ihre Bestellungen in unter 30 Minuten erhalten können. Convenience wird als kritischer Erfolgsfaktor betrachtet, doch Karo zweifelt an der Wirtschaftlichkeit dieser Modelle für den europäischen Markt, da die Lohn- und Logistikkosten hier deutlich höher sind​.

    Live-Commerce: Live-Shopping boomt in China – Karo hat das direkt auch selbst mal ausprobiert –  und hat sich zu einem entscheidenden Kanal für die Kundengewinnung entwickelt. Plattformen wie TaoBao und Douyin bieten interaktive Kaufmöglichkeiten, die durch emotionale Interaktionen und starke Hosts besonders hohe Konversionsraten erzielen. Selbst Influencer-Agenturen wie Joy Media sind mittlerweile in die Welt des Live-Commerce eingetreten, mit über 110.000 Streamern. Während Europa diesen Trend langsam auch aufgreift, könnte die Einführung von TikToks Live-Shopping-Features den Markt nachhaltig verändern.

    Digitale Innovation: Chinas Unternehmen sind führend in Sachen digitaler Innovation und setzen dabei an den verschiedensten Bereichen an. JD.com hat etwa Telemedizin als vertikales Feature für weiteres Wachstum eingeführt, während die datengetriebene Produktentwicklung bei Unternehmen wie Luckin Coffee zu einem stetigen Anstieg der Kundenbindung führt. Die umfassende Nutzung von Daten ist allgegenwärtig und ermöglicht Optimierungen auf jedem Level – von der Logistik bis hin zu personalisierten Angeboten​.

    Plattformökonomie und Ökosysteme: Plattformen wie Alibaba und Pinduoduo dominieren den E-Commerce-Markt in China. Eigenständige Onlineshops sind nahezu irrelevant, da der Traffic über Social Media gewonnen wird und die umfassende Logistik-Infrastruktur den Händlern die Distribution erleichtert. Diese durchdachten und miteinander verbundenen Ökosysteme bieten eine fast unendliche Auswahl für die Kunden und machen den Unterschied in der Geschwindigkeit und Flexibilität aus.

    Kurz: Der Blick über den Tellerrand hat sich gelohnt und dankenswerterweise hat Karo ihre Eindrücke mit uns geteilt (Bonustrack: Crossover-Podcast Kassenzone x ChefTreff mit Sven Rittau!) und so viele wertvolle Denkanstöße geliefert. Während nicht alle Modelle 1:1 übertragbar sind, bietet China inspirierende Beispiele für die Zukunft des Handels. Bei Etribes werden wir all dieses Wissen definitiv in unsere Projekte einfließen lassen und weiter daran arbeiten, den E-Commerce hierzulande zu verändern.