Schlagwort: Amazon Strategie

  • Amazon Dorf Talk – August 2020 Money Talk und Markterweiterung

    Amazon Dorf Talk – August 2020 Money Talk und Markterweiterung

    In dieser Folge des Amazon Dorf Talks geht es um die Quartalszahlen Stand August 2020. Wie sehen sie aus, was kann man aus ihnen lesen und welche Diskussionen kommen auf? Im Anschluss daran haben wir uns mit dem Thema Markterweiterung „Neue Märkte – Polen und Schweden“ auseinandergesetzt, wie ist da die Situation gerade?

    • Sind die Quartalszahlen noch überraschend und was sagen sie aus? (ab 2:00)
    • Gedanke: Was wäre, wenn Amazon zerschlagen würde? (ab 10:29)
    • Neue Märke – Polen und Schweden (ab 16:50)
    • Abstecher: Amazon Pantry – learnings (ab 23:36)
    • Abschluss (ab 32:11)

  • Amazon Dorf Talk – Amazon als Grundversorger

    Amazon Dorf Talk – Amazon als Grundversorger

    Amazon könnte man spätestens seit der Corona-Krise auch als Grundversorger betrachten. Kunden decken sich inzwischen mit Produkten des täglichen Bedarfs auf Amazon ein und auch andere große Produktsegmente sind nicht unwichtiger geworden. Wie wirkt sich das auf den stationären Handel aus und was könnte eine Antwort sein? Christian Otto Kelm und ich haben uns hierzu einmal ein paar Gedanken gemacht.

    • Intro
    • Kundenverhalten – Es gibt kein zurück zu „normal“ mehr, das Shoppingverhalten der Konsumenten im stationären Handel war vorher schon kritisch und hat sich jetzt dauerhaft verändert (ab 1:52)
    • Was kann der stationäre Handel jetzt noch unternehmen bzw. wurden und werden Chancen genutzt? (ab 5:44)
    • Abschluss (ab 30:17)

     

     

     

  • Amazon Dorf Talk – Überblick erste Hälfte 2020

    Amazon Dorf Talk – Überblick erste Hälfte 2020

    Es ist schon etwas länger her, dass Christian Otto Kelm und ich uns zum Amazon Dorf Talk getroffen haben. Viel ist in der ersten Hälfte 2020 vor allem durch die Corona-Pandemie passiert. Wir betrachten diese Krise als Katalysator, der bereits länger bestehende Versäumnisse in der digitalen Welt schonungslos aufdeckt. Daher lassen wir einfach einmal Revue passieren, wie das letzte halbe Jahr Amazon selbst und auch das Verhalten der Konsumenten verändert hat.

    • Amazon als Infrastruktur im E-Commerce wurde Grundversorger in der Pandemie (ab 1:52)
    • Was hat sich speziell auf Amazon verändert? (ab 5:20)
    • Bedarfsdeckung vs. Inspiration (ab 6:45)
    • Wie mussten sich Seller anpassen bzw. umstellen? (ab 10:05)
    • Gibt es neue Produktkategorien die es vorher noch nicht gab? (ab 12:14)
    • Wo stehen wir jetzt Mitte Juli 2020 nachdem die Lage sich wieder etwas beruhigt hat? (ab 16:30)
    • Wie sehen Vorbereitungen auf eine ggf. eintretende zweite Welle aus? Gibt es welche? (ab 22:40)
    • Abschluss (ab 34:47)

     

     

  • Der Nächste, bitte! Warum der Aufbau einer eigenen Logistik der nächste clevere Schachzug von Amazon ist

    Der Nächste, bitte! Warum der Aufbau einer eigenen Logistik der nächste clevere Schachzug von Amazon ist

    Man kennt das: Amazon nimmt sich eine Produktkategorie nach der anderen vor, macht seinen Kunden, die sich seit Jahren immer gedankenloser beim Konzern mit Waren eindecken, ein überaus konkurrenzfähiges Angebot – und plötzlich haben die nächsten, bis vor kurzem als unbesiegbar geltenden Platzhirsche ein Problem. So geschehen mit Büchern, mit Musik, mit Elektronik. So auch geschehen mit dem Konzept stationärer Handelsgeneralisten: Karstadt und Kaufhof klammern nun im Moment des endgültigen Untergangs fest aneinander. „Der Nächste, bitte!“ An den leeren Kassen verhallen die Worte.

    In Stein gemeißelt ist der Sieg von Amazon aber nicht immer. In einigen Bereichen können es andere Player immer noch besser: Weder das Mode- noch das Möbelsegment sind – wie einst prophezeit – dem Riesen widerstandslos zum Opfer gefallen. Auch im Bereich Food mussten Amazon und viele Branchenbeobachter so manch vollmundige Ankündigung relativieren. Im Food-Segment verteidigen viele Hersteller und Händler dank rechtzeitiger Innovationen und Verbesserungen on- wie offline ihre Stellung erfolgreich.

    Aber da, wo Vertreter einer satten Branche, die es gewohnt sind, dass die Leute nur zu ihnen kommen, es verschlafen, ihr Angebot auf die Höhe der Zeit zu bringen – da ist der Erfolg eines Amazon-Angriffs beinahe unausweichlich. So im Paketgeschäft. Dass Amazon mit den bestehenden Paketdiensten im höchsten Maße unzufrieden ist, ist nichts Neues. Schließlich gefährdet die sprichwörtlich gewordene Unzuverlässigkeit von DHL, Hermes & Co. einen enorm wichtigen Bestandteil des Amazon-Versprechens: Dass es auf der Plattform jederzeit fast alles zu einem konkurrenzfähigen Preis gibt und es auch zuverlässig geliefert wird. Ebenfalls lange bekannt: Der US-Konzern glaubt nicht, dass die Paketdienste am Markt ihre Kapazitäten schnell genug ausbauen und die Qualität in dem Maße verbessern können, wie er es selber tun kann. Schon 2017 berichtete beispielsweise die WELT darüber: „Amazon baut die eigene Paketzustellung massiv aus“.

    Und vor Kurzem – wieder in der WELT unter dem Titel „Amazon bereitet radikalen Wandel in der Paketzustellung vor“ – war Folgendes zu lesen: „Lag die Zustellquote von eigenen Paketen Anfang 2017 bei etwa zehn Prozent, so stellt Amazon aktuell jedes zweite Paket in den USA selbst zu.“ Was für eine Entwicklung und das innerhalb von nur drei Jahren! Inzwischen wurden auch viele Deutsche schon einmal von einem Amazon-Boten beliefert: In den deutschen Großstädten werden durch eine Art ‚Uber für Pakete‘ die Kapazitäten selbständiger Paketboten optimal (jedenfalls für Konzern und Kunden…) eingeteilt. Immer öfter heißt es nun: „Hallo, Amazon-Lieferung! Bitte einmal unterschreiben!“

    Bei verfrühten und nicht eingehaltenen Ankündigungen ist es in diesem Fall also nicht geblieben: Diese Amazon-eigene Zustellung ist nicht die neue „Paketdrohne“, die seit Jahren immer wieder medienwirksam angeteasert wird, um dann doch (noch) nicht zu kommen. Dafür „fliegt“ Amazon selbst bereits seit Jahren, aber bislang eher unter dem Medienradar. Die WELT hat nun ihren Peilsender angeschaltet und eine Entdeckung gemacht: „Schon heute ist Amazon der weltweit viertgrößte Transportkonzern, wenn es um die eigene Flugzeugflotte geht. Nur die Post-Tochtergesellschaft DHL und United Parcel Service sowie Federal Express aus den USA verfügen über noch mehr Frachtflugzeuge. Gestartet ist die erst vor vier Jahren gegründete Fluglinie Amazon Air mit zehn Maschinen, mittlerweile sind 50 Transportflugzeuge für die Gesellschaft unterwegs.“ Derzeit würde man sich in Seattle ebenfalls über eine eigene Containerschiffsflotte Gedanken machen.

    So weit, so erkennbar: Amazon vertikalisiert die Lieferkette, um immer mehr Wertschöpfungsschritte unter die eigene Kontrolle zu bekommen, weil das Unternehmen sie besser und günstiger ausführen kann. Einst kaufte Amazon Akkus ein und verkaufte sie weiter. Mittlerweile lässt der Konzern unter der Marke „Amazon Basics“ selber welche herstellen. Früher kaufte man bei Amazon DVDs von Serien ein, die von HBO & Co. produziert wurden. Heute guckt man auch Eigenproduktionen von Amazon Prime – möglicherweise mithilfe eines Amazon-Fire-Streaminggerätes.

    Die echte Disruption im Bereich Logistik liegt aber meines Erachtens nicht in der bloßen Vertikalisierung der Lieferkette: Das machen ja viele andere genauso. Auch Netflix setzt immer mehr auf Eigenproduktionen und kaum ein erfolgreicher Händler, ob online oder offline, lässt es sich heutzutage entgehen, mit Eigenmarken die Marge zu erhöhen: DM verkauft einem lieber „Balea“-Fußbutter als ein Produkt aus dem Hause Beiersdorf; ähnlich agiert die große Online-Parfümerie Flaconi, die mit Eigenentwicklungen im Bereich Körperpflege um die Ecke kommt. Ganze Ketten wie H&M und Zara kennen seit Jahren nur das Prinzip der totalen Vertikalisierung von Herstellung, Logistik und Handel.

    Nein, was viel revolutionärer ist: Über Amazon FBA („Fullfillment by Amazon“) stehen die vom Konzern neu aufgebauten Logistikkapazitäten allen Händlern auf der Plattform Amazon offen. Somit ist der Ausbau des eigenen Großtransports und Letzte-Meile-Dienstes nicht nur als Notmaßnahme eines an der Unfähigkeit der Logistikbranche leidenden Online-Händlers zu begreifen, sondern als groß angelegter Angriff auf die Unternehmen in ebendieser Branche. Denn hier arbeitet Amazon nicht nur am eigenen Volumen, was ja – gemessen an seinem Anteil im Online-Handel und folglich im Paketgeschäft – bedrohlich genug wäre, sondern bietet diese Kapazitäten sofort dem Markt an.

    Das ist nichts, was Amazon nicht schon gemacht hätte. Das ist vielmehr klassische Amazon-Logik und -Umsetzung par excellence: Ursprünglich war der Konzern bloß Händler, sah aber, dass seine Plattform nicht voll ausgelastet war und für andere Händler interessant sein könnte. So wurde Amazon zum Marktplatz. Und als Amazon Serverkapazität übrig hatte, kam dasselbe Prinzip zum Einsatz – man verkaufte Zugang dazu – mit dem Ergebnis, dass Amazon Web Services heute in der IT-Branche unumgänglich ist.

    Kurz: Erfolgreich skalieren kann Amazon erwiesenermaßen. Warum soll es in der Logistik anders sein?

  • Amazon Dorf Talk – Christian Otto Kelm über sein Amazon-Praxisbuch

    Amazon Dorf Talk – Christian Otto Kelm über sein Amazon-Praxisbuch

    Inzwischen ist es schon einige Zeit erhältlich, aber ich stelle euch nochmal einen Rückblick zur Entstehung von Christians Amazon-Buch „Amazon-Marketing: Das Praxisbuch für mehr Erfolg bei Amazon. Expertenwissen und Strategien von Amazon-Profi Christian Otto Kelm. Inkl. Amazon SEO“ bereit. 

    • Intro
    • Buchvorstellung und Zielgruppe (ab 2:33)
    • Inhalte und Aufteilung des Buches (ab 8:04)
    • Fachgutachter: Letztendlich war Frank Holzweißig der Fachgutachter und nicht Uwe Hamann (ab 16:52)
    • Abschluss und persönliche Weiterentwicklung von Christian Otto Kelm (ab 20:00)

  • Amazon Dorf Talk – Kann man Amazon als Unternehmen heutzutage noch ignorieren?

    Amazon Dorf Talk – Kann man Amazon als Unternehmen heutzutage noch ignorieren?

    Für uns als Gastgeber des Amazon Dorf Talks ist das Thema Amazon und auch andere Plattformen nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Wie sieht es jedoch in den Unternehmen aktuell aus? Was wird getan? Wie wird Wissen aufgebaut oder wird überhaupt Wissen aufgebaut?  Was sind die Argumente gegen Amazon? Ihr werdet es ahnen, doch unser Fazit zu diesem Thema ist: „Nein, man kann Amazon und die damit verbundenen Chancen für ein Unternehmen heutzutage nicht mehr ignorieren!“

    • Einleitung
    • Viele Unternehmen betrachten Amazon und auch andere Plattformen noch als „Fremdkörper“ in ihrer Strategie und nutzen es nur bedingt (ab 1:56)
    • Wie steht es um Unternehmen die Amazon komplett verweigern? (ab 9:10)
    • Thema: „Erhältliche Daten“ wie bringt man diese in die Unternehmen und wer kümmert sich dort? (ab 16:08)
    • Unternehmen müssen die Verweigerungshaltung gegenüber Amazon und anderen Plattformen ablegen (ab 24:50)
    • Zusammenfassung (ab 27:59)

  • Amazon Dorf Talk – Rückblick auf Q2 und Q3 2019 – Hat Amazon die Bremse angezogen?

    Amazon Dorf Talk – Rückblick auf Q2 und Q3 2019 – Hat Amazon die Bremse angezogen?

    Eine Weile ist es her, dass wir den letzen Amazon Dorf Talk aufgenommen haben. Christian Otto Kelm und ich geben daher hier einen kurzen Rückblick auf die letzten sechs Monate in 2019. Was hat sich bei Amazon verändert und warum wurden die Bremsen hinsichtlich Veränderung des Unternehmens, zumindest nach Außen hin, angezogen?

    • Kurzes Intro und Rückblick auf die letzten sechs Monate
    • Amazon hat die Veränderungsgeschwindigkeit heruntergefahren, mögliche Ursachen (ab 3:06)
    • Ist, anhand von Datensätzen, ein Abnehmen in der Gesamt-Wachstumsgeschwindigkeit und im Werbevolumen, das über die Platform ausgegeben wird, erkennbar? (ab 8:24)
    • Aktueller Stand Logistik (ab 13:25)
    • Waren Amazons Experimente im Food-Bereich der Antrieb, Logistik selbst kontrollieren zu müssen?  (ab 19:13)
    • Zusammenfassung (21:53)

  • Vergesst die Superlativen! Die eigentliche Bedeutung von Amazon Prime Day war eine andere

    Vergesst die Superlativen! Die eigentliche Bedeutung von Amazon Prime Day war eine andere

    Wisst ihr noch, die alte Masche vom Schulhof? „Guck mal da! Siehst du das nicht? Nee, da! Daaaa…“ sagen die einen, während die anderen dem armen Opfer hinterrücks eine böse Überraschung bereiten? (Bei uns wahlweise das Mittagessen aus dem Ranzen klauen oder einen großen Zettel mit „Ich bin doof“ am Rücken befestigen.) Jetzt, wo alle aus der Sommerpause wieder zurückkommen und auch in Bayern und Baden Württemberg die Kinder wieder in die Schule gehen, musste ich daran denken.

    Denn in der Ferienzeit ist Amazon ein ähnlicher Trick gelungen.

    „Prime Day 2019 Surpassed Black Friday and Cyber Monday Combined!“ posaunte die Überschrift der Konzern-Pressemitteilung zum diesjährigen Seattler Schnäppchenfest. Tenor des Textes: groß, größer, am Primesten. Jeder Absatz strotzte nur vor Zahlen: 175 Millionen Artikel verkauft! Zwei Milliarden Dollar Umsatz an einem Tag! Hunderttausende hiervon, Hunderttausende davon in soundso vielen Ländern! Guckt mal hier! Himmelhohe Zahlen!!

    Die Überschriften in den Medien speisten sich erwartungsgemäß daraus: „Amazon Prime Day 2019: Das waren die Top-Seller!“ lautete etwa eine typische bei Computerbild.de. Und keine Frage, die Zahlen sind imposant. Interessanter wären allerdings Zahlen für die Produkte, die Amazon zwar erwähnte, deren Umsatz der Konzern aber nicht bezifferte: nämlich seine eigenen.

    „Alexa, How Was Prime Day?“ fragte Amazon selbst in der ersten Hälfte der Überschrift seiner Pressemitteilung – eine Frage, die die zweite Hälfte ja beantwortete (siehe oben). Im ersten Absatz hieß es dann geradeaus: „Prime Day was also the biggest event ever for Amazon devices (…) top-selling deals worldwide were Echo Dot, FIre TV Stick with Alexa Voice Remote, and Fire TV Stick 4K with Alexa Voice Remote.“ Das erwähnten viele der Medien auf dem Amazon-PR-Verteiler auch: Computerbild schrieb auch in einer Zwischenüberschrift, dass „Amazon-Geräte weltweit beliebt“ seien. Doch gerade hier hätte man eigentlich merken können, dass dies die eigentliche Kerninformation war – und nicht, dass „auch andere Produkte, die unter den Zigtausenden Schnäppchen zu finden waren, es den Prime-Kunden angetan hatten“.

    Denn hier stellen sich allerhand Fragen, zuallererst: Wie viele Alexas und Fires denn genau? Und warum gibt Amazon hier keine Zahlen bekannt, wo man doch in derselben PM peinlichst genau aufgezählt bekommt, dass in den USA 100.000 Brotdosen, 100.000 Laptops, 200.000 Fernseher, 350.000 Luxuskosmetikartikel sowie 400.000 Bestellungen für Haustierbedarf am Prime Day über die virtuelle Theke gingen? Weil die einzelnen Handelsprodukte strategisch unwichtig sind und das Unternehmen daher offen drüber kommuniziert. Alexa & Co. sind aber als exklusiver Kundenbindungskanal, die das Bestellverhalten von Amazon-Kunden nachhaltig ändern soll, Chefsache – und eben keine Füllmasse in der Zahlenwand.

    Eine weitere Frage, die sich daraus ergibt, ist eher rhetorischer Natur: Krass! Die Leute kaufen die Dinger selber? Amazon muss sie nicht verschenken?! Die Antwort hier ist allerdings, dass diese Frage nur wir Commerce-Experten stellen, die wir ja wissen, dass die Kunden mit dem Kauf von Echo-fähigen Devices Amazon den Schlüssel zu ihrem Kaufverhalten in die Hand drücken und dabei auch noch die Haustür sperrangelweit auf lassen. Uns erscheint daher logisch, dass Kunden dafür eine Gegenleistung verlangen (beziehungsweise zumindest nicht dafür selber zahlen wollen) sollten. Aus Kundensicht stellt sich diese Frage aber nicht – oder die Gegenleistung ist klar ersichtlich: Amazon verkauft mir einen günstigeren Flachbildschirmfernseher/Tablet-Computer/Lautsprecher und bietet mir sogar oben drauf auch noch die megapraktische Alexa-Anwendung dazu an, die mein Leben einfacher macht! Geil!

    Letztendlich ist es nichts anderes, als der Kuhhandel, den der Kunde mal mehr, mal minder wissend mit Apple und Google (hier in der Variante Android) eingeht: Du kaufst ein Gerät und wir stellen dir einen Betriebssystem zur Verfügung; im Gegenzug wissen wir alles über dich und haben einen privilegierten Zugang zu dir als Kunden. Amazon schiebt sich mit Echo an den Filtern Handy und Desktop vorbei und bindet den Kunden per Gerät direkt an sich. Und da Voice erst am Anfang seiner Entwicklung steht und sicherlich eine immer größere Rolle im Commerce der Zukunft spielen wird (und längst nicht nur im Verkauf von schnöden Waren wie Brotdosen…), ist Amazon mit Alexa ein brillanter erster Zug gelungen, wenn es darum geht, die Kundenbindung auf diesem Schachbrett zu zementieren.

    Aber guckt mal! PrimeDayLive in München mit den Fantastischen Vier und Clueso! Guckt ihr? Taylor Swift für Amazon in New York! Ja, guckt, da oben…!

  • Amazon und die Apotheker #3: Was nach 2025 von Amazon zu erwarten sein wird

    Amazon und die Apotheker #3: Was nach 2025 von Amazon zu erwarten sein wird

    Schön, dass Sie sich wieder zur Behandlung bei uns einfinden! Viele brechen nämlich bereits nach der ersten Sitzung ab, weil die Nebeneffekte so unangenehm ausfallen. Auch die zweite Verabreichung kann es in sich haben. Dabei kann ich zumindest die Apotheker jetzt beruhigen: Das Schlimmste haben Sie jetzt hinter sich! Und nachdem dieser Blick in die Zukunft für diejenigen besonders schmerzhaft ausgefallen ist, die vorwiegend mit dem stationären Handel von Arzneimitteln versuchen, Geld zu verdienen, müssen jetzt andere Akteure im Gesundheitssystem die Zähne zusammen beißen.

    Denn Stand 2025 hat Amazon nicht nur Verwerfungen im Medikamenten-Markt verursacht, sondern diesen regelrecht aufgerollt. Wir befinden uns seit 2022 in einer liberalisierten Umgebung, in dem sich Deutsche weitestgehend ohne Gang zu einem der wenig verbliebenen stationären Apothekern mit Arzneimitteln versorgen dürfen – und dieses auch gern tun. Bereits im Frühjahr 2019 brachte sich Amazon in Deutschland mit diversen Personalien in Stellung, damit es pünktlich zur Aufhebung des Fernhandelsverbots von verschreibungspflichtigen Medikamenten durch die aus der Bundestagswahl 2021 hervorgegangene Koalition loslegen konnte. Vor allem chronisch Kranke haben Dienste wie automatischer Nachschub und Alexa schätzen gelernt. Neue Amazon-Health-Produkte, die Anfang der 2020er als MVP mit MedTech-Start-ups auf den US-Markt gebracht wurden, werden nun nach und nach in Deutschland gelauncht.

    Auch viele ältere Patienten sind von den Leistungen Amazons begeistert. Die 80-Jährigen von 2025 waren nämlich Anfang der 2000er die ersten ‚Silver Surfer‘: eine ganze Rentnergeneration hat schon seit 10 Jahren Smartphones und findet – nun, da sie zunehmend schlecht sieht und das Gedächtnis nachlässt – nichts dabei, Alexa zu fragen, welche der zwei Pillen in dem Umschlag „Dienstag“ gleich nochmal vor dem Mittagessen einzunehmen ist…

    Soviel zur Ausgangslage 2025: Was unternimmt das nunmehr weltgrößte Unternehmen (dessen Gründer Jeff Bezos übrigens zum Anfang des Jahres abdankt, da er Ende Januar als US-Präsident eingeschworen wird) als nächstes im angesichts des fortschreitenden demografischen Wandels nach wie vor höchstattraktiven Gesundheitssektor?

    i) Amazon verstärkt das B2B Pharma Business und beliefert Krankenhäuser und Praxen.

    Nachdem es sich den B2C-Arzneimitttelhandel mit ein paar europaweit aktiven Pure-Playern mehr oder minder vollständig aufgeteilt hat, entschließt sich Amazon dazu, durch die Belieferung von Gewerbekunden neue Zielgruppen zu erschließen. Schließlich ist der Konzern mit Amazon Business mittlerweile seit bald 10 Jahren in Deutschland vertreten. Die Position im B2B-Handel ist entsprechend stark. Und: Aufgrund des steigenden Kostendrucks im Gesundheitssystem – die Babyboomer werden nun gebrechlich und deren immer teureren Behandlungen müssen von einer stark abnehmenden Erwerbsbevölkerung bezahlt werden – und aufwändiger Beschaffungsprozesse ist ein Kooperation mit Amazon Business für Krankenhäuser besonders attraktiv. Mit Lösungen wie die bereits in den USA verbreiteten Dash-Buttons sowie predictive purchasing auf Basis von historischen Verbrauchsdaten hilft Amazon, den hektischen Klinikalltag etwas entspannter zu machen. (Dass die Preise unschlagbar günstig sind, muss man wohl nicht extra erwähnen.)

    ii) Amazon steigt in den Markt der privaten Krankenkassen ein.

    Bereits im Januar 2018 gründeten Amazon, Berkshire Hathaway und J.P. Morgan Chase eine Krankenkasse für die eigenen Mitarbeiter. Zudem gingen sie ein Bündnis ein, die sich mit der Digitalisierung vom US-Gesundheitsmarkt befasst. Es handelt sich immerhin um einen im internationalen Vergleich sagenhaft ineffizient organisierten Sektor, der 16% des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts verschlingt – und indem es sich einige Anbieter mit sehr hohen Margen äußerst bequem eingerichtet haben. 2025 betreibt dieses Bündnis schon erste eigene Krankenhäuser in Metropolen wie New York und Los Angeles. Ein Flaggschiff-Hospital wird demnächst in Sichtweite vom Amazon-Sitz in Seattle eröffnet.

    Obwohl der Gesundheitssektor in Deutschland vergleichsweise effizient aufgestellt ist, hüben wie drüben weiß Amazon die Trägheit in der privaten Krankenversorgung auszunutzen. Und die kleinteilig organisierten deutschen PKV haben die Entwicklungen der letzten Jahre verschlafen. Jüngere Kunden machen sich kundig und lassen sich immer seltener mit Lockprämien ködern. Schließlich sehen sie, wie ihre Eltern nun mit dem Renteneintritt plötzlich vierstellige Summen an ihre privaten Versicherer überweisen müssen und dabei komischerweise viele neue Medikamente selber zahlen müssen. So viel umsonst O-Saft kann man bei seinen Krankenhausaufenthalten im Einzelbettzimmer gar nicht trinken, als dass man auf seine Kosten käme.

    Hier sieht Amazon einen großen Markt: Da der Konzern bereit ist, weniger Marge als klassische private Krankenkassen zu akzeptieren, solange es der Kundenbindung an die Amazon-Infrastruktur dient, kann er sich es leisten, attraktivere monatliche Prämien anzubieten. Zudem besitzt Amazon bereits so viele Daten über Bestandskunden, dass es ihre Attraktivität als potenzieller Versicherter deutlich besser beurteilen kann, als das eine herkömmliche private Krankenkasse auf Basis eines Fragebogens zu tun vermag. Mit solchen aufwandsarmen, gesundlebenden Kunden geht Amazon eine äußerst sichere Wette ein und setzt seine Krankenversicherungsaktivitäten auf einem soliden Fundament auf.

    iii) Amazon baut seine Vormachtstellung als One-Stop-Solution aus.

    Amazon besetzte schon in den 2010er-Jahren relativ weitläufig den Kundenzugang. So gehörten Nahrungsergänzungsmittel schon 2019 zu einer besonders starken Kategorie bei Amazon in Deutschland. Die Nähe zu OTC-Produkten und verschreibungspflichtigen Medikamenten ließ also schon vorher darauf schließen, dass Amazon auch für diese Produkte das Vertrauen der Verbraucher genießen würde.

    Mit Hilfe von Geräten wie Echo konnte Amazon zudem seinen Einfluss auf den Kaufprozess des Kunden weiter ausbauen und einen immer größeren Anteil der Haushaltsausgaben für sich beanspruchen. Das Ergebnis: Im Jahr 2025 ist es in vielen Haushalten vollkommen normal, sich mit Alexa über Symptome einer Krankheit zu unterhalten. Zudem stellen von Start-ups in Partnerschaft mit Amazon Health entwickelte smart peripherals wie vernetzte Thermometer Alexa eine Reihe von Daten direkt zur Verfügung. Und bei einigen besonders fortschrittlichen Arztpraxen sind Termine über Voice zu buchen…

    So spannend solche Aussichten für Konsumenten, Krankenhäuser und Versicherte sein mögen, unsere Langzeitvorhersagen fallen weniger erfreulich aus für Handelsunternehmen in der Lieferkette zum Krankenhaus, für private Krankenkassen und für all diejenigen im Gesundheitssektor, die es bislang gewohnt sind, direkten Zugang zum Konsumenten zu genießen. Aber so viel Ehrlichkeit muss sein.

    Und jetzt haben Sie diese teilweise schmerzhafte Behandlung absolviert. Sie waren sehr tapfer. Mein ärztlicher Rat: Zur Sicherung des Behandlungserfolg in regelmäßigen Abständen hier reinlesen! Und wenn ich Ihnen im Umgang mit der unerfreulichen Diagnose behilflich sein kann, zögern Sie nicht. Aber erst einmal brauchen Sie sich keinen Termin am Empfang geben lassen: Gehen Sie raus und genießen Sie den Frühling!

  • Amazon Dorf Talk – Amazon Demand Side Platform (DSP)

    Amazon Dorf Talk – Amazon Demand Side Platform (DSP)

    In diesem Amazon Dorf Talk haben Christian Otto Kelm und ich uns noch einmal mit dem Thema „Amazon Demand Side Platform“ auseinandergesetzt. Was hat sich bisher getan?

    • Was hat sich in den letzten drei Monaten geändert? (ab 1:26)
    • Wie gehen Agenturen mit der Thematik um? (ab 4:40)
    • DSP Definition und Funktionalität auf Amazon (ab 6:10)
    • Re-targeting richtig gemacht (ab 10:00)
    • Faustregeln zum Budget (ab 19:07)
    • Abschluss (ab 22:59)