Im Private Banking Magazin ist heute ein Artikel von Fabian J. Fischer und mir zu einem Thema erschienen, das mich im Moment sehr beschäftigt „Family Offices und die digitale Zukunft“. Damit Family Offices, die den digitalen Umbruch offensiv angehen wollen, eine Richtlinie haben, stellen wir – ganz im Sinne der Gewohnheit, bei Akquisitionen in 100-Tage-Zeiträumen zu denken – einen 100-Tage-Plan mit zehn Schritten in die digitale Zukunft vor. Schaut gerne rein:
Schlagwort: Unternehmer
-

Interview zur Dmexco 2019
Kurz und knapp: Ein kleiner Schnappschuss von mir auf der Dmexco 2019. Danke an Gebhardt.Media und Eventreporter für das Gespräch.
© 2019 EVENTREPORTER | GEBHARDT.MEDIA -

Klinische Studien digitalisiert – Anna Abraham von Mondosano GmbH
Anna Abraham ist Co-Gründerin und Geschäftsführerin von Mondosano GmbH. Zusammen mit ihrem Team leistet sie Aufklärungsarbeit über die Verfügbarkeit und Inhalte von klinischen Studien. Patienten werden einerseits bei der Suche nach der passenden Studie unterstützt, aber auch direkt an die Hand genommen und vermittelt. Wie entstand Mondosano GmbH, welche Herausforderungen gab bzw. gibt es und wie sieht es in anderen Ländern aus?
- Vorstellung Anna Abraham und Mondosano GmbH
- Wie monetarisiert sich Mondosano GmbH? (ab 2:23)
- Entstehungsgeschichte von Mondosano GmbH (ab 3:28)
- Wo steht Mondosano GmbH als Start-Up zum jetzigen Zeitpunkt? (ab 6:12)
- Funding (ab 7:15)
- Wie groß ist die Zielgruppe an Unternehmen die Forschung beauftragen/durchführen in Deutschland? (ab 11:00)
- Die Aufgabenschwerpunkte im Gründerteam (ab 14:07)
- Die ethische Komponente (ab 15:00)
- Technologie (ab 22:03)
- Akzeptanz (ab 23:24)
-

Generationen Y und Z – Für mich das A und O
Es vergeht mittlerweile kaum ein Tag, an dem die Generationen von zwischen 1985 und 2000 nicht irgendwelchen Anfeindungen von selbsternannten ‚Arbeitsmarktforschern‘ und gelangweilten Leitartiklern ausgesetzt sind. Ihrer Meinung nach sind die Millennials, geboren in den Jahren 1985 bis 1995, zwar arbeitswillig, aber höllisch anstrengend. Sie werden gern auch etwas spöttisch Generation Y genannt – erstens, weil sie auf die Generation X folgen (X, Y… Na, schon kapiert?) und zweitens, weil sie angeblich zu viele „Why?“-Fragen stellen. So. Und nach Jahren, in denen auf sie eingeschossen wurde, haben die erniedrigungsgeilen Karriere-Ressorts der großen Medien eine neue Zielscheibe gefunden: die neuerdings arbeitsmarktreife „Generation Z“, die – so die Vorwürfe – nicht mal den Antrieb aufbrächten, anstrengend zu sein, sondern nur noch auf Sabbaticals/Raves/Fridays for future rumhingen.
Von diesem unschönen Medienphänomen gab es letztens bei WELT ein besonders hanebüchenes Exemplar. In feinstem, völlig sinnentleertem Journalistendeutsch – „Die nach 1995 geborenen jungen Arbeitnehmer und Hochschulabsolventen erobern aktuell den Arbeitsmarkt“ (Was soll man denn sonst im Alter von 24 ‚erobern‘? Das Arbeitsamt? Ein Nachbarland?) – wird eigentlich Selbstverständliches erklärt: Junge Menschen stellen gewohnte Abläufe und Zielsetzungen in Frage und – Haltet euch fest! – wollen was verändern. Dass ich nicht vom Stuhl falle!
Natürlich hat jede Generation immer einen sehr kritischen Blick auf die jeweils nachfolgende. Schon Cicero klagte, die jungen Römer beherrschten nicht mehr den gepflegten Brauch des Lateinischen, seien feige im Kampf und das Reich (das übrigens noch drei Jahrhunderte halten sollte) gehe überhaupt den Bach runter. Im bundesrepublikanischen Sound von heute hört sich dieser ewiger Mechanismus folgendermaßen an: „Anspruchsdenken“, „erst einmal was leisten“ und „damals wurde ja sogar noch gesiezt/Krawatte getragen/Überstunden ohne Ende geleistet. Und sage mir jetzt einer, das hier sei zu unflexibel!“
Kurz: Man selber ging barfuß zur Schule und beide Wege gingen Berg hoch. So weit, so normal. Und Menschen in meinem Alter werden sich in dreißig Jahren vermutlich auch so abfällig über die Nachfolger äußern („Damals in den 2010er mussten wir noch persönlich zum Notar, um Firmen zu gründen! Das kennen die alles nicht mehr! Kriegen den Arsch nicht hoch!“). Allerdings erfüllt es mich mit regelrechtem Zorn, dass die Generation der Millennials und Generation Z nicht nur den üblichen Vorwürfen ausgesetzt (Faulheit, Forschheit, fehlendes Allgemeinwissen), sondern auch noch dafür heruntergeputzt werden, dass sie nicht nur durch schnöde Zahlung von Gehalt motiviert sind.
Das Wehklagen läuft immer nach dem gleichen Muster ab. Babyboomer werden zum Maßstab gesetzt, weil sie pflegeleicht und gut steuerbar sind: Mehr Geld rein, mehr Leistung raus. Arbeiten bis zum Umfallen mit den Ellbogen ausgefahren – und Scheiß auf die Folgen (für einen persönlich, für Wirtschaft und Gesellschaft, für Umwelt und Klima). Verhaltenstechnisch schon nicht unproblematisch, aber aus Arbeitgebersicht sicherlich sehr bequem! Generation X – gerade noch meine Generation – gilt zwar als ein bisschen kritischer, aber eben konsumgeil, hochgradig zynisch und daher auch ganz gut mit den richtigen finanziellen Anreizen auf Leistungskurs zu bringen. Aber diese Jungen, du! Stellen viel zu viele Fragen, wollen sich immer „selbst verwirklichen“ bei einem guten Gehalt und haben dabei nicht einmal ihren Beitrag geleistet! Und wenn man dem nicht nachkomme, gehen sie einfach weg! Sabbatical oder burn-out oder zu einem von diesen start-ups… Eine Frechheit!
Wozu ich sage: Ja, Arbeitgeber müssen sich tatsächlich mehr ins Zeug legen, um jüngere Mitarbeiter zu finden und zu halten. Bei Etribes haben wir beispielsweise einmal im Monat eine interne Konferenz mit Weiterbildung und Speakern, damit wir unserer Belegschaft ein Angebot machen können, das über das Übliche hinausgeht. Danach gibt es immer ein Social-Event mit Essen und Getränken. Das ist kompliziert in der Organisation und kostet daher Aufwand. Weil das Freitagnachmittags stattfindet, geht zudem technisch gesehen dafür eine Menge werktägliche Arbeitszeit flöten.
Das müssten wir überhaupt nicht tun. Aber viele Mitarbeiter sagen, dass das ihr Highlight bei Etribes ist. Denn Leistungen wie das Nahverkehrsticket, das Mittagessen oder das wettbewerbsfähige Gehalt, die wir selbstverständlich alle drei anbieten, sind mittlerweile bloß reine Hygienefaktoren, die einfach stimmen müssen, nicht aber den Ausschlag für die Loyalität der Mitarbeiter geben. Die Knackpunkte für sie sind eher: Wie bilde ich mich weiter? Wie unterstützt mich mein Arbeitgeber durch Coaching und gezielte Förderung bei der Karriereplanung? Und natürlich: Wie bringe ich Berufliches und Privates unter einen Hut?
All das fragen sich unsere Mitarbeiter – und nur wenn wir dort als Arbeitgeber wirklich etwas leisten, können wir sie halten. Nun könnte ich sagen: „Ja, blöd, nervig, aber ist halt demografisch gesehen mittlerweile ein Arbeitnehmermarkt – and, hey, I don’t make the rules.“ Aber eigentlich gehe ich nicht nur erzwungenermaßen mit, sondern feiere das regelrecht. Denn auch wir haben eine Menge davon.
Ja, was bekommen wir denn dafür, dass wir nicht „nur“ ein Gehalt bezahlen? Unsere Mitarbeiter sind bestens informiert und maximal weitergebildet. Zudem ist es selbstverständlich, dass sie für unsere Kunden extreme Leistungen erbringen und 100% dabei sind. Nachtschicht? Leistungen am Wochenende? Um die Ecke denken und neuste Informationen sammeln? Das machen sie alles – und sie machen es gern, aus Überzeugung und Teamgeist! Und wenn mal nicht so viel los sein sollte, nehmen sie wieder etwas mehr Zeit für sich, bis das nächste große Ding ansteht.
Das ist total in Ordnung. Nein, mehr: So soll es sein. So tausche ich jederzeit Gehaltssöldner, die zwar immer von 8:00 bis 18:00 körperlich präsent sind (allerdings freitags nur bis 14:00…) aber im Kopf schon beim Feierabend, gegen Mitarbeiter, die viel fordern – aber dafür auch extrem viel leisten. Immer her mit den Millennials und der Generation Y also, denn mit ihnen bauen wir sehr, sehr erfolgreiche Unternehmen auf, die die digitale Transformation in Riesenschritten nach vorne bringen.
Und auf Generation Z freue ich mich schon richtig!
-

Bree-Insolvenz: Die Retail-Apokalypse wird wahr (Erster Akt)
Am 8. März dieses Jahres habe ich mich weiter aus dem Fenster gelehnt, als ich es in meiner Eigenschaft als vornehm zurückhaltender Digitalkaufmann pflege: „Und so wage ich mal eine relativ spezifische Prognose: 2019 wird das Jahr der B2C-Insolvenzen in Deutschland.“ Mit einem nach 10 Jahren Boom abnehmenden gesamtwirtschaftlichen Wachstum einerseits und der immer tiefergehenden, durch Amazon & Co. getriebenen Revolution in Konsumgewohnheiten andererseits würde, so meine Vermutung, 2019 die von mir und so manch einem anderen lange prophezeite „Retail-Apokalypse“ nun tatsächlich eintreten.
Daher wunderte es mich überhaupt nicht, als ich gestern las, dass Taschenhersteller Bree insolvent ist. Zwar hätte ich eher auf Gerry Weber getippt, wenn es darum geht, welcher der zahlreichen mittig im Markt (böse Zungen würden sagen: mittelmäßig) angesiedelten Modehersteller, die Deutschland in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat, als erster den Löffel abgibt. Aber Bree ist eben, wie so viele andere, seit Jahren klassisch hochgradig gefährdet gewesen, ohne es selber zu merken oder dagegen vorzugehen: 30 eigene Filialen für eine Marke, die im Grunde genommen in bloß einem Produktsegment (Taschen) nicht besonders differenzierbar unterwegs ist? Das ist eine Vertriebsstruktur, die heute rein kaufmännisch einfach mit nichts mehr zu rechtfertigen ist. Online-Umsatz von 5%? Da haben andere das Geschäft längst gemacht. Nichts gegen die Taschen von Bree, aber so schön oder besonders, dass die Leute extra danach suchen, sind sie nicht. Daher gehen sie weder online noch offline gezielt zur Marke. Es handelt sich nicht um Louis Vuitton. Wer unter den Voraussetzung nicht dort zu finden ist, wo die Kunden sind, braucht sich nicht zu wundern, wenn sie nicht kommen.
Was ich an dieser Insolvenz allerdings besonders interessant finde: Die Stellungnahme von Axel Bree, Sohn des Gründers der Marke, an der die Familie keine Anteile mehr hat. Er könne sich vorstellen, sich wieder für die Marke zu engagieren, ließ er verlauten, um dann eine sehr richtige Diagnose deren derzeitigen Probleme samt Handlungsvorschlägen abzugeben: „Ein Unternehmen wie Bree braucht nicht unbedingt teure eigene Shops, sondern smarte Shop-in-shop-Verkaufsflächen in frequenzstarken Toplagen und eine klare Digitalstrategie.“
Genauso ist es. Und genau deswegen arbeite ich so gern mit familiengeführten Unternehmen zusammen: Sie haben oft einen schonungslosen Blick für die eigenen Aktivitäten, eine starke Motivation, diese weiterzuführen, und die Machtfülle, dafür radikale Maßnahmen zu ergreifen. All das fehlt – verständlicherweise – durch Quartalszahlungen inzentivierten Managern der Sorte, die das Pferd Bree all die Jahre geritten haben, bis es nun zusammengebrochen ist.
Stichwort Pferde: Das war Nummer Eins der vier apokalyptischen Retail-Reiter. Wen wird Nummer Zwei denn dahinraffen?
-

Vortrag bei 12min.me „From Back Alley to Billions“
Es ist noch nicht allzu lange her, da hatte ich die Gelegenheit bei 12min.me in Hamburg einen Vortrag zu halten. Danke an das 12min.me Team für die Aufzeichnung in der ich meine persönlichen Erfahrungen als Unternehmer in den letzten 8 Jahren teile.
-

Philipp Blome CEO von Metro Markets GmbH über die Entstehung von real.digital
Was macht eine erfolgreiche Verschmelzung von Start-Up und Corporate aus? Philipp Blome CEO von Metro Markets GmbH berichtet in diesem Gespräch von seinen eigenen Erfahrungen mit Hitmeister GmbH und real.de. Was waren die damit verbundenen Herausforderungen und wie wichtig war dabei auch die menschliche Ebene, auf Basis der real.digital letztendlich erfolgreich entstanden ist?
- Intro und Vorstellung Philipp Blome CEO von Metro Markets GmbH
- Warum Hitmeister und real.de? (ab 1:01)
- Die erfolgreiche Verschmelzung zwischen Corporate und Start-Up zu real.digital (ab 7:59)
- Der Prozess der Acquisition und Intergration von Hitmeister (ab 12:27)
- Die technologische Evolution (ab 16:23)
- Herausforderung: Wie passen die Unternehmen zusammen? (ab 20:04)
- Sicherung des Qualitätsstandarts (ab 25:15)
- Wie zeigten sich erste Erfolge? (ab 26:29)
- Gewichtung online und offline in der Transaktion (ab 29:18)
- Wie wird der Erfolg von Real Digital gemessen? (ab 38:20)
- Was hat den Deal so erfolgreich werden lassen? (ab 40:30)
- Neue Herausforderungen für Philipp Blome (ab 43:35)
-

Vom Salat zur Agentur – Rapid Prototyping mit Moritz Mann
Moritz Mann, Gründer von Stadtsalat und Protofy, hat sich mit mir in den Etribes-Büros in Hamburg zu einem spannenden Interview getroffen. Im Gespräch erzählt er wie es zu der Gründung von Stadtsalat und Protofy kam und warum es sich seiner Meinung nach lohnt schnell ein MVP (Minimum Viable Product) an den Markt zu bringen und zu testen. Stadtsalat wurde beispielsweise in nur einer Woche auf die Beine gestellt.
Hier die Aufteilung des Gesprächs:
-

Amazon-Eigenmarken: Eine Eroberung mit Ansage
Diese Woche erschien bei der New York Times eine sehr schöne Zusammenfassung der Amazon-Eigenmarkenstrategie. Nichts Neues zwar für diejenigen von uns, die der Entwicklung des Konzerns von Berufs wegen seit Jahren auf Schritt und Tritt folgen. Trotzdem aber ein schönes Lesestück sowohl für ein interessiertes Zeitungspublikum als auch für E-Commerce-Interessierte, die sich mal wieder vor Augen führen möchten, wie erfolgreich Amazon mit Eigenmarken mittlerweile ist. Zumal das, was jetzt in den USA aktuell ist, erfahrungsgemäß rund ein Jahr später von Amazon in Deutschland umgesetzt wird. Sei der Artikel also jedem ans Herz gelegt, der in den kommenden Tagen in den Urlaub fährt!
Das Stück erzählt sehr schön, wie das Ganze 2009 mit Akkus der Marke „Amazon Basics“ anfing und so einen Schwung aufnahm, dass Amazon mittlerweile rund 100 eigene Marken listet, wovon rund 60(!) erst im letzten Jahr dazu gekommen sind. Es geht von Hundefutter („Wag“) über Kleidung (z. B. „Spotted Zebra“ für Kids) bis hin zu Möbel (Rivet).
Auch gut herausgearbeitet: Amazons geschicktes Agieren, um Kunden diese neuen Eigenmarken zuzuführen. So werden einige nur an Prime-Mitglieder verkauft, um einen Buzz zu erzeugen, während der Suchalgorithmus und die Amazon-Marketing-Services natürlich ebenfalls eingespannt werden, um die eigenen Produkte prominent auf der eigenen Plattform zu platzieren.
Wirklich interessant wird es für mich bei der Feststellung, dass es Amazon hier auch ums Prinzip geht. Der Konzern hat – wie es Scott Galloway von der New York University im Artikel erfrischend direkt formuliert – die „Einstellung, dass Marken sehr lange einen ungerechtfertigten Aufpreis verlangen konnten, der Kunden über den Tisch zieht“.
Amazon lässt sich auch – konzerntypisch wortkarg – dahingehend zitieren:
„Amazon declined to make any of its executives available for this article, but in a response to a list of questions, the company said its overarching goal is to provide customers a wide range of products and brands. “We take the same approach to private label as we do with anything here at Amazon: We start with the customer and work backwards,” the company said in its statement.“
Der Kunde stand bei Amazon eben schon immer wirklich im Mittelpunkt, während nun andere Händler und Hersteller erst seit ein paar Jahren über „Kundenzentrizität“ faseln, als ob es etwas Neues wäre.
Und hier fielen mir – wie so oft, wenn es um Amazon heute geht – Sätze aus der nun etwas fernen, aber immer noch verdammt aktuellen Vergangenheit ein: 21 Jahre ist der legendäre Shareholders Letter von Jeff Bezos her. So alt also, dass man selbst in den amerikanischen Südstaaten mit ihm ein Bier trinken gehen könnte. Und so alt, dass er einem wie ein vertrauter, äußerst vorausschauender Freund vorkommt.
Hier einige der Lieblingssätze, die dieser Freund auch nach 21 Jahren nicht müde wird, mir zu betonen: „We will continue to focus relentlessly on our customers.“ „Obsess over customers.“ „We are planning to add music to our product offering, and over time we believe that other products may be prudent investments.“
Wer den Brief noch einmal durchliest, braucht sich nicht wundern, dass Amazon nun erfolgreich Eigenmarken vertreibt und diesen Teil des Geschäfts jetzt rasant ausbaut. Denn: Ein Unternehmen, das wirklich „kundennutzenbesessen“ ist, um „Obsess over customers“ einigermaßen sauber ins Deutsche zu bringen, und immer auf der Suche nach anderen „sicheren Anlagemöglichkeiten“ ist, kann folgendes nicht übersehen: A), dass Zahnpasta nun wirklich keine 1,65 Euro kosten muss und der Kunde daher oft einen gehörigen Aufpreis zahlen muss und dass sie b) für viel weniger Geld und dennoch gewinnbringend über die eigene Plattform vertrieben werden kann, wenn da nicht mehr „Colgate“ oder so etwas draufsteht, sondern „Amazon“. So einfach ist das.
Für mich bleibt der Schlüssel aus diesem Satz:
„Therefore, we set out to offer customers something they simply could not get any other way (…) and presented it in a useful, easy-to-search, and easy-to-browse format in a store open 365 days a year, 24 hours a day.“
1997 ging es noch um Bücher. Aber „etwas, was der Kunde sonst nicht bekommt“ kann Amazon mit Eigenmarken anbieten: nämlich hohe Qualität zu einem unschlagbar günstigen Preis. Dass der Konzern den Kunden zu ihrem Glück mit einer kreativen Definition von „easy-to-search“ ein wenig zwangsbeglückt, ist logisch.
„We first measure ourselves in terms of the metrics most indicative of our market leadership: customer and revenue growth, the degree to which our customers continue to purchase from us on a repeat basis, and the strength of our brand. We have invested and will continue to invest aggressively to expand and leverage our customer base, brand, and infrastructure as we move to establish an enduring franchise.“
„Wir werden weiterhin aggressiv investieren, um unseren Kundenstamm, unsere Marke, und unsere Infrastruktur auszubauen und auszuschöpfen.“ Es war, ist und bleibt eine Eroberung mit Ansage.
-

Dr. Gandolf Finke über die digitale Betreuung von Krebspatienten
Dr. Gandolf Finke ist Gründer und Geschäftsfüherer der Fosanis GmBH, einem Unternehmen, das digitale Betreuung für Krebspatienten anbietet. Sie sind ein zertifiziertes Medizinprodukt und wollen Patienten die Sicherheit geben, valide und unterstützende Informationen rund um ihre Krankheit zu erhalten. Fosanis verbindet daher medizinische und psychologische Aspekte der Krebstherapie in der kostenfreien App „Mira deine Begleiterin„. Im Gespräch mit Digitalkaufmann gibt uns Dr. Gandolf Finke einen Einblick in ein digitales Geschäftsmodell, das meines Erachtens nach einen wirklich sinnvollen Mehrwert bietet.
Anmerkung: Zum Zeitpunkt des Interviews war die App noch nicht live, jetzt ist sie erhältlich unter „Mira deine Begleiterin„.
Hier die Aufteilung des Gesprächs:
- Intro
- Momentane Fokussierung auf Brust- und Darmkrebspatienten (ab 2:42)
- Sollte diese Art der Betreuung nicht vom Arzt geboten werden? (ab 4:04)
- Woher kommt das Know How, das Fosanis den Patienten bereitstellt? (ab 5:50)
- Gilt die App als Medizinprodukt? (ab 7:30)
- Wer zertifiziert die App? (ab 9:03)
- Seit wann gibt es Fosanis? (ab 10:40)
- Erklärung Geschäftsmodell und Nutzer/Zahler Split durch die Existenz der Krankenkassen (ab 13:16)
- Ein Blick in die Zukunft (ab 23:49)
- Momentane Finanzierung (ab 25:40)

