Autor: Nils Seebach

  • Amazon: Doch kein Schurke – aber immer noch alternativlos!

    Amazon: Doch kein Schurke – aber immer noch alternativlos!

    Es ist in der Pandemie erstaunlich ruhig geworden – um Amazon. Nicht still, aber ruhig, verglichen etwa mit dem Lärmpegel früherer Jahre. Das waren die Zeiten, in denen alle (vom Buchhändler bis hin zum Berliner Politikbetrieb) auf den Konzern so laut einschossen, dass man kaum sein eigenes Wort hörte – etwa wenn man darauf hinzuweisen versuchte, dass wir in einer freien Marktwirtschaft leben, in der viele Konsumenten einfach gern das Angebot von Amazon wahrnehmen. 

    Mittlerweile haben aber selbst Gewerkschafter gemerkt, dass Amazon zwar ungern hiesigen Gepflogenheiten, aber durchaus deutschen Arbeitsgesetzen Folge leistet – und in strukturschwachen Regionen Arbeitsgelegenheiten anbietet. Zwar wird wie jedes Jahr kurz vor dem PrimeDay Amazon von ver.di bestreikt, aber die mediale Schlacht wurde in diesem Jahr bei den kommunalen Arbeitgebern ausgetragen. Schließlich zahlt Amazon schon seit März eine Corona-Prämie an seine Logistik-Mitarbeiter aus, während die öffentlichen Krankenhäuser noch vielerorts mit dem Geld knausern, dass sie zu diesem Zwecke vom Bund bekamen… 

    So haben selbst die hartgesottensten Arbeitskämpfer den Geräuschpegel in der Auseinandersetzung mit Amazon merkbar runtergeregelt. Was sie gerade in der Corona-Krise merken, erkennt man auch im Politikbetrieb: Amazon isn’t the bad guy here. Denn in der Pandemie hat der Konzern genau das geleistet, was erwünscht ist: Möglichst kontaktlos Ware an Menschen bringen, die sich möglichst zu Hause aufhalten sollen. Dabei waren die Logistikmitarbeiter des Konzerns keinem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt, sie bekamen eine Zulage für die zusätzliche Arbeit und ihre Zahl wird noch erhöht, während im Einzelhandel massenhaft Kündigungen rausgehen. 

    Natürlich macht Amazon all das keineswegs uneigennützig: Der Umsatz ist um fast 40% angestiegen; Gewinn hat sich verdreifacht. Ich kann aber nichts Ehrenrühriges daran finden, in einer Marktwirtschaft mit einem guten Angebot auf der Höhe der Zeit finanzielle Erfolge zu feiern. Viele in Berlin und anderswo sehen das mittlerweile ähnlich. Das jahrelange Raunen über ein „Lex Amazon“, um den Konzern dazu zu zwingen, mehr Steuern zu zahlen oder ihn gar aufzubrechen, ist ja auch verstummt. 

    Was heißt das alles für Handelsstrategien? 

    1. Amazon wird noch einmal schneller wachsen und der stationäre Handel noch einmal schneller zusammenbrechen, als alle – inklusive Amazon selbst – erwartet haben.
    2. Die Politik wird nicht mitten in einer Pandemie gegen einen Konzern vorgehen, der sich als zuverlässiger Kontaktlos-Versorger breiter Bevölkerungsschichten gezeigt hat.
    3. Wer Handel betreiben will und noch kein operatives Team für Amazon hat, hat ein Problem.

    Wer also gegen alle Indizien immer noch auf die Karte „Irgendwann steigt die Frequenz in den Innenstädten wieder“ setzt oder seine Hoffnung in der Möglichkeit sieht, Amazon über die Politik die Handschellen anzulegen, muss umdenken – und bekommt  eine letzte Chance, dies rechtzeitig zu tun. So würde ich sagen: Die Adventszeit im Zeichen vom sogenannten „Mini-Lockdown“ könnte man als beste Gelegenheit betrachten, im Weihnachtsgeschäft neue Wege an den Kunden zu bahnen. Und da führen viele Wege über Amazon.

  • Amazon Dorf Talk – Wie verlief der Prime Day 2020?

    Amazon Dorf Talk – Wie verlief der Prime Day 2020?

    Am 13. und 14. Oktober 2020 fand der diesjährige Amazon Prime Day statt. Christian Otto Kelm und ich haben uns dazu einmal ausgetauscht. War der Prime Day 2020 erfolgreich und was können wir aus den Ergebnissen für das Weihnachtsgeschäft lernen?

    • Intro
    • Erste Einschätzungen zum Prime Day 2020 (ab 1:59)
    • Was führte zu dem diesjährigen Ergebnis? Ist Amazon überlastet? (ab 8:23)
    • Welche Probleme kamen durch den Prime Day 2020 bei Amazon ans Licht und was bedeutet das für den Weihnachtseinkauf in diesem Jahr? (ab 14:15)
    • Selbst Lego scheint in diesem Jahr hinsichtlich Weihnachtsgeschäft „planlos“ (ab 19:59)
    • Wer hat denn einen Plan für das diesjährige Weihnachtsgeschäft? (ab 23:37)
    • Daten zum Prime Day 2020 (ab 27:21)
    • Zusammenfassung und Abschluss (ab 34:52)

  • Gesundheitscheck: Infrastruktur für Digital-Health (Teil 1)

    Gesundheitscheck: Infrastruktur für Digital-Health (Teil 1)

    Demnächst erscheint „Digitaler Puls“, eine ganzheitliche Analyse der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen, die ich zusammen mit Luisa Wasilewski geschrieben habe. Unsere zentrale These ist, dass sich Patienten zu Gesundheitskunden wandeln – und dabei ihre Erwartungen und Gewohnheiten als Konsumenten zunehmend auf Gesundheitsleistungen übertragen. Schon beim Beginn der Arbeit am Buch vor über einem Jahr waren wir fest davon überzeugt, dass dem Gesundheitswesen hierzulande ein Umbruch unbekannten Ausmaßes bevorsteht. 

    Dann kam die Corona-Pandemie und zeigte uns, dass dieser Umbruch schneller und umfassender vonstattengehen würde, als wir anfangs angenommen hatten. In dieser kurzen Artikel-Serie möchte ich aus dem Buch drei Fallbeispiele von Marktentwicklungen vorstellen, die gerade in der Corona-Krise besonders aktuell sind. Es wird um die drei Säulen der sich abzeichnenden Infrastruktur für Digital Health in Deutschland gehen – eine Infrastruktur, die durch das Ende 2019 verabschiedete Digitale-Versorgungsgesetz (DBG) die Grundlagen geschaffen hat und deren Errichtung sich nun in der Pandemie im Eiltempo vollzieht.

    Fallbeispiel Nr. 1: Online-Handel und E-Rezept

    In diesem ersten Fallbeispiel geht es um die Säule der digitalen Infrastruktur, die am weitesten entwickelt ist: Der Online-Handel mit Apothekerware und Arzneimittel sowie das E-Rezept. Für beides stehen schon die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Zudem liegt mitten in einer Pandemie der Nutzen von kontaktloser Verschreibung und Versendung von Medikamenten auf der Hand. Aber das eine tragende Säule ausgebildet ist, heißt noch nicht, dass sie schon zum Tragen kommt.

    Das Fallbeispiel ist aus diesem Herbst. Vor einigen Wochen wollte ich meine Kinder gegen die Grippe impfen lassen. Das sollte, könnte man meinen, gar nicht so schwierig sein. Haben wir doch einen Hausarzt, der mit uns auch gleich einen Termin vereinbarte. Eine Woche vor Termin kam dann der Anruf: Es gäbe in den Apotheken im Umkreis keinen Impfstoff mehr, wir könnten es jedoch selbst noch bei anderen Apotheken versuchen. Nachdem wir eine ausfindig machen konnten, brauchten die wiederum das Rezept ausgedruckt. Ich fuhr also zum Arzt, um die Rezepte zu holen. (Übrigens: Bei uns auf dem niedersächsischen Flachland darf man ruhig jeden Weg mit mindestens 20 km anschlagen.) Dann ging es weiter zur Apotheke, wo sie den Impfstoff bestellten, den wir dann wiederum einige Tage später kurz vor dem Impftermin selbst in der Apotheke abholen mussten. 

    Dass ich im Pandemie-Herbst 2020 wirklich noch in verschiedenen Orten persönlich vorstellig werden muss, um für meine Kinder eine vom Bundesgesundheitsminister empfohlene Impfung zu bekommen, ist eigentlich mit nichts mehr zu rechtfertigen. Erst zum Spritzen bzw. in diesem Fall “schnupfen” der Impfung müsste ich eigentlich mit meinen Kindern in die Praxis oder in die Apotheke. Weder technologisch noch regulatorisch gesehen gibt es irgendeine Hürde: Ärzte dürfen Teletherapie anbieten; Apotheker sollten eigentlich schon mit E-Rezepten arbeiten können und dürfen eigentlich auch mit entsprechender Genehmigung Medikamente versenden. Nur sieht die Realität noch nicht ganz so aus. 

    Zum einen tendiert die Anreizstruktur immer noch dazu, stationäre Präsenz zu favorisieren. Zum Beispiel: Obwohl sie theoretisch seit Ausbruch der Pandemie unbegrenzt viele Videosprechstunden von den Krankenkassen vergütet bekommen, müssen Ärzte nach wie vor Abschläge hinnehmen, wenn der Patient innerhalb eines Quartals nicht zumindest einmal in die Praxis kommt. Zum anderen sah das Gesetzesprojekt zur Einführung des E-Rezepts einen Übergang bis Mitte 2021 vor und man als Konsument eigentlich erwarten könnte, dass dieser Zeitraum nicht voll ausgenutzt wird, sondern schon schnell im Sinne des Gesundheitskunden gehandelt wird. 

    Diese Realität wird sich aber in den kommenden 12 Monaten schnell ändern. Bereits vor der Corona-Pandemie verstanden es viele Versicherte in den Großstädten nicht mehr, dass sie sich alles von Salami-Pizza bis Kürbissuppe, von Poké-Bowls bis Perlhuhnrisotto binnen 30 Minuten nach Hause liefern lassen konnten, dass es aber nicht möglich war, ohne erneuten Arztbesuch und anschließendem Gang zur Apotheke auch nur eine zweite Verschreibung für ein bereits einmal verordnetes Medikament zu bekommen. Wir auf dem Land haben zwar keine so hochgeschraubten kulinarischen Erwartungen, wenn es um Lieferservice geht, wir sehen aber auch, dass Amazon & Co. uns zuverlässig alles – inklusive einiger nicht-verschreibungspflichtigen Pharmaprodukte – auch ins letzte Dorf liefern.

    Das heißt im Klartext: Sobald ich den Arzt finde, der mir bei Bedarf einen Video-Termin anbietet und dann ein E-Rezept ausstellt, dass ich online einlösen kann, bin ich dabei. Und bin bestimmt nicht der Einzige. Gewinnen werden also die Arztpraxen, die bereit sind, mit einer neuen Kostenstruktur zu arbeiten – und vor allem Videosprechstundenanbieter wie Kry und TeleClinic, deren Geschäftsmodell schon immer ausschließlich auf Telemedizin ausgerichtet war. Ich vermute, schon für die Grippeimpfung im Herbst 2021 wird sich mein Fallbeispiel ganz anders lesen – vielleicht so: „Ich skypte mit einem Arzt. Er verordnete die Impfung und wies mir einen Apotheker zu, der das E-Rezept annahm und mir per SMS ein Zeitfenster versandte. Ich fuhr hin und ließ meine Kinder impfen.“ Ende der Geschichte.

     

    Mehr Infos zu „Digitaler Puls“: https://digitalerpuls.healthcare 

    Ab sofort kann das Buch vorbestellt werden: https://www.amazon.de/Digitaler-Puls-Gesundheitsmarkt-digital-handeln/dp/3456860803/

  • Digitalisierung: Was die Healthcare-Branche vom Handel lernen kann

    Digitalisierung: Was die Healthcare-Branche vom Handel lernen kann

    Die digitale Transformation der Healthcare-Branche beschleunigt sich seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie mit jedem Tag. Dass die Akzeptanz für digitale Gesundheitsservices steigt, hat aber auch mit dem sich immer stärker wandelnden Konsumverhalten der Menschen zu tun. Konsumenten sind es dank der Innovationen im E-Commerce gewohnt, Produkte und Services jederzeit, schnell und preiswert zu bekommen. Ihnen ist dabei primär egal, welche Marke dahinter steckt – Hauptsache, sie bekommen bequem das, was sie wollen.

    So ermöglicht die Digitalisierung den Aufstieg und den Erfolg von Unternehmen, die eines verstehen: ihr Angebot auf die Bedürfnisse der Kunden zuzuschneiden. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass Patienten nicht länger nur passiv agieren und “alles mit sich machen lassen”, sondern mehr und mehr Aspekte ihrer “Patient Journey” – das Gegenstück zur “Customer Journey” im Handel – hinterfragen. Von der Kompetenz von Ärzten über Methoden zur Diagnose und Therapie aller Arten von Krankheiten bis hin zur Wahl der Medikamente: Patienten können online und mobil mit wenigen Klicks eine geeignete Praxis ausmachen, Behandlungsansätze vergleichen und – schon heute in einem bestimmten Rahmen – Pharmaka bestellen. Es zeigt sich: Das veränderte Konsumverhalten überträgt sich mehr und mehr auf den Gesundheitsmarkt. Aus “Patienten” werden gewissermaßen “Gesundheitskunden”.

     

    Drei Lehren aus dem Handel

    Was bedeutet das für die Healthcare-Branche? Nun, sie hat einen gewaltigen Vorteil: Die Entwicklungen, die die Digitalisierung provoziert, sind gewissermaßen absehbar und vom kundenzentrierten E-Commerce ableitbar. Die Parallelen lassen sich wie folgt darstellen:

    • Steigende Transparenz sorgt für Wegbruch von klassischen Intermediären

      Das Internet hat Schritt für Schritt dafür gesorgt, dass die Vergleichbarkeit von Services und Produkten für den Einzelnen immer einfacher wird. Dadurch wird etwa die Preisgestaltung transparenter. Zudem sorgen digitale Kanäle dafür, dass Hersteller und Konsumenten direkt in Kontakt treten und Geschäfte abwickeln können. Das führt zum Wegbruch von Zwischenhandelsstufen und begünstigt den Aufstieg von Plattformen. Das wird  – so die Anforderungen an die Datensicherheit gewährleistet sind – im Gesundheitsbereich nicht anders sein.

     

    • Bisherige Gatekeeper werden in Frage gestellt oder obsolet

      Weil sich Konsumenten an den ständigen Vergleich und einen nahezu uneingeschränkten Zugang zu Informationen gewohnt haben, hinterfragen sie heutzutage viel eher die Aussagen und Handlungen von Gatekeepern – seien es Verkäufer oder Mediziner. Das merken besonders Ärzte, die immer öfter in Konkurrenz zu “Dr. Google” stehen. Auch Krankenkassen agieren immer öfter nach “Kundenbedürfnissen” und zahlen deshalb zum Teil sogar für homöopathische Behandlungen. In letzter Konsequenz bringt die Digitalisierung so eine Verschiebung im Machtgefüge zwischen Patienten und Teilnehmern des Gesundheitsmarktes.

     

    • National geprägte und regulierte Märkte werden durch internationale Player disruptiert

      Durch die Digitalisierung werden Geschäfte globaler, die Markteintritte für internationale Player immer denk- und umsetzbarer. Derzeit bestimmen die drei As den Handel: Amazon, Alibaba und Apple. Weil im Gesundheitsmarkt viel Potenzial liegt, wachsen Investments und Einfluss auch dort. Im Fall von Apple denke man an die Smart Devices zum Tracking von Gesundheitsfunktionen des Körpers sowie die gesamte, daran anschließende “App Economy”. Die Technologie ist der anderer (etablierter) Hersteller und zum Teil auch unserer deutschen oder europäischen Gesetzgebung meilenweit voraus. Wer will aber ernsthaft daran zweifeln, dass Gesundheitsangebote künftig nicht auch aus dem Ausland kommen?

     

    Die gute Nachricht für all die, die in der Digitalisierung missbilligend nur den Weg zum effizienteren Verkauf von Schuhen gesehen haben: Hier geschieht etwas, das unser aller Leben wirklich besser machen wird.

     

    ### In eigener Sache: Unser Buch “Digitaler Puls” erscheint! ###

    Gemeinsam mit Luisa Wasilewski habe ich ein Buch über die Digitalisierung der Healthcare-Branche geschrieben. „Digitaler Puls“ ist Wissensspeicher und Ratgeber für alle, die den Wandel im Gesundheitsmarkt verstehen und in der neuen Marktdynamik relevant bleiben wollen. Das Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die letzten 20 Jahre Digitalisierungsgeschichte des Gesundheitsmarktes und gibt einen umfassenden Einblick in den heutigen Status quo. Abschließend wird diskutiert, wie und ob sich eine Plattformökonomie, ähnlich zum E-Commerce, auch im Gesundheitswesen durchsetzen wird und wer die relevanten Player sein könnten.

    Mit „Digitaler Puls“ wollen wir unseren Teil dazu beitragen, dass die Chancen der Digitalisierung im Healthcare-Bereich verstanden und genutzt werden können. Also: Lasst und jetzt digital handeln!

    Mehr Infos zu „Digitaler Puls“: https://digitalerpuls.healthcare 

    Ab sofort kann das Buch vorbestellt werden: https://www.amazon.de/Digitaler-Puls-Gesundheitsmarkt-digital-handeln/dp/3456860803/ 

  • Amazon Dorf Talk – Zahlen aus dem Kongress

    Amazon Dorf Talk – Zahlen aus dem Kongress

    Amazon kann einerseits auftreten als jemand der eine Technologieplattform bereitstellt über die Leute ihre Ware verkaufen können. Dann können sie als Großhändler auftreten, das bedeutet sie kaufen Ware von Herstellern und verkaufen diese weiter. Zusätzlich jedoch kann Amazon auch selbst Hersteller werden und bekommt dann die komplette Marge zugesprochen. Der Vorwurf, der dadurch im Raum steht ist daher folgender: Wie sehr benutzt Amazon die Plattform, ihre Technologiekompetenz und ihre Vormachtstellung in der Handelsfunktion um die eigenen Waren so zu platzieren, dass man eventuell sogar mit den Daten der Unternehmen, denen man dann Konkurrenz macht, das Produkt besser platziert und so eine höhere Marge für sich vereinnahmt? Christian Kelm und ich haben uns dazu einmal ausgetauscht und die Zahlen dazu einmal genauer betrachtet.

    • Hintergrund und Einführung in die Thematik
    • Sind diese Anschuldigungen haltlos? Wie geht Amazon vor? (ab 5:54)
    • Wie steht es um die Zahlen in den einzelnen Kategorien und wie ist das Vorgehen von Amazon? (ab 09:56)
    • Kategorie Küche und Haushalt im Detail (ab 21:16)
    • Amazon Flywheel Exkurs (ab 25:35)
    • Kategorie Bekleidung im Detail (ab 28:14)
    • Abschluss (ab 32:02)

  • Amazon Dorf Talk – Mögliche Prognosen für die nächsten 12 Monate

    Amazon Dorf Talk – Mögliche Prognosen für die nächsten 12 Monate

    Was steht in den nächsten 12 Monaten bei Amazon an? Christian Kelm und ich wagen einen Blick in die Zukunft von 2021 und stellen ein paar Prognosen auf.

    • Prognose 1 – Die geografische Erweiterung ist erreicht, was bedeutet das? (ab 1:15)
    • Prognose 2 – Mögliche Expansion daher: Der Schritt durch die Haustür (ab 5:28)
    • Gläserner Kunde – Datenschutz vs. Datenselbstbestimmung (ab 13:21)
    • Aktionen Prime Day, B2B Day und Aufkommen von Fanshops – Amazon fehlt noch der letzte Schritt: Das soziale Netzwerk (ab 26:59)

  • Amazon Dorf Talk – Enge Angebotsaktionen, welche Auswirkungen haben sie?

    Amazon Dorf Talk – Enge Angebotsaktionen, welche Auswirkungen haben sie?

    Unsere These: Die Private-Label-Blase wird in naher Zukunft platzen. Amazon macht im Jahr verschiedene Angebots-Rabattaktionen. Die Vendoren werden direkt von Amazon darüber informiert wann und wieviel sie bestellen und einlagern müssen. Die Ware ist also verfügbar und auslieferbar. Bei den Sellern ist dieser Service nicht so gegeben, sie müssen sich selbst herleiten wieviel sie einlagern müssen. Sie haben somit zwei Herausforderungen, entweder sie lagern viel ein, wenn sie dürfen und haben dann viel Geld und Ware gebunden oder Amazon gibt ihnen noch nicht einmal die Chance die Waren einliefern zu können und somit ist sie dann auch nicht bestellbar. Probleme sind vorprogrammiert, was können Seller tun? In diesem Jahr gibt es zudem drei Rabattaktionen in kürzester Zeit hintereinander. Was bedeutet das?

    • Intro zur Thematik
    • 3 Bestellpeaks, verbunden mit Aktionen, hintereinander in kürzester Zeit. Was bedeutet das? (ab 5:00)
    • Welche Möglichkeiten hat ein Seller, der nicht mehr alles bei Amazon einlagern kann? (ab 7:52)
    • Wie wirkt sich diese Bestellreihe auf das Geschäft der Vendoren aus? Welche Rolle spielen historische Daten? (ab 10:40)
    • Müssen Seller bei den Abverkauf-Events unbedingt mitmachen? (ab 20:54)
    • Digitalisierung schafft Transparenz und zerstört Zwischenhandelsstufen (ab 25:47)
    • Zusammenfassung und Abschluss (ab 27:45)

     

     

  • Ein Partner für Startups – Christoph Hüning von Next Media Accelerator

    Ein Partner für Startups – Christoph Hüning von Next Media Accelerator

    Christoph Hüning ist Managing Partner bei Next Media Accelerator (NMA), er begleitet und fördert Startups in einem 6-monatigen Programm. NMA ist ein unabhängiger Accelerator und wird von über 30 Medienhäusern in Deutschland und Österreich finanziert. Wie sieht der Prozess zwischen Startup, Accelerator und Medienhaus aus und wie geht es nach dem 6-monatigen Förderprogramm für alle Beteiligten weiter?

    • Vorstellung Christoph Hüning und Next Media Accelerator (NMA)
    • Junge Startups arbeiten mit einem Medienhaus zusammen, wie schafft NMA eine „win win“-Situation für beide Seiten? (ab 6:05)
    • Wer ist der Konnektor in den Medienhäusern? (ab 11:50)
    • Was ist die Schlusserwartung nach dem 6-monatigem Programm und wie geht es dann für das junge Unternehmen und für NMA weiter? (ab 13:25)
    • Bisheriger Trackrecord (ab 19:17)
    • Aus welchen Ländern bewerben sich die Startups? (ab 28:45)

  • Amazon Dorf Talk – Platform und M&A

    Amazon Dorf Talk – Platform und M&A

    Im heutigen Gespräch haben wir uns einmal Firmen angeschaut die auf und über Amazon verkaufen. Diese Seller machen einen großen Teil des Wertversprechens von Amazon aus, indem sie verschiedenste Produkte mit auf die Platform ziehen. Wie sehen hier die M&A Aktivitäten rund um Amazon im Moment aus? Was sind die Unterschiede zwischen den USA und Europa?

    • Vorstellung M&A Thematik
    • Ein Blick in die USA (ab 3:21)
    • Erklärungsansatz – Renaissance der E-Commerce Modelle (ab 9:36)
    • Wie sieht es in Europa und Deutschland aus? (ab 16:55)
    • Warum sind in Europa größere Firmen immer noch zögerlich, sie müssten doch quasi „nur noch“ Amazon Know how einkaufen? (ab 31:81)
    • Abschluss (ab 36:25)

  • Von IKEA, Click & Collect und Cupcakes

    Von IKEA, Click & Collect und Cupcakes

    Wer dieser Tage mal bei Hamburg Eins reinhört, dem wird die neue IKEA-Werbung wohl mehr als geläufig sein. Wird man doch damit regelrecht zugeballert, wenn man den Lokalsender hier an hat. Und anderswo in der Republik wird das wohl auch nicht anders sein. Einige von euch werden den Spot also genauso gut nicht mehr hören können, wie ich.

    Dabei geht es mir gar nicht so sehr darum, dass der IKEA-Spot so oft läuft. Klar, es nervt immer, wenn einem eine Werbung gefühlt 20-mal am Tag vorgespielt wird, obwohl man nur ein paar Stunden das Radio laufen hat. Aber das war nie anders. First rule of ad-club: Damit die Werbung wirkt, muss sie bis zu dem Punkt wiederholt werden, an dem sie allen zum Hals raushängt – und dann noch mehr.

    Klingt nach tollem Angebot – ist es aber nicht

    Nein, was mir an dieser IKEA-Werbung so unheimlich auf den (‘tschuldigung) Sender geht: Das Gefühl, als Konsument überhaupt nicht für voll genommen zu werden. Da wird mir nämlich von einem freundlichen „IKEA Mitarbeiter“ (der sich verdächtig wie ein unterbeschäftigter Synchronsprecher anhört) in penetrant schlichten Sätzen erklärt, wie toll folgendes Konzept sei: „Bestelle online, wir packen es für dich im Laden zusammen und du holst es ab!“

    Als ich die Werbung das erste Mal gehört habe, löste sie bei mir in etwa folgenden inneren Monolog aus: „Bestelle online“ – Gerne doch, das mache ich doch glatt! „Wir packen es für dich im Laden zusammen“ – Find‘ ich auch gut. Schließlich bin ja ich zu Hause und seid doch ihr im Laden. Funktioniert also viel besser, wenn ihr das macht. Komisch allerdings, dass das noch extra aufgeführt werden muss. Schließlich brüstet sich Amazon nicht damit, dass seine Mitarbeiter meine Bestellung für mich kommissionieren… „Und du holst es ab!“ Soso. Da ist also der Haken an der Sache. Hätte ich mir ja denken können.

    Denn bei IKEA ist es seit Jahr und Tag oberstes Gebot, den Kunden unter allen Umständen in den Laden zu bringen. Alles andere – was der Kunde denn eigentlich möchte; was längerfristig gesehen kommerziell sinnvoll wäre; was mittlerweile überhaupt marktfähig ist – wird dem einzigen Ziel untergeordnet, den Kunden sonnabends durch den stationären Spießrutenlauf zu jagen, damit er am Ende als Trostpreis mindestens ein paar hochmargige Kleinartikel mitnimmt und seine schreienden Kinder mit nach Behördenkantine duftenden Köttbullar und Industrieeis vom Allerfeinsten besänftigt.

    Kundenzentriertes (Online-)Shopping? Nicht mit den Schweden!

    Das kriegt man schon dann zu spüren, wenn man auf Ikea.de geht – und (am Abrufdatum 18.09.) an belanglosen Pressemitteilungen wie „Der neue IKEA Katalog ist da!“ und „Am 20.09. ist Weltkindertag“ vorbeiscrollen muss, bevor überhaupt etwas leidlich Online-Shop-mäßiges kommt. Und auch hier prangt ganz oben das erste Gebot: „Click & Collect: Online bestellen, im Einrichtungshaus abholen“. Was allerdings noch nicht kommuniziert wird (auch nicht in der Radiowerbung): Click & Collect gibt es nicht umsonst! Für ein Warenwert bis 300 Euro berechnet IKEA ja bekanntermaßen unverschämte 39 Euro für die Lieferung nach Hause (ja, mehr als 10% drauf als Liefergebühr – IKEA macht’s möglich). Aber noch unverschämter: Selbst für Click & Collect werden für denselben Warenwert 10 Euro berechnet.

    Das heißt im Klartext: Ich darf selbst – auf eigene Spritkosten – zum IKEA-Einrichtungshaus irgendwo am Stadtrand fahren und höchstpersönlich die sperrigen, unhandlichen, schweren Sachen ins Auto wuchten, bevor ich wieder auf eigene Spritkosten dieselbe Strecke zurücklege, um meine noch aufzubauenden Möbel im Schweiße meines Angesichts ins Haus zu hieven. Und das kostet mich auch noch 10 Euro. Zum kurzen Vergleich: Bei Home24 werden mir die Sachen frei Haus geliefert und sogar eine eventuelle Retoure wäre für mich kostenfrei.

    Cupcakes und Köttbullar

    Die New Yorker haben für solche haarsträubenden Versuche, ihnen einen schwerwiegenden Nachteil als sensationelles Verkaufsargument unterzujubeln, einen für ihr hartes Pflaster typisch flapsigen Ausruf: Don’t shit on my cupcake and tell me it’s icing!

    So möchte ich rufen: „IKEA, hör endlich auf, Köttbullarhaufen auf alles zu setzen und dann noch zu behaupten, dies sei ein besonderer Service!“ Aber nein! Anstatt endlich mal einen konkurrenzfähiges Online-Angebot zu machen, befüllte der Möbelriese während der Pandemie auch noch das Internet mit teuer produzierten Videos, die mir weismachen wollen, wie toll es sei, selber zu einem IKEA-Standort zu fahren und umständlich eine eigentlich bestens mit dem Paketdienst zu versendende Bestellung abzuholen.

    Click & Collect? Der einzige Klick, den ich hier betätige, ist der Klick weg – zum nächsten Anbieter. Dann stehe ich auf, um das Radio auszumachen.