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  • Effizienzsteigerung bei Zalando:  Kuratierung des Marktplatzes und Personalabbau im Fokus

    Effizienzsteigerung bei Zalando: Kuratierung des Marktplatzes und Personalabbau im Fokus

    Effizienzsteigerung spielt eine entscheidende Rolle bei der Wertschöpfung und Bewertung von Unternehmen. Denn gerade in schwierigen Zeiten wie den aktuellen zählen Ergebnisse mehr als Visionen. Zalando, Europas führende Online-Plattform für Mode und Lifestyle, ist sich diesem entscheidenden Faktor für den langfristigen Erfolg bewusst und hat daher in den vergangenen Monaten verschiedene Maßnahmen ergriffen, um seine Effizienz zu steigern. 

    Mehr Qualität bei Händlern und Mitarbeitenden

    So hat Zalando in den vergangenen Monaten seinen Marktplatz stärker kuratiert. Dies bedeutet, dass das Unternehmen vermehrt Händler von der Plattform verwiesen hat, um eine bessere Auswahl und Qualität der Waren anzubieten: “Weniger Angebot, mehr Relevanz”. Die gezielte Auswahl der Partner und Produkte ist nicht nur die Reaktion auf ein verändertes Kundenverhalten, sondern soll zugleich die Attraktivität des Marktplatzes erhöhen. Diese Kuratierungsstrategie zielt darauf ab, die Effizienz des Marktplatzes auszubauen, indem sowohl die Kundenbindung als auch die Rentabilität des Unternehmens gesteigert wird.

    Ein weiterer Faktor, der zur Effizienzsteigerung bei Zalando beigetragen hat, ist die Massenentlassung Anfang März 2023. Durch die anschließende Optimierung interner Prozesse und den verstärkten Einsatz von Automatisierungstechnologien konnte Zalando Arbeitsabläufe rationalisieren und Kosten reduzieren. Der Personalabbau hat Zalando schlanker und agiler gemacht, was letztendlich zu einer verbesserten Nutzung von Ressourcen und einer erhöhten Rentabilität führt.

    Was andere Unternehmen aus Zalandos Strategie lernen können

    Die Bemühungen von Zalando zur Effizienzsteigerung bieten wertvolle Erkenntnisse für andere Unternehmen, denn insgesamt zeigt die Effizienzsteigerung bei Zalando, wie strategische Maßnahmen sowohl an der Börse als auch von Investoren honoriert werden. Zalando konnte seine Effizienz steigern und eine solide Grundlage für weiteres Wachstum schaffen, denn in einer Zeit, in der die Leitzinsen niedrig sind, suchen Investoren verstärkt nach Unternehmen, die ihre Prozesse optimieren und ihre Rentabilität steigern. Die Aussicht auf Effizienzsteigerung kann daher das Interesse der Investoren wecken und zu höheren Bewertungen führen. Durch die Umsetzung von – zugegeben drastischen, aber eben notwendigen – Maßnahmen, wie Zalando es getan hat, können Unternehmen bestehende und neue Anleger von sich überzeugen und so ihre Wettbewerbsfähigkeit am Markt stärken. Zalando ist daher ein Beispiel dafür, wie Effizienzsteigerung zu einer verbesserten Wettbewerbsposition als auch einer höheren Unternehmensbewertung führen kann.

  • Warum man Amazon-Aktien besitzen sollte

    Dem Erfolgsrezept von Amazon auf der Spur

    Die Amazon-Aktie steigt dieser Tage stetig. Auch morgen wird der US-Konzern aus Seattle weiter wachsen. Alles nur Schall und Rauch oder welche Wunderformel verbirgt sich hinter dem Erfolg? Der angeblich von Jeff Bezos auf einer Serviette skizzierte Circle of Growth hat es bereits zu Bekanntheit gebracht. Doch wie übersetzt Amazon diese Strategie in Maßnahmen?

    Die Amazon-Aktie ist überbewertet und verspricht langfristig keine attraktive Anlage zu sein, sagen kritische Stimmen wie der Portfolio-Manager Robert Naess von der skandinavischen Nordea Bank. Aus meiner Sicht gibt es gute Gründe, wieso Amazon weiter wachsen wird und weshalb es sich nach wie vor lohnt, Amazon Aktien zu halten. Jeff Bezos bezeichnet Amazons Mission damit, das am stärksten kundenzentrierte Unternehmen der Welt zu sein. Hinter diesem Leitsatz verbirgt sich mehr als nur heiße Luft. Amazon hat einen Kreislauf bestehend aus fünf Elementen geschaffen, der sich dem kontinuierlichen Ausbau von Wachstum und Kundenorientierung verschrieben hat. Dieser Kreislauf besteht aus den Elementen Angebot, Service, Technologie, Daten und Anpassungsgeschwindigkeit. Wie Amazon aus diesen Zutaten einen richtig guten Cocktail mixt, nehmen wir im Folgenden unter die Lupe.

    Angebot

    Das Angebot von Amazon wird schon längst nicht mehr nur durch die Größe des auf der Plattform verfügbaren Produktsortimentes bestimmt. Amazon Video, Amazon Musik, Amazon Web Services und Alexa sind nur einige wenige von vielen Formaten und Sparten, die das Angebot des Online-Giganten ausweiten. Damit stärkt der Konzern seine Präsenz bei der Käuferschaft und dadurch auch seine Macht.

    Im Sinne der Kundenzentrierung ist Amazon stets bestrebt, klassische Denkmuster zu durchbrechen. In den USA ergänzt Amazon sein Online-Angebot bereits durch stationäre Filialen und innovative Formate wie Amazon Go, ein kassenloser Supermarkt, den es bald auch in London und Paris geben soll. Auch in Deutschland soll es zeitnah stationäre Konzepte geben, um die Einkaufsvielfalt in der Amazon-Welt zu erweitern. Das sorgt beim Einzelhandel für noch mehr Kopfschmerzen, als Amazon der Offline-Welt ohnehin bereits bereitet.

    Mit Amazon Business bewegt sich das Amazon-Angebot sowohl Produkt- als auch Service-seitig in ganz neue Dimensionen. Das Absatzpotential im B2B lässt alle verbleibenden Wachstumsmöglichkeiten im B2C wie einen Kindergeburtstag aussehen. Prognosen zufolge wird der B2B E-Commerce in den USA in 2020 die 1 Trillion-Marke knacken. Das Angebot für Unternehmen wächst täglich, genau wie die Anzahl der Business-Kunden.

    Die Plattform Amazon ist quasi alternativlos. Marken haben nur begrenzt Möglichkeiten zu rebellieren. Dies unterstrich Amazon jüngst erneut am Schuhhersteller Birkenstock, der im Dezember 2017 die Zusammenarbeit mit Amazon beendete. Während Birkenstock Amazon medienwirksam unter anderem als Mittäter bei Plagiatverkäufen bezeichnet, kommentiert Amazon das Ende der Partnerschaft nicht einmal. Für Amazon zählt nur der Kundenzugang. Den stellen unabhängig von einer direkten Kooperation der Marken die Marktplatz-Händler sicher. Zudem setzt Amazon im B2C verstärkt auf Handelsmarken aus dem eigenen Haus. Produktreihen wie Amazon Basics oder die im Herbst 2017 gelaunchte Fashion-Marke Find stellen für Amazon die Möglichkeit dar, die Profitabilität weiter zu steigern. Dank der zur Verfügung stehenden Datenbasis aus dem Marktplatz- und Direktgeschäft ist Amazon bestens aufgestellt, um profitable Kategorien und Produkte zu identifizieren.

    Fazit: Weltweit gibt es kaum ein vergleichbares Angebot wie das, was von Amazon direkt oder indirekt angeboten wird. Damit sichert sich Amazon den Spitzenplatz bei den Verbrauchern und zukünftig vermutlich auch bei den Unternehmen. Dafür spricht auch, dass laut einer Statista-Umfrage aus dem Mai 2017 bereits 96% aller erwachsenen Deutschen bei dem Online-Riesen bestellt haben.

    Daten

    Amazon weiß, wer was wann kaufen möchte. Und oft sogar besser als der Konsument selbst. Researcher Scott Galloway prophezeit bereits Amazon Prime Squared: Ein Service, der Kunden wöchentlich eine Box mit Produkten zusendet, die der Konsument nie bestellt hat, aber auf Basis des bisherigen Such- und Kaufverhaltens benötigen könnte. Die nicht gewünschten Artikel werden dann ganz einfach zurück gesendet. Auch wenn Amazon dieses Konzept offiziell nicht plant, würden die zur Verfügung stehenden Daten diese bereits ermöglichen.
    Amazon ist Meister in der Kommerzialisierung von Potentialen. Die Basis dafür stellen weltweit circa 304 Millionen aktive User  (Stand: 2015) zur Verfügung. Ein Resultat dieses Umwandlungsprozesses ist beispielsweise der Display-Advertising-Dienst Amazon-Advertising-Platform (AAP). AAP vereint den Datenschatz voller Kundenaktivitäten mit Display-Kampagnen und bildet daraus ein starkes Marketing-Tool.

    Es lässt sich nur mutmaßen, welche Unmengen an Daten Amazon hortet und weiter verarbeitet. Fakt ist, dass die von Amazon gesammelte Daten eine hohe Aussagekraft über das Kaufverhalten der Kunden haben und ein besonders gezieltes Targeting zulassen. Das macht sie für Werbetreibende häufig interessanter als die Datenpakete von Facebook oder Google. Mit dem Sprachassistent Alexa ist es Amazon nun möglich, Daten noch näher am Kunden zu sammeln.

    Fazit: Amazon versteht es Daten in Geld umzuwandeln. Die gezielte Vermarktung von Big Data beschert Amazon eine profitable Einnahmequelle. Durch den Einsatz der Daten zur kundenorientierten Weiterentwicklung des Angebotes, sichert sich das Unternehmen einen zentralen Platz im Leben von Verbrauchern und Betrieben.

    Service

    Mit den von Amazon angebotene Service-Prozessen kann kaum ein anderes Unternehmen mithalten. An der Spitze steht das Amazon Prime-Programm, das Abonnenten eine schnelle und kostenfreie Lieferung garantiert und gleichzeitig mit Zusatzleistungen wie Video- und Musik-Streamingdiensten bedient.

    Mit Prime Business eröffnet Amazon nun auch den Service-Wettkampf im B2B. Gerade in der C-Teile-Beschaffung konnten Anbieter lange durch hohe Versandkosten und Mindermengen-Zuschläge Zusatzgewinne einfahren. Amazon schafft hier eine neue Transparenz und erhöht den Veränderungsdruck auf etablierte Anbieter.

    Amazon-Dienstleistungen durchdringen die gesamte Wertschöpfungskette. Von der Zahlungsabwicklung über Amazon Pay bis zur Lieferung durch private Zusteller über Amazon FlexMit Amazon Key bietet die Plattform nun auch eine Problemlösung für ein altbekanntes Problem im E-Commerce: Eine Smart Home-Kombination aus Türschloss, Kamera und App, die es verifizierten Lieferdiensten ermöglicht ein Paket auch bei Abwesenheit des Empfängers zuzustellen.

    Fazit: Prime definiert den Standard im Service-Sektor. Ergänzt durch innovative Technologien und Dienstleistungen, sichert sich Amazon die Führung. Zukünftig wird Amazon weitere Prozessschritte insourcen und damit den eigenen Einfluss weiter ausbauen.

    Technologie

    Es gibt sicherlich Websiten, die mit einer besseren User Experience aufwarten als Amazon. Doch durch die intuitive Navigationsführung, die Größe des Sortimentes und bereits gesammelte Daten, versteht es Amazon dennoch erfolgreich sich als Nummer 1 in der Gunst der Kunden zu behaupten. Doch die etwas verstaubt anmutende Website täuscht. Amazon hat das Ende der Desktop-Era längst erkannt. Die Weiterentwickung der Website wird im notwendigen Maße durchgeführt. Amazon setzt stattdessen stark auf die Vorreiterrolle bei Zukunftstechnologien wie Voice Commerce.

    Amazon ist ein Technologieunternehmen und investiert in vielen Bereichen in Forschung und Entwicklung. In 2017 führte Amazon mit Forschungsausgaben in Höhe von 16,1 Milliarden bereits die Top 20 der forschenden Unternehmen an. Die hauseigene Entwicklungsschmiede Lab126 schuf unter anderem den Kindl, das Fire Phone sowie den Echo.[4] Und in Deutschland wird Amazon ein Forschungszentrum für künstliche Intelligenz in Tübingen eröffnen.

    Fazit: Amazon investiert vielseitig in Forschungsprojekte. Durch die eigene Marktposition hat Amazon zudem eine optimale Ausgangslage um neue Technologien zu vermarkten. Alexa und die Echo-Serie beweisen mit welcher Geschwindigkeit Amazon neuerdings Neuheiten etablieren kann.

    Anpassungsgeschwindigkeit

    Mit einer großen Dynamik pusht Amazon die zielgerichtete Weiterentwicklung des globalen E-Commerce. Dabei hält Amazon nicht zurück mit Beta-Versionen und entwickelt seine Angebote und Produkte auch gerne gemeinsam mit den Kunden zur Marktreife. Aktuelles Beispiel ist das Amazon Custom-Programm, welches für den B2B-Arm von höchstem Interesse ist. Custom wird aktuell auf der B2C-Plattform live getestet und in diesem Zug für den eigentlich relevanten Markt in Amazon Business vorbereitet.

    Und die Entwicklungsgeschwindigkeit ist beachtlich, betrachtet man beispielsweise den Echo: Die erste Generation des Echos wurde im Juni 2015 auf dem US-Markt gelauncht, im März 2016 folgte die Miniaturversion namens Echo Dot. Im April 2017 folgte der Echo Look, welcher den Funktionsumfang um Videos erweitert. Die neueste Erweiterung aus dem Oktober 2017, der Echo Plus, fungiert zudem als Smart Home-Hub. Bei der großen Schwämme an Neuerungen bleibt das ein oder andere Konzept auch mal auf der Strecke. Amazon fackelt bei schlechten Wachstumsraten nicht lange und widmet seine Aufmerksamkeit neuen Projekten. Der Shoppingclub BuyVIP und das Fire Phone wurden wegen dem ausbleibendem Erfolg eingestellt. Doch die Schublade mit neuen Konzepten ist bei Amazon prall gefüllt.

    Neben den Kunden profitiert insbesondere Amazon selbst von der hohen Entwicklungsgeschwindigkeit. Durch stetige Weiterentwicklungen bietet Amazon Leistungen und Produkten, die in regelmäßigen Abständen erneuert werden müssen und als alleinigem Anbieter Amazon weiteres Wachstum garantieren.

    Fazit: Schon die Entwicklungsbreite und -tiefe heben die Forschungsaktivitäten von Amazon von anderen Mitbewerbern ab. Ergänzt um die Geschwindigkeit und den passenden Kanal, um diese Entwicklungen auch zu vermarkten, gewinnt Amazon auf ganzer Linie.

    Das Erfolgsrezept

    “Day 2 is stasis. Followed by irrelevance. Followed by excruciating, painful decline. Followed by death. And that is why it is always Day 1.”, schrieb Jeff Bezos in seinem 2016 Letter to Shareholders. Diese Day One-Mentalität prägt den Wachstumskreiselauf von Amazon. Dank dieser fünf Elemente schaffen es Bezos und sein Team sich erfolgreich ständig neu zu erfinden – fernab von allen Stigma. Amazon beherrscht die Fähigkeit, bestehende Geschäftsbereiche zu verbinden und neue zu erschließen, um diese Symbiosen gezielt für nachhaltiges Wachstum zu nutzen.

    Kommen wir zurück zu Robert Naess aus der Einleitung, der die Amazon-Aktie für überbewertet hält. Die oben vorgestellten Elemente werden Amazon weiterhin neue Erfolge und Wachstumsrekorde sichern. Und es ist zu erwarten, dass die Börse dieses Wachstum spiegeln wird. Bezos wird auch in Zukunft den Kunden in den Mittelpunkt aller Unternehmensentscheidungen stellen und damit für ein sattelfest aufgestelltes Portfolio sorgen. Die US-Bank Morgan Stanley teilt diese Ansicht und sagt voraus, dass Amazon dank der Vielzahl seiner hoch-profitablen Unternehmensbereiche bereits 2018 zum ersten Trillionen-Unternehmen wird.

     

  • Team Buying – Effektiv oder Geldverschwendung?

    Team Buying – Effektiv oder Geldverschwendung?

    In Deutschland ist es bisher nur sehr am Rande üblich, Akquisitionen für „Team Hires“ durchzuführen. Der Erwerb von Firmen ohne Fokus auf Kunden/Gewinne, sondern allein mit der Absicht das Team zu übernehmen ist allerdings ein sehr spannender Weg in der Digitalisierung, um schnell nach vorne zu kommen. Wie bereits beschrieben ist der perfekte Sturm immer ein Zusammentreffen von mehreren Faktoren. In der Digitalisierung herrscht ein ständig wachsender Handlungsdruck, aber Personen mit notwendige Erfahrung und Kompetenz sind weiterhin sehr rar. Selbst wenn man Einzelpersonen für eine Rolle innerhalb eines Unternehmens begeistern kann, müssen diese dann mühsam ein Team motivieren oder zusammenstellen, das ihnen operative Umsetzungskapazitäten liefert. Das ist in der Vergangenheit nicht nur einmal gescheitert oder sehr viel langsamer verlaufen als geplant.

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  • Finde den Fehler: „Amazon war damit doppelt so viel wert wie der rivalisierende Supermarktriese Wal-Mart“

    Finde den Fehler: „Amazon war damit doppelt so viel wert wie der rivalisierende Supermarktriese Wal-Mart“

    Amazon hat mit USD1.000 pro Aktie und 478 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung bereites einiges an Börsenhoffnung erfüllt. Trotzdem ist die Aktie meiner Meinung nach immer noch deutlich unterbewertet – denn die öffentlichen Märkte erliegen immer noch der Fehlannahme, dass Amazon mit Unternehmen wie Wal-Mart oder anderen Händlern auch nur annähernd vergleichbar ist. Das ist auch sehr schön in diesem Spiegel Artikel zu erkennen.

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  • Gastbeitrag: Eine Milliardenbewertung und die Strategie dahinter

    Gastbeitrag: Eine Milliardenbewertung und die Strategie dahinter

    Money! Hier ein hoffentlich spannender Gastbeitrag von mir bei Gründerszene zum Thema Finanzierungsblase und HelloFresh. Auch hier freue ich mich auf Feedback.

  • Wie würden Sie Ihr Unternehmen bewerten?

    Nach langer Zeit wieder ein Beitrag! Spryker hat dafür gesorgt, dass die operativen Aufgaben sich genau gegensätzlich zum Digitalkaufmann Artikelposting entwickeln. Hier gelobe ich jetzt aber wieder Besserung!

    Ich hatte das Vergnügen vor einiger Zeit bei den Hitmeister Days sprechen zu dürfen. Hier das Video mit meiner Meinung zur Bewertung von Online Shops. Die Slides und eine gute Zusammenfassung findet ihr Weitere Infos zum Video

  • Firmenbewertung von Kinnevik/Rocket Empire – Optimistischer Umsatzfokus

    Neben den operativen Ergebnissen und einigen Kennzahlen ist die aktuelle Investorenpräsentation von Kinnevik eine spannende Anleitung für die aktuellen Firmenbewertungen des Branchenprimus Rocket Internet und aller der damit verknüpften Unternehmen. Hier ist zum einen die Art der Bewertung (Multiple, Sum-of-parts) und die genutzten Multiples für den endgültigen Wert innerhalb der Kinnevik Bilanz spannend. Mitbewerber und Start-Ups bekommen auf diesem Wege gute Vergleichsgrößen aus dem B2C naturheilpraxis-hauri.ch Umfeld des Rocket Imperiums und so manch ein Unternehmensverkäufer aus der digitalen Branche dürfte sich über die Entwicklung sehr freuen.   (mehr …)

  • Update: Urbanara und Bergfürst

    Vielen Dank für das viele Feedback bezüglich des Crowdfunding als Chance? Artikels. Hier noch zwei weitere neue Entwicklungen. Urbanara hat die Frage bezüglich der Effektivität von TV Werbung sehr kurz und knapp beantwortet.

    „Die strategische Beteiligung von Pro7Sat1 ist vorerst an unterschiedlichen Auffassungen hinsichtlich der Beteiligungsstruktur und –höhe gescheitert. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass auch TV einen erheblichen Mehrwert beim Markenaufbau in Deutschland erzielen kann.“ (Link zur Antwort)

    Weiterhin wurde das Thema von Alex bei Kassenzone aufgegriffen und das WSJ Deutschland hat die Verschiebung der Zeichnungsfrist ebenfalls kritisch bewertet und eine sehr gute Analyse von Bergfürst mit aufgenommen.

    Es bleibt spannend und wir werden alle mehr wissen, sobald die Zeichnungsfrist abgelaufen ist. In der Zwischenzeit profitieren aber hoffentlich die Verkaufszahlen von Urbanara, durch die gemeinsame Werbeaktion mit Bergfürst.

    Bergfürst Werbung

  • Bergfürst und Urbanara – Crowdfunding als Chance?

    Insgesamt ist die Verschiebung der Zeichnungsfrist von Urbanaras Angebot bei Bergfürst keine Überraschung. Es zeigt auch, dass die zahlreichen Privatinvestoren in Deutschland nicht völlig ahnungslos in Investments tappen, sondern fundierte Informationen verlangen. Weiterhin stellt sich die Frage, warum ein Unternehmen, das bereits zahlreiche Finanzierungsrunden durchlaufen hat und sogar durch Werbedeals erhebliche Außenwerbung schalten konnte, nun bei einer Crowd Funding Platform versucht, Investoren zu finden. Dies hört sich auf den ersten Blick nach einer Liquiditätslücke an, die die sogenannte „smart-money“ nicht mehr zu füllen bereit war. Vor allem, da die €3m sehr niedrig gegriffen sind, wenn man die beachtliche Liste von Ausgabezwecken wie z.B. Marketing, ERP System, HR, Internationalisierung etc. sieht. Da es also für diese Zwecke kein ausreichend neues Geld von professionellen Investoren gab, wird nun die Crowd bemüht.

    Ich würde sagen, dass wir das nur als PR Material zu bezeichnende Factsheet* sowie die Equity Story außer Acht lassen sollten, denn einem nicht voll informierten Investor spiegeln diese Dokumente eine unrealistisch positive Situation vor und lassen meiner Meinung keinen wirklichen Rückschluss auf die Geschäftsentwicklung zu.

    Wobei der PR Effekt sich hoffentlich auch auf die Verkaufszahlen auswirkt, da Besucher anscheinend durch die zusätzliche PR auf den Shop stossen, wie die Auswertung von Google Trends zeigt.

    Urbanara vs. Bergfürst Google Trends

    Aber wir alle haben ja einen wirklich „gut ausgearbeiteten“ und „informativen“ Disclaimer gelesen:

    „Eine Anlageentscheidung kann ausschließlich auf Grundlage des Wertpapierprospektes in seiner jeweils gültigen Fassung getroffen werden. Der Wertpapierprospekt ist die alleinige Grundlage für die Beteiligung. (…) Interessenten wird dringend empfohlen, vor Zeichnung des Aktienangebots den gesamten Wertpapierprospekt in seiner jeweils gültigen Fassung aufmerksam zu lesen.“ (Quelle: Wertpapierprospekt)

    Im ersten Schritt stellt sich nun jeder Investor die Frage, was genau mit dem neuen Kapital gemacht werden soll. Basierend auf den geplanten Ausgaben ergibt sich dann eine Liste mit Punkten, die in einer Due Dilligence hinterfragt werden sollten. Im zweiten Schritt ist es, gerade bei einer Firma, die bereits seit 2011 am Markt ist, natürlich interessant, warum Geld von der Crowd eingesammelt wird, wenn bereits namhafte und finanzstarke Investoren vorhanden sind. Eine komplette Offenlegung der Finanzzahlen und Geschäftspläne von Urbanara mit zusätzlich mindestens €320.000 Kosten wird ja sicherlich nicht einfach so aus Spaß gemacht.

    Nun zur Fragestellung des ersten Schritts. Es sollen zwischen €3-3,75m eingesammelt werden. Diese werden zu ca. 50% in Marketing investiert und zur anderen Hälfte in operative Themen wie z.B. IT, Supply Chain und HR.

    Marketing spielt also eine große Rolle, vor allem da bereits eine weitere Kapitalrunde für Marketingausgaben von €2m in 2014 angekündigt wird. Dies bedeutet, die Investoren wissen bereits, dass sie in Bezug auf weitere Marketingausgaben verwässert werden. In den jeweiligen Dokumenten wird dargestellt, dass Urbanara effektiv und Performance orientiert Werbung schaltet und dies auch im Onlinebereich mit erfolgreichen Zahlen belegen kann. Das ist zwar gut zu wissen, nur wird auch überall gesagt, dass im Weiteren Printwerbung und vor allem Fernsehwerbung weiter ausgebaut werden soll. Hier wird es schon wesentlich schwieriger auf Performance zu optimieren. Vor allem muss man sich durch 42 Seiten Equity Story, 4 Seiten Factsheet und dann noch 78 Seiten Wertpapierprospekt kämpfen, um einen sehr interessanten Paragraphen zu finden.

    „Eine Zusatzbelastung ergibt sich aus den vorerst gescheiterten Verhandlungen mit der Pro7Sat1 Gruppe über eine strategische Beteiligung an der URBANARA Gruppe. Dies hat (gemäß Medialeistungsvertrag vom November 2012) zur Folge, dass sämtliche Ende 2012 und Anfang 2013 bereitgestellte Media (TV-Spots) nachträglich bezahlt werden muss. Für diese Szenario waren schon Ende 2012 und im ersten Halbjahr 2013 bei der URBANARA GmbH Rückstellungen in einer Gesamthöhe von TEUR 888 gebildet worden welche nun in den kommenden neun Monaten in Form von einheitlichen Monatsraten aufgelöst werden. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es trotzdem noch zu einer Beteiligung und somit zu einem Wegfall dieser Verbindlichkeiten kommt.“ (Quelle: Wertpapierprospekt)

    Wenn also die Zukunft von Urbanara von TV Werbung abhängig ist (wie auch in den PR Dokumenten immer wieder geschrieben wird) warum ist der Deal dann geplatzt? Ist ProSieben Sat1 nicht interessiert, eine erfolgreiche Beteiligung mit Urbanara einzugehen? Wurde bei der Schaltung der TV Spots festgestellt, dass der Return negativ war und es gar nicht möglich ist, den Umsatz grenzenlos durch TV Werbung zu hebeln? Antworten auf die historischen Erfolge/Misserfolge wären im Dokument wichtiger als belanglose „Fakten“.

    Weitere Einschätzungen zur Wiederkaufrate und Wettbewerb wären ebenfalls interessant. Bei der Wiederkaufrate wird nebulös auf eine starke Marke verwiesen. Welches Online Geschäftsmodell hat es jemals geschafft, eine Marke aufzubauen, die eine hohe Wiederkaufrate erzielt und keine zusätzlichen Werbekosten beansprucht? Amazon? Selbst Zalando – mit ungleich mehr Fernsehwerbung als Urbanara – hat hier wahrscheinlich keinen einfachen Stand, sondern muss viel investieren, um die Quote auf einem starken Niveau zu festigen. Weiterhin wird gesagt, dass der Hauptwettbewerb im offline Handel passiert. Werden hier Unternehmen wie West Wing einfach ausgeblendet (bis auf die Darstellung in einem Chart habe ich zu ernsthaften Online Wettbewerbern, die bereits am Markt aktiv sind, nichts gesehen)? Ich würde zumindest beim Online Marketing hier eine substantielle Schnittmenge sehen. Google ist immer noch ein Bietsystem und zu sagen, dass hier nur geringer Wettbewerb herrscht ist falsch – die Bietpreise und somit die Kundenakquisitionskosten werden weiterhin steigen. Das müsste auch so gesagt werden.

    In Bezug auf die Verwendung des restlichen 50% Kapitals werden IT, HR und eine weitere Internationalisierung genannt. Wobei hier die Angaben zum Wachstum im UK keine große Hoffnung erwecken, dass die mageren €500.000 genug wären für irgendeinen Markteintritt, da das internationale Umfeld oft sogar noch schwieriger ist als in Deutschland. Wieso wurde dann eigentlich Großbritannien als Markt ausgesucht? Wie ist die Qualität des Managementteams in Bezug auf Entscheidungsfindung bei der Internationalisierung? Das UK Umfeld ist anscheinend noch schwieriger als Deutschland:

    „Im Gegensatz zum deutschen Markt ist der Wettbewerb in Großbritannien sehr viel weiter fortgeschritten. Wettbewerber wie The White Company, Heal’s und Designer’s Guild setzen fast ausschließlich auf Eigenmarken und haben sowohl den Online- als auch den stationären Vertrieb als erfolgreiche Kanäle für sich erschlossen. Wenn Fremdmarken angeboten werden, dann nur, um das Eigenmarkenportfolio zu ergänzen. Amazon ist der einzig verbliebene Wettbewerber, der mit einem großen Portfolio voll und ganz auf Fremdmarken setzt. Auch traditionelle Kaufhäuser wie John Lewis und Selfridges haben den Schritt ins E-Commerce sehr erfolgreich vollzogen und erwirtschaften dort bereits einen Großteil ihrer Umsätze. Das Markenbewusstsein für Interior-Produkte ist in Großbritannien stärker ausgeprägt als in Deutschland. So sind die Markteintrittsbarrieren für einen neuen Wettbewerber zwar höher, Nachhaltigkeit und Viralitätseffekte jedoch umso stärker.“ (Quelle: Wertpapierprospekt)

    Wenn jetzt die Entwicklung in Großbritannien nicht besonders gut läuft und der groß angekündigte Eigenmarkenanteil ein besonderes Merkmal ist, warum kann das in anderen Märkten so leicht von so vielen Mitbewerbern ausgehebelt werden?

    Jetzt aber zum zweiten Punkt. Warum wollen die Investoren nicht mehr Geld geben bzw. warum wird eine Crowd Funding Runde nach bereits erfolgten Finanzierungsrunden durchgeführt? Die bisherigen Investoren beteiligen sich zwar mit ca. 800k, aber der Großteil des benötigten Kapitals soll von der Crowd gestellt werden. Ich gehe einfach davon aus, dass den bisherigen Investoren sicherlich das entsprechende Kapital zur Verfügung steht, aber hier bewusst nicht weiter investiert wird. Wieso wird hier die Crowd „Notbremse“ gezogen und das Investitionsrisiko auf Kleinanleger abgegeben? Dieser Punkt sollte bei den Dokumenten viel offensiver erklärt werden. Ansonsten wird leicht der Eindruck erweckt, dass hier nicht ganz mit offenen Karten gespielt wird. Weiterhin steht eine Crowd Runde auch viel früher im Finanzierungscyclus eines Start-Ups wie z.B. bei bekannten US Angeboten wie Kickstarter und wird nicht zu Finanzierungen im Bereich der Series A,B,C genutzt. Vielleicht ist es aber auch eine geschickte PR Story, die es ermöglicht, Geld zu verdienen, während man gleichzeitig einer großen Auswahl an potentiellen Kunden über eine Crowd Plattform vorgestellt wird? Der Prospekt und alle weiteren Angaben lassen hier auf jeden Fall keinen Rückschluss zu.

    Am Ende noch kurz etwas zur Bewertungsgrundlage. Die eigentlichen Buchprüfer der Gesellschaft geben selber an, dass die Bewertung zweifelhaft sei. Wie soll denn hier eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft überhaupt eine fundierte Aussage treffen können? Jeder Analyst kann zwar irgendwelche Zahlen in ein DCF Modell tippen und dann hoffen, dass die Discount Raten richtig gewählt wurden, aber es ist doch einer traditionellen Prüfungsgesellschaft gar nicht möglich, die Zahlen überhaupt nur ansatzweise zu verstehen. Liebe Wirtschaftsprüfer – wie werden denn die Kundenakquisitionskosten im Jahr 2016 aussehen und wie teuer wird es, den Umsatzwachstum einzukaufen? Auf welcher Grundlage wurde die Richtigkeit der Angaben ermittelt? Weiterhin kann ein potentieller Investor schon bei dem willkürlichen Reduzieren der Firmenbewertung sehen, dass hier in der Bewertung erheblicher „Spielraum“ herrscht. „Als Platzierungsanreiz wird ein Abschlag von rund 10% gegenüber dem Wertgutachten der Wirtschaftsprüfer gewährt.“

    Zusammenfassend würde mich interessieren, ob Urbanara, basierend auf diesen Grundlagen, erfolgreich Geld einsammeln wird. Insgesamt hätte ich mir jedoch für eins der größten deutschen Crowd Investments wesentlich professionellere Unterlagen gewünscht. Traditionelle Wertpapierprospekte mit irrelevanten Finanz- und Steuerinformationen spiegeln nicht die Informationen wider, die ein erfolgreiches digitales Investment begründen.

    *Warum mag ich das Factsheet nicht:

    Hier werden leider keinerlei für Investoren relevante Fakten geliefert. Es werden einige pauschale Aussagen zu den Alleinstellungsmerkmalen gemacht, die mehr als PR Statements zu verstehen sind. Es werden jedoch keinerlei Aussagen zu den wirklich wichtigen Themen über ein junges Unternehmen gemacht. Weder Profitabilität, Teamqualität noch Ausgabenstruktur werden erwähnt. Es folgen  Angaben wie z.B. Trusted Shop Siegel, Kundenservice via E-Mail und Telefon, Chat und Social Networks – was sollen solche pauschalen Angaben aussagen? Selbst die Umsätze 2011 wurden vergessen und nur 2012 und 2013 erwähnt. Hier wären z.B. die Steigerung der Umsätze in Bezug zu eingesammelten Mediabudgets und Marketinginvestments interessant. Falls ein „unprofessioneller“ Investor diese Zahlen sieht, dann stellt er sich nicht unbedingt die Frage, welche Ausgaben notwendig waren, um diese Umsätze zu erzielen. Urbanara hat bereits viel Geld verbrannt und diesen Punkt bei den Fakten nicht zu erwähnen, ist nicht gut, da hier Investoren nicht notwendigerweise genug Verständnis für die Online Geschäftsrealität mitbringen. Zu guter Letzt gibt es dann noch ein paar Marktstatistiken ohne Bezug zu der Firma, in die investiert werden soll. Wieso findet hier keine weitere Aufbereitung für Investoren statt? Die normalen Benutzer von Bergfürsten und ähnlichen Anbietern werden sicherlich nicht eine fundierte Analystenmaschine im Hintergrund haben, die diese Zahlen verständlich aufbereitet.

    Dieses Factsheet zeigt weder interessante Fakten noch trifft es irgendwelche Aussagen zur Firmenentwicklung. Ich weiß nicht genau, was mit diesem Factsheet bezweckt werden soll, aber eine vollständige Informationspolitik sieht anders aus.

  • Neue Märkte brauchen neue Analysen!

    Wie ich bereits in meinem Artikel zum „Neuen Markt 2.0“ angedeutet habe, braucht es für eine erfolgreiche Start-Up-Kultur eine Anpassung der vorherrschenden Analysemethoden. Zu viele Finanzanalysten haben nicht erkannt, dass mit der Digitalisierung auch sehr viele neue Datenpunkte zur Geschäftsmodellanalyse hinzu gekommen sind. Noch nie war es so einfach große Datenmassen schnell und effizient zu prüfen. Dennoch stößt man in Analyseberichten in Zeitungsartikeln, wissenschaftlichen Arbeiten oder Veröffentlichungen von Banken immer noch vornehmlich auf Datenquellen, die im besten Falle vor 20 Jahren interessant waren. Noch schlimmer finde ich den ständigen Bezug auf Finanzberichte, die auf jeden Fall Monate bzw. Jahre alte Zahlen nutzen, wenn gleichzeitig im großen Umfang tagesaktuelle Zahlen zur Verfügung stehen.

    Was meine ich damit?

    Alex hat in seinem Blog Kassenzone.de vor ca. 1 Jahr die Frage gestellt, was denn nun das beste Shopsystem ist. Hierzu wurden viele qualitative Faktoren besprochen und in den Kommentaren diskutiert, aber es wurden wenige quantitative Angaben gemacht. Wie viele Leute sind denn nun konkret an welchem Shopsystem interessiert? Wie sieht dieser Trend im Zeitverlauf aus?

    Falls sich jetzt also irgendwo ein CFO die Frage stellt, welchen Shopsystem-Anbieter er kaufen sollte, dann wäre eine Marktanalyse essential. Welcher Shopsystem-Anbieter ist auf dem absteigenden und welcher auf dem aufsteigenden Ast? Die Analyse basierend auf Suchanfragen von Google über Google Trends gibt hierzu bereits sehr viele interessante Ansätze. Im Graphen unten kann diese Statistik auch noch einmal angeschaut werden.

    Die Trendentwicklung des „Platzhirsches“ Magento ist zwar abflachend, aber insgesamt dominiert der Shopsystem-Anbieter in Deutschland. Shopware ist der klare Aufsteiger und hat bereits XT Commerce und Hybris hinter sich gelassen und gerade zu Oxid aufgeschlossen. Wäre ich also auf der Suche nach einem M&A Target, um mit den großen Akquisen des letzten Jahr (z.B. Hybris/SAP) mitzuhalten, dann würde ich sehr schnell nach Schöppingen fahren und würde mich dort umschauen.

    Als ein praktisches Beispiel für die Aussagekraft kann ich aus eigenem Hause berichten, dass wir bereits seit Längerem genau diese Daten für unsere Geschäftsmodelle nutzen. eTribes hat dieses Vorgehen geholfen, sehr früh auf Shopware als neuen Agenturschwerpunkt zu setzen – die Erfolgreiche Positionierung von NetShops hat sicherlich auch mit der konsequenten und frühen Entscheidung für Shopware zu tun.

    Weiterhin frage ich mich, ob SAP-Analysten diese Übernahme untersucht haben und sich die Mühe gemacht haben, die unten angegebenen Marktinteressen zu analysieren. Hat SAP hier auf das richtige Pferd gesetzt? Wird sich die Entwicklung von Hybris nach der Übernahme hier widerspiegeln? All diese Fragen lassen sich mit neuen Analysemethoden sehr einfach beantworten und sollten einen festen Platz in den Analysemodellen im Finanzbereich erhalten.

    Zum Abschluss noch ein Fun-Fact: Wie sieht eigentlich die E-Commerce-Landschaft in Deutschland aus? Gibt es hier starke regionale Tendenzen? Welche Aussagen kann man hier für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Regionen schließen? Schaut Euch doch einfach mal die regionalen Ergebnisse der Suchanfragen unten an … hier beginnt man mit den tiefer gehenden Analysen, die noch viel mehr Rückschlüsse auf die Geschäftsentwicklung zulassen.

    Ich frage mich, machen hier einige Firmen nur selektive Werbung? Welche Marketingstrategien verfolgen die Unternehmen? Gibt es weniger Nachfrage? Bei einigen Systemen scheinen die neuen Bundesländer in der Tat noch ein weißes Tuch zu sein!

    Diese Analysen sind nur Beispiel um zu zeigen, welche substantiellen neunen Informationsquellen zur Verfügung stehen – diese sollten bei Analysen auch konsequent genutzt werden.

    Shopsysteme im Vergleich