DIGITALKAUFMANN

DIGITAL ENTREPRENEUR HAMBURG

Unternehmerporträt

Nils SeebachNils Seebach

Unternehmer, Finanzexperte, Autor und Speaker, u.a. Gründer und von Spryker Systems und eTribes Connect.

Technologie verstehen und bewerten

Nils Seebach, 34, ist Finanzexperte und erfahrener Unternehmer. Seit 2014 ist er Gesellschafter von Spryker Systems, einem Unternehmen für agile Shoptechnologie, das er gemeinsam mit dem deutschen Frühphasen-Investor Project A Ventures gegründet hat.

Als Speaker, Gastautor und Herausgeber des Blogs Digitalkaufmann verbindet Nils Seebach vermeintliche Gegensätze: die Leidenschaft für Unternehmensgründung und neue Technologien – mit ihrer Bewertung. Er selbst hat mehr als 20 Geschäftsmodelle im Online-Handel aufgebaut und begleitet: Als Berater, Investor sowie als Gründer  der Agenturgruppe eTribes Connect, einem erfolgreichen Pool von Experten und Dienstleistungen für das Amazonzeitalter.

Nils Seebach hat Philosophy, Politics & Economics an der Oxford University und Entrepreneurship am US-amerikanischen Babson College studiert und internationale Erfahrung bei HSBC und Fernbach Software in den USA, England und Luxembourg  erworben.

 

Welcher technologische Effekt wird Unternehmen in den kommenden Jahren am meisten verändern?

Die größte Veränderung sehe ich durch Software gegeben, die immer leichter für Unternehmen einzusetzen ist. Datenintelligenz wird zum Auge für Unternehmen auf den Markt und die eigene Position darin. Dabei passt sich  Software dem Menschen an, nicht umgekehrt. Ebenso wie der Großrechner auf Smartphone-Größe geschrumpft und zum persönlichen Kompass im Alltag geworden ist, ermöglichen es die Cloud und neue Software-Systeme Unternehmen im Geschäftsalltag handlungsfähiger zu machen, z.B.  auf das Verhalten von Kunden in Online-Shops zu reagieren und Partner von außen kurzfristig ans eigene System anzudocken. Das war vor fünf Jahren noch Spezialisten vorbehalten. Dazu gehört, dass Unternehmen Daten nicht nur gezielt erheben, sondern auch verstehen und als Managementgrundlage nutzen können.

Was ist einer der größten Fehler bei der Bewertung neuer Geschäftsmodelle?

Geschäftsmodelle, die sich digitaler Technologie bedienen, aber auf Skaleneffekte setzen, also an Margen drehen, missverstehen die Grundstruktur der digitalen Wirtschaft. Diese Effekte sind durch die rasante Monopolisierungstendenz der GAFA-Ökonomie (Google, Amazon, Facebook, Apple) zu schnell hinfällig. Erfolgreiche Geschäftsmodelle finden Wege aus dem Wettbewerb mit den Gatekeepern, der sie an hohe Marketingkosten fesselt. Ein weiterer Fehler ist es, neue Technologien auf Grund von Nutzungsprognosen zu bewerten, ohne den Weg dorthin, sprich: die Infrastruktur, solide Geschäftsmodelle und mögliche Weiterentwicklungen, die den Markt abermals verändern könnten.

Wie verändert die starke Monopolisierungstendenz, u.a. im Online-Handel, den Aufbau neuer Unternehmen?

Junge Unternehmen müssen Lücken für nachhaltiges Wachstum viel schneller und konsequenter besetzen und am Markt ausbauen. Sie haben nicht mehr die Zeit, Ideen zu perfektionieren, sondern müssen mit gut funktionierenden Prototypen Marktsegmente als Marke besetzen und – überspitzt gesagt – schon vor dem ersten Erfolg an neue Möglichkeiten in diesem Segment denken.

Welche Aufgabe von Unternehmen findest Du persönlich interessant?

In der derzeitigen Wirtschaft müssen etablierte Hersteller, aber auch ehemalige Newcomer ihre bisherigen Instrumente an die Datengetriebenheit der zweiten GAFA-Generation anpassen, Unternehmen wie AirBnB und Tesla setzen hier Standards. Um ähnlich handeln zu können, müssen Firmen ihre Organisationsstrukturen überdenken, Menschen mit neuen Qualifikationen einstellen und neue, alternative  Zellen aufbauen, mit denen sie neue Systeme testen. Das ist in meinen Augen eine der spannendsten Aufgaben derzeit.

Du bist leidenschaftlicher Unternehmer und Analyst. Visionen vs. Zahlen – wie verhandelst Du das im Alltag?

Ich pflege durchaus eine Leidenschaft für Zahlen. Die wirklich spannenden Details finden sich auch bei der Bewertung von Unternehmen selten im Text – sie stecken in den Zahlen. Aber ich  brauche sie als Unternehmer auch mehr als früher, um Handlungsmöglichkeiten zu erkennen. Das ist vielleicht die größte Veränderung des Internets, dass ich den Markt in Echtzeit vermessen kann. Alle erfolgreichen digitalen Unternehmen unserer Zeit sind durch das ständige Testen von Hypothesen groß geworden. Die Analyse bremst Unternehmen heute nicht mehr, sie kann sie befeuern. Dazu gehört aber auch, Zahlen nicht wie im Industriezeitalter zu betrachten.

Wie hat sich die Rolle von CFOs durch Technologie verändert in den letzten Jahren?

Ein CFO muss heute viel häufiger agieren, weil der Aktionsmodus von Unternehmen zwischen den klassischen Berichtszahlen ein ganz anderer geworden ist. Jedem CFO stehen heute außerdem nicht nur die klassischen Finanzdaten zur Verfügung, sondern jede Aktivität eines Unternehmens kann leichter gemessen werden. Gerade im Auf- oder Umbau eines Unternehmens muss er Zahlen aus verschiedenen Dimensionen der Firma sinnvoll aufeinander beziehen können, ohne in Kaffeesatzleserei abzugleiten.

Xing

LinkedIn

Twitter

Kontakt: nils.seebach@etribes.de   Phone: +49 30 20 84 98 350

Pressekontakt: contact@melanieschehl.de Phone: +49 170 32 55 828