DIGITAL ENTREPRENEUR HAMBURG

Kapital Archive

Freitag

8

September 2017

0

COMMENTS

Was sagt der wilde Bruder der Private Equity Firmen? Was ist mit den Hedge Funds? Welche Investmentstrategien gibt es hier? (4 von 4)

Written by , Posted in Kapital, Private Equity

Investmentstrategien der Hedge Funds

Nachdem in der vorherigen Artikelserie die Private Equity Firmen eine neue strategische Ausrichtung verpasst bekommen haben, geht es jetzt an die Champions League. Hedge Funds sind die unregulierten Finanzkönige, die Opportunitäten in allen Asset-Klassen suchen und riesige Kapitalmengen innerhalb kürzester Zeit einsetzen können. Die weitgehend nicht regulierten Investoren haben selber nicht nur beachtliche Summen in Ihren Fonds, sondern setzen auch extrem stark auf „leverage“ d.h. sie nutzen ein vielfaches an Fremdkapital um Transaktionen zu finanzieren. Die Digitalisierung macht auch hier nicht halt.
(mehr …)

Freitag

20

Juni 2014

0

COMMENTS

Exitcon Berlin – Falscher Name aber richtiges, wichtiges Thema!

Written by , Posted in Events

Frankfurt BörseDer Besuch  bei der Exitcon war wieder einmal ein spannendes Erlebnis. Viele bekannte Gesichter aus der Unternehmer Szene und eine Vielzahl von mal bekannten, mal unbekannten Dienstleistern, die Ihre Angebote unter die Leute bringen wollen. Somit erst einmal nichts Besonderes – was besonders war ist natürlich die Nähe zur hohen Politik in Berlin. Die Eröffnungsrede von unserem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel war eine wirkliche Überraschung. Nicht nur war die Rede fachlich gut ausgearbeitet, sie hat auch ein echtes Interesse des Ministers an der jungen Start-Up Branche anklingen lassen. Es ist auf jeden Fall erfreulich, dass das Thema eine ganz neue Relevanz hat. Vor allem seine fachliche Auseinandersetzung mit Themen wie der Reduzierung/Aufhebung von Verlustvorträgen bei Gesellschafterwechsel (ein Thema das mir sehr am Herzen liegt) zeigt, dass die Gesetzgebung langsam aber sicher auch für Start-Ups und Finanzinvestoren verbessert werden soll. Hierzu hat sicherlich auch der Bundesverband Deutsche Startups ein ganzes Stück beigetragen.

Jetzt aber zur thematischen Ausgestaltung. Zu der Konferenz und den Workshops wurden zahlreiche relevante Speaker eingeladen. Gleich am Anfang wurde aber auch klar, dass der Name „Exitcon“ falsch gewählt wurde. Aus Sicht eines Unternehmers ist die IPO lediglich ein Weg um frisches Kapital zu erhalten und es Investoren aus früheren Runden einfacher zu machen den gewünschten ROI zu realisieren. Ein Unternehmer/Gründer der im Zuge einer IPO abspringt, würde wohl den dadurch resultierende Kurseinbruch die Zeit am Strand mit den Erlösen aus dem Börsengang ganz schön verderben. Das schöne an einer IPO ist sicherlich die neue Kapitalspritze und die damit verbundenen Wachstumsmöglichkeiten, bei denen dann das Management Team aus dem Vollen schöpfen kann. Exitcon ist somit nur der richtige Begriff für Kapitalgeber, aber nicht für die Gründer bzw. das Management Team.

(mehr …)

Montag

12

Mai 2014

0

COMMENTS

Will Deutschland diese Zukunft?

Written by , Posted in Kaufmann

In gewohnter deutscher Jammerstimme wird mal wieder das mangelnde Wagniskapital in Deutschland durch einen Gastkommentar im Spiegel beweint.  In den USA ist es so viel besser, da dort Internet-Milliardäre Ihre Gewinne im Silicon Valley reinvestieren und fleißig neue Firmen schaffen. In Deutschland gibt es diese Kapitalgeber nicht – das führt zu weniger Innovation bzw. keinen führenden deutschen Technologieunternehmen. Laut Artikel sind wir abgehängt und können die weitere Digitalisierung der deutschen Wirtschaft an den Nagel hängen.

I want you!So weit so gut aber hier wird getan, als ob durch mehr Investitionen ein „Gründungsautomatismus“ losgetreten wird, der zu Erfolg führt. Fast nur noch lachhaft, ist dieser Paragraph:

„Es (Buch von Netscape Gründer) ist quasi eine Anleitung, was zu tun ist, um erst fünf Millionen Dollar Anschubfinanzierung zu bekommen und damit ein Unternehmen zu basteln, das 500 Millionen wert ist.

Wer allerdings versucht, in Berlin oder Frankfurt am Main ein Start-up hochzuziehen, kann alle Ratschläge und Regeln punktgenau befolgen und hat trotzdem nur geringe Chancen mit Millionen überschüttet zu werden.“

Na dann mal los. Ich bekomme die ersten 5 Millionen und dann steht, bei der richtigen geographischen Gegebenheit, der 500 Millionen Firmenbewertung ja schon nichts mehr im Weg. Schaut man aber mal etwas genauer über den Atlantik als nur auf Facebook und Google, dann wird man schnell feststellen, dass die Venture Capital Industrie viel zu viel in viel zu wenige Unternehmen investiert.  Die Industrie hat seit ca. 10 Jahren keine positiven Rendite erzielt und ist somit ein einziges großes Subventionssystem, wo mit dem Feuerwehrschlauch kräftig Geld verteilt wird – vom Geld verdienen und einen gesunden Mittelstand zu schaffen, ist die USA weit, weit entfernt.

Deutschland = Mittelstand!

(mehr …)

Montag

17

Februar 2014

0

COMMENTS

Zalando Börsengang: Schrei vor Glück but keep calm and carry on!

Written by , Posted in Handel

Keep Calm BusinessmanEs wird zur Zeit viel über den Zalando Börsengang spekuliert. Den einen ist das Wachstum um 52% auf 1,76Mrd EUR zu wenig und den anderen fehlt es an Verständnis für die mangelnde Profitabilität des schnell wachsenden Moderiesens. Es scheint jedoch klar, dass die Erwartungen der bestehenden Investoren nur noch durch einen Börsengang erfüllt werden können. Hier werden dann auch immer wieder New York und Frankfurt als mögliche Börsenplätze für eine IPO ins Spiel gebracht. Wobei den deutschen Investoren die mangelnde Profitabilität und den amerikanischen Geldgebern das etwas zu langsame Wachstum und die völlige Unbekanntheit von Zalando in den USA die Stimmung vermiest. Vor allem in Deutschland sind vergleichbare IPOs nicht zu finden und sehr unbedarfte Statements wie in diesem Artikel zeigen, dass deutsche „Experten“ noch nicht das Potential von unprofitablen Firmen verstanden haben. Sowohl Amazon als auch Twitter zeichnen sich ja bekanntlich nicht für ihre Profitabilität aus, haben aber Investoren extrem hohe Gewinne ermöglicht.

IPOs leben aber immer von den Geschichten, die die Fantasie der Investoren beflügeln. Daher finde ich es erstaunlich, dass die LSE (London Stock Exchange) nicht als klares IPO Ziel benannt wurde. Hier findet sich eine gute Mischung aus anglo-amerikanischen und europäischen Investoren, die Interesse an einer IPO haben könnten. Weiterhin ist ASOS dort bereits gelistet und hat Investoren eine schöne Equity Story durch die Entwicklung des Börsenkurses gezeigt.

ASOS Share Price

Dies wäre doch eine schöne Geschichte: Um gegen Amazon und zum Teil eBay zu bestehen, müssen sich größere Player am Markt etablieren. Was ist leichter als der Merger von zwei online Modehäusern, die in unterschiedlichen Märkten stark vertreten sind? Sind diese auch noch an der gleichen Börse gelistet, steht einem Merger der beiden Davids gegen den Goliath Amazon nichts mehr im Wege. Durch diese Geschichte wäre sowohl das Problem des Wachstums als auch das der Profitabilität aus dem Weg geräumt. Sicherlich finden und fanden bereits Gespräche zwischen den beiden Firmen statt, da diese Verknüpfung sicherlich nicht zu übersehen ist und zwischen den Firmen ja bereits im Gesellschafterkreis Verknüpfungen bestehen. Es bleibt abzuwarten, ob nicht sogar eine Übernahme und ein damit verbundener Share Deal die eigenständige IPO von Zalando ersetzen könnte.

Mittwoch

23

Oktober 2013

0

COMMENTS

Media-Saturn steigert Online Umsatz um 70% (und erreicht noch nicht einmal Gesamtumsatz Vorjahresniveau)

Written by , Posted in Handel

Spannend ist es, wie in den Medien bestimmte Zahlen aufgenommen werden. Vor einigen Tagen hat die Metro Gruppe die Quartalszahlen veröffentlicht. In vielen Techblogs wurde daraufhin geschrieben, dass Online Umsätze erheblich gestiegen seien – was an sich keine schlechte Sache ist. Allerdings fällt beim Weiterlesen der Pressemitteilung auf, dass die gesamten Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum flächenbereinigt um 1,8% gefallen sind – im Rumpfgeschäftsjahr 2013 sogar um 2,0%. Hier wird also gezeigt, dass selbst mit 70% Steigerung der (kleinen) Online Umsätze noch nicht einmal das Umsatzvolumen des Vorjahres gehalten werden kann. Der Umsatzeinbruch der stationären Läden muss also erheblich sein. Media-Saturn steckt also in einer massiven Krise und wird das auch nicht durch Meldungen über Umsatzwachstum der Online Sparte verheimlichen können.

Weiterhin würde mich die Deckungsbeitragsberechnung für das 70%  Umsatzwachstum interessieren. Wurden hier einmalige Umsätze sehr teuer eingekauft oder wurde mittlerweile eine Multi-Channel Strategie entwickelt, die diesen Namen auch verdient? Gefühlt wurde in letzter Zeit eher mit der Ausverkaufsaktion und den damit verbundenen Filialschließungen in der öffentlichen Wahrnehmung gepunktet. Hier muss ich allerdings Jochen (LINK) zustimmen, dass es nicht besonders klug ist in der Welt der Praktiker-/Thalia-/Douglas-/Görtz-Geschäftseinstellungen bzw. Einschränkungen damit Werbung zu machen, dass man die Fialen schließt und einfach mal für ein paar Tage den Geschäftsbetrieb einstellt. Sehr interessant ist es übrigens hier zu erfahren, dass der Online Shop ebenfalls vom Netz genommen wurde. Eine Trennung der Offline und Online Kanäle scheint einfach nicht machbar zu sein.

Zu guter Letzt die Meldung und anschauliche Grafik, dass Media Saturn zusammen mit Redcoon den Online Markt durch massive Umsatzsteigerung verändert. Doch auch hier sehe ich keine Parallelen zu Zalando, sondern eher eine noch größere Geldverbrennungsmaschine. Selbst wenn Media Saturn sich massive Umsätze einkauft, kann es niemals die gleiche Kapitalverzinsung (oder zumindest Kapitalverzinsungsversprechen) wie Zalando eingehen. Daher ist die Strategie nur endlich, denn Profitabilität kann nicht unbegrenzt lange durch den Zuschuss von frischem Kapital ignoriert werden. Anleger und Kapitalgeber werden ein weniger langen Atmen bei der Finanzierung einer defizitären Wachstumsstrategie haben, als bei neuen Online Geschäftsmodellen, die noch nicht an der Börse sind. Weiterhin sieht die Grafik der „Umsatzentwicklung ausgewiesene Elektronikversender 2004-2012“ zwar nach einem riesigen Sprung für Media Saturn/Redcoon aus,  aber bitte nicht vergessen, dass es eine negative Linie mit der gleichen Entwicklung gibt – wo sonst kommen die -2% im Gesamtumsatz her? Media Saturn tritt im besten Fall auf der Stelle, und das Gesamtgeschäft bleibt rückläufig. Wie fast immer bei der Metro/Media Saturn im Onlinebereich – too little –too late!

Dienstag

20

August 2013

0

COMMENTS

Neue Märkte brauchen neue Analysen!

Written by , Posted in Kaufmann

Wie ich bereits in meinem Artikel zum „Neuen Markt 2.0“ angedeutet habe, braucht es für eine erfolgreiche Start-Up-Kultur eine Anpassung der vorherrschenden Analysemethoden. Zu viele Finanzanalysten haben nicht erkannt, dass mit der Digitalisierung auch sehr viele neue Datenpunkte zur Geschäftsmodellanalyse hinzu gekommen sind. Noch nie war es so einfach große Datenmassen schnell und effizient zu prüfen. Dennoch stößt man in Analyseberichten in Zeitungsartikeln, wissenschaftlichen Arbeiten oder Veröffentlichungen von Banken immer noch vornehmlich auf Datenquellen, die im besten Falle vor 20 Jahren interessant waren. Noch schlimmer finde ich den ständigen Bezug auf Finanzberichte, die auf jeden Fall Monate bzw. Jahre alte Zahlen nutzen, wenn gleichzeitig im großen Umfang tagesaktuelle Zahlen zur Verfügung stehen.

Was meine ich damit?

Alex hat in seinem Blog Kassenzone.de vor ca. 1 Jahr die Frage gestellt, was denn nun das beste Shopsystem ist. Hierzu wurden viele qualitative Faktoren besprochen und in den Kommentaren diskutiert, aber es wurden wenige quantitative Angaben gemacht. Wie viele Leute sind denn nun konkret an welchem Shopsystem interessiert? Wie sieht dieser Trend im Zeitverlauf aus?

Falls sich jetzt also irgendwo ein CFO die Frage stellt, welchen Shopsystem-Anbieter er kaufen sollte, dann wäre eine Marktanalyse essential. Welcher Shopsystem-Anbieter ist auf dem absteigenden und welcher auf dem aufsteigenden Ast? Die Analyse basierend auf Suchanfragen von Google über Google Trends gibt hierzu bereits sehr viele interessante Ansätze. Im Graphen unten kann diese Statistik auch noch einmal angeschaut werden.

Die Trendentwicklung des „Platzhirsches“ Magento ist zwar abflachend, aber insgesamt dominiert der Shopsystem-Anbieter in Deutschland. Shopware ist der klare Aufsteiger und hat bereits XT Commerce und Hybris hinter sich gelassen und gerade zu Oxid aufgeschlossen. Wäre ich also auf der Suche nach einem M&A Target, um mit den großen Akquisen des letzten Jahr (z.B. Hybris/SAP) mitzuhalten, dann würde ich sehr schnell nach Schöppingen fahren und würde mich dort umschauen.

Als ein praktisches Beispiel für die Aussagekraft kann ich aus eigenem Hause berichten, dass wir bereits seit Längerem genau diese Daten für unsere Geschäftsmodelle nutzen. eTribes hat dieses Vorgehen geholfen, sehr früh auf Shopware als neuen Agenturschwerpunkt zu setzen – die Erfolgreiche Positionierung von NetShops hat sicherlich auch mit der konsequenten und frühen Entscheidung für Shopware zu tun.

Weiterhin frage ich mich, ob SAP-Analysten diese Übernahme untersucht haben und sich die Mühe gemacht haben, die unten angegebenen Marktinteressen zu analysieren. Hat SAP hier auf das richtige Pferd gesetzt? Wird sich die Entwicklung von Hybris nach der Übernahme hier widerspiegeln? All diese Fragen lassen sich mit neuen Analysemethoden sehr einfach beantworten und sollten einen festen Platz in den Analysemodellen im Finanzbereich erhalten.

Zum Abschluss noch ein Fun-Fact: Wie sieht eigentlich die E-Commerce-Landschaft in Deutschland aus? Gibt es hier starke regionale Tendenzen? Welche Aussagen kann man hier für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Regionen schließen? Schaut Euch doch einfach mal die regionalen Ergebnisse der Suchanfragen unten an … hier beginnt man mit den tiefer gehenden Analysen, die noch viel mehr Rückschlüsse auf die Geschäftsentwicklung zulassen.

Ich frage mich, machen hier einige Firmen nur selektive Werbung? Welche Marketingstrategien verfolgen die Unternehmen? Gibt es weniger Nachfrage? Bei einigen Systemen scheinen die neuen Bundesländer in der Tat noch ein weißes Tuch zu sein!

Diese Analysen sind nur Beispiel um zu zeigen, welche substantiellen neunen Informationsquellen zur Verfügung stehen – diese sollten bei Analysen auch konsequent genutzt werden.

Shopsysteme im Vergleich

 

Montag

19

August 2013

0

COMMENTS

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – IPO Plattform bringt noch keine IPO Kultur –

Written by , Posted in Kaufmann

Kapital durch IPO?Die Bundesregierung in Person von Philip Rösler (FDP) profiliert sich passgenau vor der Bundestagswahl mit immer wieder neuen Start-Up Ideen, Zuschüssen und Initiativen. Dieser Schritt in Richtung einer politisch unterstützten Start-Up-Förderung in Deutschland ist sehr wichtig und sendet auch ein richtiges Signal an die vielen deutschen Start-Ups und jungen Unternehmer. Einige Initiativen sind bereits jetzt implementiert worden und zeigen schon eine Wirkung bzw. sind eine absolute Bereicherung für den Standort Deutschland.

Heute wurde das Projekt „Neuer Markt 2.0“ öffentlich gemacht. Hierbei geht es darum, den schnell wachsenden Start-Ups einen potentiellen weiteren Exit-Weg zu ermöglichen. Die Möglichkeit der IPO (Initial Public Offering) d.h. des Börsengangs wird in Deutschland von Gründern schon lange nicht mehr debattiert, da es in den letzten Jahren keine besonders erfolgreichen IPOs gegeben hat und weder Investoren noch die so langsam ausklingende Finanzkrise machen diesen Exit-Kanal attraktiver. Insgesamt ist das Volumen weltweit nicht besonders vielversprechend und selbst die IPOs von Branchenführern wie Facebook sind von den Märkten bestenfalls verhalten betrachtet worden. Auch die Berater, die einen Börsengang zur Geldgewinnung benötigen, können das IPO Volumen in Deutschland nur begrenzt schön reden.

Nun startet die Bundesregierung den Vorstoß ein neues Marktsegment zu eröffnen um das IPO-Fieber in Deutschland wieder zu entfachen. Diese Initiative hat sicherlich den Vorteil, die IPO-Kosten und Restriktionen weiter zu lockern, um möglichst vielen Kandidaten die IPO zu ermöglichen – dies kann sicherlich auch erfolgreich zwischen dem Verband der deutschen Start-Ups, der Bundesregierung und der Deutschen Börse ausgehandelt werden. Doch ist das nur ein unwesentlicher Aspekt im Vergleich zur Gemütslage der Investoren. Bei einer IPO geht es darum, dass der Markt eine Firma akzeptiert und bereit ist in diese Firma Geld zu investieren. Eine attraktivere Plattform hierfür zu schaffen ist sicherlich ganz nett, aber in keinem Fall ausreichend. Die notwendige Liquidität und somit der Investorenappetit für IPOs von Start-Ups benötigt viele andere Grundlagen.

Zuerst müssen genügend Banken bereit sein, die IPO-Kandidaten nicht nur zur betreuen, sondern den Markt durch beständige Broker Coverage bzw. Broker Reports auch informiert zu halten. Wie soll die Initiative das in der rückläufigen Bankenlandschaft garantieren? Ich gehe davon aus, dass jeder neue IPO-Kandidat allerwenigstens von 5 Banken begleitet werden sollte, um wirkliche Liquidität zu bieten. Gibt die deutsche Bankenlandschaft das noch her? Weiterhin finde ich das Verständnis von Business Analysten gegenüber Start-Ups aus der 2.0 Welle im besten Fall antiquiert. Hierzu werde ich noch einen längeren Beitrag schreiben, aber die traditionellen DCF, Peer-, Market-Comps-basierten Bewertungsmodelle sind einfach nicht ausreichend um das tatsächliche Marktpotential von Start-Ups 2.0 zu zeigen und vor allem das Echte Potential für Investoren klar darzustellen.

Im nächsten Schritt müssen Anleger und Kapitalgeber überzeugt werden, dass diese Investitionskategorie überhaupt interessant ist. Dies würde sicherlich durch einen besseren Broker Coverage angestoßen werden, allerdings ist dieses Verständnis nur die Basis für institutionelle Investoren ihre Investmentkriterien zu ändern – dieser Prozess dauert lange und kann nicht bzw. nur sehr wenig politisch beeinflusst werden. Daher erwarte ich eher einen Zeitraum von 3-5 Jahren bis potentielle institutionelle Investoren erstens ein Verständnis aufgebaut haben und zweitens ihre Investitionsrichtlinien geändert haben um signifikante Liquidität(EUR750m+) für den Start-Up 2.0 IPO Markt zur Verfügung zu stellen.

Eng verbunden mit den zwei Themen ist die „Anschlussfinanzierung“, d.h. das notwendige Interesse von weiteren Investoren weitere Liquidität im Markt zu garantieren. Dies ist natürlich abhängig von der betriebswirtschaftlichen Fähigkeit der Firma, das vom Markt zur Verfügung gestellte Kapital erfolgreich einzusetzen, aber auch von dem Interesse weiterer Investorenkreise nach einer IPO. Auch dies wird sich nicht von heute auf morgen materialisieren.

Im letzten Schritt müssen die richtigen Start-Ups überzeugt werden diesen Weg auch zu gehen. Eine IPO ist teuer, aufwendig und vor allem sehr publik. Hier besteht ein signifikantes Risiko für Unternehmen sich mit dem Prozess zu verzetteln bzw. das Geschäft durch zu starke Ablenkung des Management-Teams zu gefährden. Dies ist zwar auch der Fall bei einer „traditionellen“ Finanzierungssuche, aber diese Prozesse sind höher standardisiert, es gibt hierfür zahlreiche Beispiele und sie sind normalerweise nur in einem kleinen Kreis von potentiellen Investoren bekannt. Eine IPO-Vorbereitung ist wesentlich komplexer und nach der Veröffentlichung sicherlich auch nicht einfacher. Daher frage ich mich, ob es viele Firmen gäbe, die sich nach einer Risikoabschätzung für diesen Weg entscheiden würden? Mir fallen dazu aus der deutschen Start-Up-Landschaft nur eine handvoll Firmen ein, für die eine IPO relevant sein könnte.

Insgesamt finde ich die Initiative der Bundesregierung sehr sinnvoll, aber die Idee muss noch wesentlich weiter ausgearbeitet werden. Die Plattform ist sehr interessant, aber dies wird Kapitalgeber, Marktbeobachter und Berater nicht sofort dazu bringen ein liquides und erfolgreiches IPO-Umfeld zu schaffen. Es bleibt weiterhin zu hoffen, dass solche Initiativen auch nach der Wahl im September aktuell bleiben und weiter nach vorne gebracht werden.

Mittwoch

31

Juli 2013

0

COMMENTS

Investitionszuschuss Wagniskapital

Written by , Posted in Kaufmann

Money! Der deutsche Staat erkennt immer mehr die zunehmende Bedeutung der digitalen Innovation. Nicht immer besonders klug und oft mit Spott überhäuft, gibt es allerdings relative sinnvolle Projekt die digitale Unternehmer auf jeden Fall berücksichtigen sollte. Hier sind also langsam die ersten Programme zu finden, die Start-Ups und neue Gründungen unterstützen sollen. Ein wirkliches interessantes Programm ist der Investitionszuschuss Wagniskapital – auch wenn der Name gar keine Lust zum weiteren Lesen bereitet. Hier wird sehr sinnvoll und Analog zu den längst etablierten Programmen in den USA und England die zunehmende Investitionstätigkeit von Angle Investoren gefördert.

Hier ein Auszug einer PR Mitteilung zu dem Thema:

„Am Rande der Beiratssitzung stellte der Bundesminister Rösler den sogenannten „Investitionszuschuss Wagniskapital“ vor. Mit dem neuen Instrument des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) werden private Investoren dazu ermutigt, sich an jungen, innovativen Unternehmen zu beteiligen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Bereitstellung von mehr Wagniskapital für Start-ups. Unter der Voraussetzung, dass die Investoren in vollem Umfang an Risiken und Chancen teilhaben und mindestens drei Jahre die Beteiligung halten, erhalten sie 20 % der Investitionssumme erstattet. Für die nächsten vier Jahre sind hierfür insgesamt bis zu 150 Mio. Euro vorgesehen. Starttermin für den ‚Investitionszuschuss Wagniskapital‘ ist der 15. Mai 2013.“

Ich kann nur jedem Investor und Start-Up Unternehmer empfehlen sich dieses Programm genau an zu sehen, da hier ein sofortiger ROI von 20% realisiert werden kann – was ja bei einer Hochrisiko Anlage wie Angle Investments gar nicht so ein unwichtiges Argument ist.

Wir haben hier ein Dokument mit den wichtigen Eckdaten erstellt – hoffentlich bewegt es eine höhere Anzahl von Angel Investoren sich an Gründungen zu beteiligen!

20130513_Investitionszuschuss Wagniskapital