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Montag

7

Juli 2014

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Media Markt-Saturn – was nun? was tun?

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WandAus meinen bisherigen Beiträgen wird ersichtlich, dass ich nicht der größte Fan der bisherigen Leistung der Media Markt- Saturn Group bin. Die verfehlte Geschäftspolitik war auch wieder in den jetzigen Quartalszahlen erkennbar. Das Unternehmen verliert ständig an Umsatz und die noch bestehenden Umsätze kommen immer stärker durch den unprofitablen Online Kanal. Das ist ein Problem. Das Geschäftsmodell ist außerdem fehlerhaft und dem Unternehmen geht es insgesamt einfach nicht mehr gut.

Wenn ich jetzt die Jobanzeige für den CEO sehe und mir vorstelle, diesen Job zu haben oder aber ein Restrukturierungsmandat über eTribes für Media Markt- Saturn zu übernehmen, dann stelle ich mir mir die Frage: „Was jetzt?“. Sicherlich ist es aus einer externen Perspektive einfach, die Kritik an der bestehenden Strategie zu formulieren, aber konstruktive Vorschläge zum weiteren Vorgehen zu geben, ist nicht so einfach. Was würde ich denn als CEO von Media Markt-Saturn jetzt machen? Welche Strategie würde ich einführen?

Steht Media Markt-Saturn vor dem Graf’schen Exodus?

Der Graf´sche Exodus ist nach zahlreichen Optionen von kassenzone.de bekannt. In dem Modell heißt es, dass oft nur noch die Immobilie eines Händlers einen Wert darstellt und diese möglichst schnell „ so lange es noch etwas dafür gibt“ veräußert werden sollte. Es gibt sicherlich die Möglichkeit das Geschäft zu beerdigen, schnellstmöglich die jeweiligen Immobilien zu verkaufen und die Daten aus dem bestehenden stationären Geschäft zu nutzen, um möglichst attraktive neue Ideen in anderen Geschäftsmodellen zu erarbeiten. Ob da die Media-Saturn Franchisenehmer mitspielen? Sicherlich nicht!

Media Markt-Saturn als Dienstleister der Metro Gruppe?

Könnte man die Erfahrungen von Media-Saturn bündeln und als Dienstleister der Metro Gruppe auftreten lassen? Sicherlich würde dies erst einmal einen Vorteil darstellen, denn man hätte dann den Kunden gleich in-house aber auch das ist nicht der richtige Weg, denn ein Misserfolg im Hauptgeschäft würde die anderen Gesellschaften der Metro Gruppe nicht unbedingt zur direkten Zusammenarbeit ermutigen. Allerdings verfügt die Metro Gruppe sicherlich über einige Geschäftsmodelle die ebenfalls im digitalen Umfeld erheblich Unterstützung gebrauchen könnten.

Online Show Room?

Wie bereits aktuell die Regale an andere Unternehmen vermietet werden, können auch gesamte  Filialen als online „Technik Show Rooms“ bei externen Unternehmen präsentiert werden. Kleine in-store Kioske gibt es ja bereits und mit diesem Konzept sollte weiter experimentiert werden. Hier könnte das Unternehmen der neue, flexible Show-Room Anbieter für viele Online Modelle sein, die zur Zeit versuchen im offline Geschäft Fuss zu fassen. MyMüsli ist sicherlich ein Beispiel aber auch die wirklich großen wie Amazon könnte sicherlich mit einem Show Room Konzept bei Ihren Kunden in den Innenstädten punkten.

Digital ausblenden – stationär nach vorne treiben?

Die Filiale 2.0 kommt und Verbraucher wollen nach wie vor Sachen berühren und fühlen. Sollte das ausgenutzt werden und wird mit neuen Konzepten Schwung in die stationären Flächen kommen? Analog zur Geniusbar könnten Beratungs-, Reparatur- und Weiterbildungsangebote die neuen Produkte von Media Markt-Saturn werden. In dieser Idee liegt sicherlich viel Potenzial, denn Fragestellungen und Reparaturen werden online nicht optimal abgedeckt. Der Service-Gedanke als Treiber erfordert sicherlich ein Umdenken von den unmotivierten, unqualifizierten Verkäufern hin zur Geniusbar. Wäre das zu bewerkstelligen? Wenigstens existieren beim aktuellen Geschäftsmodell so wenige Verkäufer, dass Entlassungen am Arbeitsmarkt nicht spürbar wären 😉

Aufbau von Eigenmarken?

Das wäre sicherlich hilfreich um den Preisvergleich zu unterbinden. Aber die benötigten Investitionen und Marketingkosten für den Aufbau von Eigenmarken im technischen Bereich sind sicherlich ein großer Faktor der schwer zu decken ist. Es sind hier enge Grenzen gesetzt und die Flagship-Produkte von Apple, Microsoft und anderen Anbietern werden weiterhin einen Großteil des Angebotes ausmachen.

M&A – Kauf von Online Unternehmen?

Diese Strategie wurde bereits vom Unternehmen eingesetzt,  führte aber eindeutig nicht zur profitablen Stärkung des stationären Geschäfts. Außerdem ist es ja nicht so, dass die Pure Player besonders gute Ergebnisse oder Margen aus dem Online Geschäft erzielen. Hier wird ebenfalls nur Geld gedreht und keines verdient.

Sollte Media Markt-Saturn von Best Buy lernen?

Was macht Best Buy denn so? Die drastische Verkleinerung des stationären Geschäfts und des Show Room bzw. in-store Kioskgeschäft wurden hier ja schon sehr mutig erprobt. Was sagen die Aktienmärkte so dazu:

Der Aktienkurs von Best Buy liegt derzeit nahe am 12 Monats Höhepunkt, nach einer negativen Entwicklung im April 2014 zeigt der mittelfristige Markttrend eine positive Tendenz. Die Gewinnerwartungen der Analysten sind momentan neutral. Vielleicht also ein einfaches Copy & Paste vom Modell des US amerikanischen Vorbilds? Dies könnte eine valide Strategie sein.

Daten?  

In der digitalen Welt werden Daten immer wichtiger! Über welche wichtigen Daten verfügt aber Media Markt-Saturn? Könnte man vielleicht als Einkäufer oder Einkaufsverbund für eine größere Anzahl von Online Unternehmen agieren? Hier wäre eine Nähe zum Bestandsgeschäft gegeben und ein Einblick in die internen Strukturen des Unternehmens würde sicherlich zeigen, ob hier der ein oder andere Daten-Rohdiamant schlummert.

Insgesamt finde ich keine der oben genannten Option besonders attraktiv für Media Markt-Saturn. Das spiegelt sicherlich auch in gewisser Weise die Aussichtslosigkeit des aktuellen Geschäftsmodells wieder. Gibt es vielleicht bei den Digitalkaufmann.de weitere Ideen? Ich freue mich über weitere Kommentare.

Die Unternehmensführung hat diese Probleme ja bereits erkannt und ist sicherlich wesentlich qualifizierter um eine Lösung zu finden als ich aus der externen Perspektive. Aber auch sie kann nur in den bestehenden Strukturen arbeiten und ein Befreiungsschlag im Rahmen eines Graf’schen Exodus möchte  sie sicherlich nicht riskieren. Die dezentrale Aufstellung des Unternehmens war sicherlich Anfangs für die schnelle, Franchise getriebene Entwicklung des stationären Handels richtig, hat aber die frühe Digitalisierung unterbunden und alle Versuche, die jetzt unternommen werden, können einfach nicht darüber hinweg täuschen, dass der Zug nun einmal abgefahren ist. Schade!

Über den Autor


Nils Seebach

Nils Seebach ist Autor und überzeugter Blogger bei Digitalkaufmann.de. Er hat sich auf die betriebswirtschaftliche Analyse und Einschätzung von digitalen Geschäftsmodellen spezialisiert. Mehr Informationen über Ihn finden Sie hier.

Weitere Informationen auch unter Xing und LinkedIN.



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  1. Stranger3No Gravatar
    • Nils Seebach Nils SeebachNo Gravatar
  2. Hans DampfNo Gravatar
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