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Donnerstag

24

August 2017

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Investment Memorandum für einen neunen digitalen Private Equity Fund (3 von 4)

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Digitale Strategie für neue Private Equity Fonds

Im meiner Reihe zum Thema Private Equity und Digitalisierung habe ich mich in den ersten beiden Artikeln mit Empfehlungen zur Auswahl und Weiterentwicklung potentieller Investments beschäftigt. Als bestehender Private Equity Fund kann ich mich also daran messen lassen und versuchen, meine bestehende Strategie in Bezug auf die Digitalisierung zu optimieren. Was aber, wenn ich einen Private Equity auf der grünen Wiese starten würde? Wie würde ich so einen ganz neuen Fund mit einer fokussiert digitalen Strategie aufbauen?

Team

Im ersten Schritt würde ich die Anzahl von MBAs und Finanzexperten in einem Fund Team auf 1-2 Deal Maker beschränken. Diese können dann gute M&A bzw. Corporate Finance Anwälte aussteuern und dafür sorgen, dass die klassischen M&A Regeln beachtet werden und die Verhandlungen optimal gelöst werden. Das restliche Team, welches sich auf Deal-Sourcing und Portfolio-Arbeit konzentriert, braucht aber keinen Finanz bzw. M&A Hintergrund, sondern sollte genau verstehen, wie ihre Fachbereiche durch die Digitalisierung beeinflusst werden. Hier würde ich eine Reihe von Unternehmern aus der digitalen Branche rekrutieren – die jeweiligen Personen sollten ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz haben und ebenfalls wenigstens einen erfolgreichen Exit eines eigenen digital bzw. digital nahen Unternehmens erzielt haben. Im Gegensatz zur amerikanischen Start-Up Szene sind die Exiterlöse für die meisten Gründer in Deutschland relativ überschaubar und jedem ist bewusst, dass man weiterhin operative Herausforderungen meistern möchte. Somit ist so ein Team für einen finanzstarken Private Equity Fonds durchaus rekrutierbar.

Deal Sourcing

Oft vermisse ich bei M&A und PE Deals die Kreativität im Deal Sourcing. Alleine über Google Trends und andere Tools können Unmengen an Daten analysiert und verstanden werden. Die meisten M&A Deals entstehen aber immer noch über Kontakte und Golfclubchatter – das ist sehr unbefriedigend, wenn man sich vorstellt wie viele Daten einem Investment Manager heutzutage zur Verfügung stehen. Anstelle einer vernünftigen Analyse über Online Marketing / Google Mechanismen werden lieber überteuerte und veraltete Daten aus Factset, Bloomberg, Reuters und anderen den Finanzexperten vertrauten Tools gewonnen. Ebenfalls zum Repertoire eines digitalen Investment Managers sollte eine Reihe von Fachblogs, Twitter Accounts und anderen digitalen Informationsquellen liegen. Auch hier trifft man immer wieder auf ein erschreckendes Maß an Desinteresse bei Private Equity Teams. („Ich bin doch kein blöder Venture Kapitalist, sondern der Gorden Gecko der europäischen Finanzwelt!“)

Deal Durchführung

Wie bereits geschrieben, müssen Verhandlungen, Finanzierung und Deal Durchführung weiterhin von sehr gut qualifizierten M&A Experten durchgeführt werden. Wobei das aus meiner Sicht eher ein unbedingt erforderlicher Hygienefaktor ist und sicherlich keine Differenzierung im Markt darstellt. Ansonsten sollte beim Deal selber nicht nur die Finanzstruktur im Vordergrund stehen. Sicher können Private Equity Funds deutlich unternehmerfreundlicher vorgehen und können sich hier sicher bei den Unternehmer-geführten Venture Capital Fonds (VC Fonds) der Technologie-Branche einiges abgucken. Das würde ich aber je nach Unternehmensalter und –größe durchaus differenziert bewerten.

Portfolio Arbeit & Recruitment

Die Zeiten, in denen ich mit einem kleinen Team Sourcing und Dealstrukturen gemacht habe, sind meiner Meinung nach vorbei. Es spricht vieles für ein wesentlich aktiveres Portfoliomanagement, in dem das Private Equity Unternehmen nicht mehr “nur” Geldgeber ist, sondern Kapital mit einem fortschrittlichen Digitalen Know-How unterstützt. Die Optimierung einzelner Geschäftsaspekte und das früher betriebene Abpflücken der tief hängenden Trauben wird sicher keine nachhaltige Lösung für die meisten aktiven Private Equity Funds darstellen. Wie bereits in diesem Artikel beschrieben, muss schon vorab eine klare Strategie für die Digitalisierung des Unternehmens entwickelt werden. In diesem Bereich ist eine wirkliche Wertsteigerung und somit eine erhebliche Steigerung der zu erwartenden Gewinne bei einem Unternehmensverkauf zu sehen.

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Über den Autor


Nils Seebach

Nils Seebach ist Autor und überzeugter Blogger bei Digitalkaufmann.de. Er hat sich auf die betriebswirtschaftliche Analyse und Einschätzung von digitalen Geschäftsmodellen spezialisiert. Mehr Informationen über Ihn finden Sie hier.

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